Zum Schluss flambiert Barbara Yoshida, die Tochter der Inhaberin Sieglinde Lang, Wurst und Käse.
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Zum Schluss flambiert Barbara Yoshida, die Tochter der Inhaberin Sieglinde Lang, Wurst und Käse.

Niederrad

Currywurst mit flambiertem Ziegenkäse

  • vonSabine Schramek
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Der Imbiss „Frau Lang“ an der Deutschordenstraße ist bekannt für seine ausgefallene Speisen. Seit den 70er-Jahren betreibt die Familie die Trinkhalle im ehemaligen Wartehäuschen.

Im ehemaligen Wartehäuschen an der Tramhaltestelle „Heinrich-Hoffmannstraße/Blutspendedienst“ duftet es nach „Currywurst in Thymian-Honigsauce und Ziegenkäse flambiert“ und nach Zwiebelschnitzel. „Wir lassen Jungköche in Kurzarbeit ihr Können präsentieren“, sagt Barbara Yoshida und entzündet den Käse auf der Theke ihrer kleinen Küche. Ihr Mutter Sieglinde Lang steht nebenan im Kiosk und bedient die Kunden, die Zeitungen oder Getränke holen wollen und Lottoscheine ausfüllen. „Trinkhalle – Lotto – Imbiss“ steht auf dem Gebäude an der Deutschordenstraße. Genannt wird es von den meisten „Frau Lang“.

Und „Frau Lang“ fällt auf. Wegen des Walfisch-Graffiti auf der Wand und wegen der ausgefallenen Speisekarte. Yoshida hat drei Jahre in Tokio gelebt und immer in der Gastronomie gearbeitet. „Frankfurter lieben Eintöpfe,“ weiß sie. „Nicht nur klassisch, sondern zum Beispiel auch rote Linsen mit Ingwer und Kurkuma.“ Oder Pommes mit Chili con Carne und Cheddarsauce, die sie ebenso anbietet wie Burger, Bratwurst und Reibekuchen. Seit acht Jahren ist Yoshida mit dabei. „Als unsere Vorgängerin aufgehört hat, hat meine Mutter den Kiosk vor 44 Jahren übernommen.“

Früher gab es im Imbiss hauptsächlich Brat- und Currywurst mit Pommes oder Brötchen. Die Nähe zum Blutspendedienst und der Klinik hat schnell für Stammgäste gesorgt. „Die wollten allerdings auch Abwechslung“, meint Yoshida und hat das Angebot peu à peu erweitert.

Die Gäste sind das, was man als bunt geschmischt bezeichnet. Viele kommen aus der Klinik und dem Blutspendedienst, auch Fußballfans, wenn im Stadion gespielt wird.

„Dazu noch Patienten, die raus dürfen, Wissenschaftler, Angestellte der Max-Planck-Stiftung und jede Menge Bauarbeiter.“ Es gibt montags bis freitags Mittagsmenüs für fünf Euro bis 8,50 Euro. „Wir kochen nur, was uns selber schmeckt“, erklärt Yoshida. „Und wir kochen nur absolut frisch. Da hat meine Mutter schon immer großen Wert drauf gelegt.“

Auf einer Tafel über der Küche werden sieben Burger von vegetarisch bis Chorizo angeboten, sechs Arten Würstchen inklusive Veggie, fünf Schweineschnitzelarten, hausgemachte Salate, Soßen, Pommes und Extras. Ausgefallene Gerichte wechseln ständig. „So hat jeder auch etwas Neues zum Probieren, und mir macht das Spaß“, schwärmt die Köchin. Für jeden Gast hat sie ein Lächeln parat und auch Tipps. „Ich werde oft nach den Rezepten gefragt oder nach ungewöhnlichen Zutaten für Hausmannskost“, sagt sie.

Eine Zeitlang hatten Mutter und Tochter Ärger mit Schmierereien auf den Außenwänden. „Das hat uns geärgert. Also hat meine Mutter einen Studenten angeheuert, der die Graffiti gemacht hat. Seitdem ist weitgehend Ruhe mit Vandalismus“, sagt Yoshida.

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