Die Schwarze Katz war einst ein beliebtes Lokal. Seit drei Jahren hat sie geschlossen. Demnächst folgt wohl der Abriss. 
+
Die Schwarze Katz war einst ein beliebtes Lokal. Seit drei Jahren hat sie geschlossen. Demnächst folgt wohl der Abriss.

Niederrad

Niederrad: Denkmalgeschütztes Haus in Gefahr

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
    schließen

Die ehemalige Gaststätte „Zur Schwarzen Katz“ an der Kelsterbacher Straße 28 soll abgerissen werden. Nachbarn wehren sich.

Der Kampf geht weiter. Eigentlich ist das denkmalgeschützte Haus an der Kelsterbacher Straße 28 bereits Geschichte. Die ehemalige Gaststätte „Zur Schwarzen Katz“ soll abgerissen werden. Bauaufsicht und Denkmalamt haben zugestimmt. Nur der beherzte Einspruch der Nachbarn hat einen Aufschub bewirkt. Seit zwei Wochen prüft die Bauaufsicht, wie es weiter geht.

Der Stand ist unverändert, sagt Amtsleiterin Sabine Zapke. Die Abbruchgenehmigung ist erteilt, der Einspruch zwingt zur Pause. Wie lange die dauert ist offen. Das Amt prüft die Stellungnahmen der Anwälte. Ansonsten möchte sie zum laufenden Verfahren nichts sagen, sagt sie freundlich, aber bestimmt.

Das übernimmt dafür Werner Hardt, einer der Nachbarn, außerdem Vorsitzender des Niederräder Bezirksvereins. „Das ist eines der wenigen alten Häuser, die es überhaupt noch gibt im Stadtteil.“ Der Vorgang werfe die Frage auf, was Denkmalschutz eigentlich wert sei in Frankfurt.

Die Eigentümerin, die Mamax GmbH, hat bereits das ganze Grundstück überarbeitet. Das frühere Einfamilienhaus auf dem hinteren Teil ist inzwischen ein Zweifamilienhaus. Die Nebengebäude hat Mamax aufgestockt. Beim Vorderhaus dachten die Anlieger, dass dort nichts geschehen würde. Immerhin steht es unter Denkmalschutz, weil es ein historisches Ensemble mit den umliegenden Gebäuden bildet, etwa mit dem Pfarrhaus von gegenüber. Dass es doch abgerissen wird, hat der direkte Nachbarn Mike Schwan rein zufällig erfahren. Die Bauarbeiter haben darum gebeten, das Tor offen zu halten, weil es den Abbruch behindere. Was denn für ein Abbruch?, hat sich Schwan gefragt und einen Anwalt eingeschaltet.

Nun muss Schwan erstreiten, dass er überhaupt berechtigt ist, Einwände zu erheben. Er findet schon, so als Nachbar. Zudem ist sein Haus auch denkmalgeschützt, ein Teil des Ensembles eben. Wenn nun ein anderer Teil davon wegfalle, ist es kein Ensemble mehr, wundert er sich.

Zugleich hat er im Internet eine Petition erstellt. 491 Menschen haben sich dort bereits für den Erhalt des Gebäudes ausgesprochen (Stand Dienstag, 14. Juli, 16.40 Uhr). Ob das hilft ist unklar. Das Haus wäre nicht erhaltenswert, habe das Denkmalamt gesagt, ärgert sich Werner Hardt. Laut Bauaufsicht habe es eine sehr schlechte Bausubstanz. Das hat ein von der Eigentümerin in Auftrag gegebenes Gutachten festgestellt. Eine Sanierung lohne nicht, sie sei so teuer wie Abriss und Neubau.

Von außen sieht es nicht sonderlich baufällig aus, sagt Hardt. Innen sei er zuletzt vor etwa vier Jahren gewesen. Auch da sei ihm nichts aufgefallen. Mike Schwan befindet in seiner Petition ebenfalls: „Warum denn nicht Sanieren?“ Wenigstens ein neutrales Gutachten soll her, fordert er.

Petition:Zu www.openpetition.de surfen und „Niederrad“ in die Suchmaske eingeben. Genauer Titel: Trotz Denkmalschutz droht Abriss eines der ältesten Waldmachhäuser Niederrads.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare