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Tag der offenen Tür im neuen Interimsbau der KGS Niederrad im Mainfeld. 

Frankfurt-Niederrad

KGS Niederrad zeigt ihr neues Provisorium

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Neubau kostet 30 Millionen Euro. KGS-Schüler loben Gebäude in einem Lied.

Die ersten Klassen sind eingezogen. Die nächsten folgen diese Woche. Die Kooperative Gesamtschule Niederrad KGS hat in der Mainfeldstraße die Türen zu ihrem Neubau geöffnet. Am Wochenende konnten Besucher die 7000 Quadratmeter Fläche erkunden. 30 Millionen Euro hat die Stadt investiert. Dabei ist der Bau lediglich eine Übergangs-Unterkunft.

Wer eines der beiden gegenüber liegenden dreistöckigen Holzgebäude betritt, sieht als erstes jede Menge Schuhe. Kleine Schuhe und große Schuhe über- und nebeneinander vor großen Glastüren. Eva Siefert lacht. „Das bewährt sich total. Die Kinder ziehen ihre Straßenschuhe aus und kommen hier drinnen an. Sie lassen etwas vor der Tür zurück.“

Siefert ist die Leiterin der nagelneuen Gebäude der KGS im Mainfeld und hat hier gemeinsam mit ihren Kollegen innerhalb kürzester Zeit eine Schulgemeinde für 450 Mädchen und Jungen aufgebaut. „Dass sich Teppichboden so gut bewährt, hat mich selbst überrascht“, sagt sie. „Er schluckt nicht nur Alltagsgeräusche. Auch die Kinder sind ruhiger.“

In der hellen Mensa verkaufen Eltern selbst gebackenen Kuchen. Die Tische sind lang, vor ihnen stehen Stühle mit bunten Lehnen. Die Holztreppen und die Absätze sind mit Bordeaux-rotem Laminat verlegt. Auf jeder Etage haben die Teppiche andere Farben. „So finden sich die Schüler gleich zurecht. Ihre Klassen, die hier Cluster heißen, sind farblich gekennzeichnet“, erklärt Seifert geduldig.

Die Stühle stehen im Kreis

Die Räume sind groß und hell. Statt starrer Wände gibt es Glasscheiben mit breiten Rahmen, auf die man sich setzen kann. Statt Tischen und Bänken in Reihen hintereinander stehen sie teilweise im Kreis, andere verstreut im Raum. Es gibt Hocker und Stühle. Starre mit Lehne und Drehstühle. Ein Teil ist aus Kunststoff, ein Teil aus Holz. Wippende Stehhocker lassen Beweglichkeit zu.

Es gibt Spielecken und Regale mit bunten Fächern.

In einem Raum stellen sich 29 Kinder im Kreis auf und rappen. Ein Lied, das sie selbst geschrieben haben. „Wir sind alle gute Freunde und haben große Träume. Und die müssen wir verteidigen. Wir hören auf, uns zu beleidigen“ singt Melek (10). Im Laufe der Woche wird auch sie im Neubau sein. „Ich freu mich drauf“, sagt sie fröhlich. „Das System ist anders, die Lehrer total nett und wir dürfen selbst viel entscheiden.“ Sie führt ihren Vater rum.

„Es gefällt mir gut. Das skandinavische System ist anders, aber die Kinder haben sich dran gewöhnt. Im ersten Moment sah es für mich etwas fremd aus“, sagt Tunakan Yalkin. Er staunt darüber, wie viele Leute da sind und kommt schnell mit anderen Eltern ins Gespräch.

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