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Niederrad: Denkmal für den Präsidenten des Renn-Klubs

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Von: Gernot Gottwals

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Der Niederräder Wolfgang Spannagel möchte einen Erinnerungsort für Arthur von Weinberg auf dem ehemaligen Rennbahngelände.
Der Niederräder Wolfgang Spannagel möchte einen Erinnerungsort für Arthur von Weinberg auf dem ehemaligen Rennbahngelände. © sauda

Eine Büste auf dem künftigen DFB-Gelände soll an Arthur von Weinberg erinnern. Der Frankfurter Mäzen (1860 bis 1943) hat sich jahrelang als Präsident des Renn-Klubs verdient gemacht.

Pferderennen? „Das ist eine Mischung aus Sport, Wettehrgeiz und dem besonderen gesellschaftlichen Flair auf der Rennbahn“, findet Wolfgang Spannagel. Seit rund zehn Jahren wohnt er in der Niederräder Landstraße, kämpfte vergeblich für den Erhalt der Pferderennbahn anstelle der jetzigen DFB-Akademie. Nun will er wenigstens dem langjährigen Präsidenten des Renn-Klubs, Arthur von Weinberg (1860 bis 1943), ein Denkmal setzen.

Nachdem der Deutsche Fußballbund auf seine Vorschläge eher abwartend reagierte, wandte sich Spannagel mit seiner Initiative an Matthias Pfeiffer von den Bürgern für Frankfurt (BFF), den er seit Jahren kennt. Weitere Befürworterinnen sind Angela von Gans, deren Vorfahren mit den Weinbergs die Cassella-Werke aufbauten, und CDU-Stadtverordneten Claudia Korenke, zugleich Vizepräsidentin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.

Oliver Carsten Kimpel (BFF) bringt nun einen Antrag in die heutige Sitzung des Ortsbeirats 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) ein: Darin wird der Magistrat gebeten, mit dem DFB Kontakt aufzunehmen und einen Erinnerungsort auf dem Campus zu schaffen, etwa durch das Aufstellen einer Büste. Kimpel betont, dass Arthur von Weinberg nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1918 in einer sehr schwierigen Zeit das Amt des Präsidenten des Renn-Klubs Frankfurt übernommen hat. Nur durch seinen Einsatz und seine Großzügigkeit habe sich der Klub in schwierigen Jahren wirtschaftlich behauptet.

Die Bronzefigut von Arthur von Weinberg steht im Historischen Museum.
Die Bronzefigut von Arthur von Weinberg steht im Historischen Museum. © privat

„Ohne Arthur von Weinbergs finanzielle Unterstützung wäre die Rennbahn schon damals nicht mehr überlebensfähig gewesen und einer anderen Nutzung zugeführt worden, so dass das Gelände dem DFB heute gar nicht mehr zur Verfügung gestanden hätte“, betont Kimpel. Gemeinsam mit Spannagel verweist er auch auf das weitere vielfache Engagement des Frankfurter Mäzens.

So war Arthur von Weinberg mit seinem Bruder Carl unter anderem Mitgründer der Frankfurter Johann-Wolfgang-von Goethe-Universität und Förderer der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft. Mit seiner Ehefrau Willemine setzte er sich für Arme und Hilfsbedürftige in und um Frankfurt ein, besonders in Niederrad. Trotzdem bewahrte ihn die Ehrenbürgerschaft nicht vor Verfolgungen durch das Naziregime wegen seiner jüdischen Abstammung. 1943 starb er im KZ Theresienstadt.

Einen möglichen Standort für die Büste hat Spannagel bereits im Blick: „In Frage kommen würde der künftige Eingang des DFB-Campus auf der Seite der Kennedyallee“, sagt er. Sie könnte direkt am Eingang aufgestellt werden oder auch in der Empfangshalle der DFB-Akademie.

„Das Denkmal kann in Bronze gegossen werden. Als Vorlage könnte eine im Historischen Museum befindliche Büste dienen“, erläutert Spannagel. Je nachdem, ob von dieser Büste ein Abdruck genommen werden könnte oder ob sie bei einem Künstler neu gestaltet werden müsste, hat Spannagel Kosten zwischen 3000 und 15 000 Euro ermittelt. Der DFB könnte dies unterstützen, sonst Spender und Sponsoren. Die BFF hält auch eine Beteiligung aus dem Ortsbeiratsbudget für denkbar.

Der Ortsbeirat 5 tagt am heutigen Freitag, um 19 Uhr, im Südbahnhof, Hedderichstraße 51.

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