Ein Team: Künstlerin Janine Maschinsky und Vereinsvorsitzender Ioannis Kaklamanos vor der Blauen Wand, die nach dem Brand des Blauen Haus am Niederräder Mainufer übrig geblieben ist.
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Ein Team: Künstlerin Janine Maschinsky und Vereinsvorsitzender Ioannis Kaklamanos vor der Blauen Wand, die nach dem Brand des Blauen Haus am Niederräder Mainufer übrig geblieben ist.

Niederrad

Blaue Wand schafft Raum für Träume

  • Clemens Dörrenberg
    vonClemens Dörrenberg
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Nach dem Brand des Blauen Haus steht am Niederräder Mainufer nur noch eine große „Blaue Wand“. Zahlreiche Künstler, Schulklassen und Kitas haben dort schon ihre Exponate gezeigt.

Die hellblau gestrichenen Balken verwittern nach und nach. Sie stützen die „Blaue Wand“, die an das Blaue Haus erinnert, das dort am Niederräder Ufer einmal stand. Nach dem Brand des Kunst- und Kulturveranstaltungsorts im Januar 2018 blieb nur die Blaue Wand wie ein Kubus auf einem Sockel mitten in der Ruine des steinernen Fundaments stehen. Der „Verein für Kunst und Freie Zeit“ hat sie bewusst erhalten. Bis heute wird sie genutzt.

Schulklassen, Kita-Gruppen und zahlreiche Künstler haben ihre Arbeiten auf dieser Ausstellungsfläche schon gezeigt, die es seit vier Jahren gibt. Vor dem Brand hing sie an der Außenwand des blauen Holzgebäudes, das früher als Café, Campingartikelladen, Bootsverleih und Veranstaltungsort diente. „Es war schade, dass das Blaue Haus damals in den Wintermonaten ungenutzt blieb, deshalb sollte eine leere Fläche am Haus Leuten die Möglichkeit geben, sie zu gestalten“, erinnert sich Künstlerin Janine Maschinsky, die die Wand mitinitiiert hat.

Nach dem Brand wurde sie mit viel Unterstützung weiter bespielt. Es habe viel Solidarität aus dem Stadtteil und darüber hinaus gegeben, sagt Maschinsky. Immer wieder fragten Passanten, wann die Begegnungsstätte, in der seit 2009 Ausstellungen, Performances, Lesungen und Konzerte stattfanden, wieder errichtet werde. „Der Kubus steht auch für den Wiederaufbau des Blauen Hauses und ist ein Symbol, dass es weiter geht“, erklärt Maschinsky. „Kultur und kreatives Denken sind gerade in dieser Zeit megawichtig, um Gemeinsamkeit zu leben und Raum für Träume zu schaffen“.

Auch der Ortsbeirat 5 will das Kunstprojekt fördern. In seiner Sitzung am heutigen Freitag bittet das Stadtteilparlament den Magistrat, das Projekt „die Blaue Wand“ am Niederräder Ufer 2 des Vereins Blauen Haus in Kooperation mit der Designerin Janine Maschinsky zu unterstützen. Der Ortsbeirat wolle aus seinem Budget 1000 Euro dazugeben. Das Projekt „die Blaue Wand“ habe von Beginn an Kontakte zu sozial-pädagogischen Einrichtungen wie KGS Niederrad, Break 14, Friedrich-Fröbel-Schule in Niederrad knüpfen können und dadurch eine neue und kontinuierliche Plattform zur Mitgestaltung des Stadtteils für Jugendliche und Kinder eröffnet, heißt es zur Begründung. Das Projekt wird seit 2018 vom Kulturamt Frankfurt und seit 2019 über das Programm „Aktive Nachbarschaft“ vom Quartiersmanagement Niederrad des Caritas Verbands Frankfurt gefördert.

„Klar, es wird wieder aufgebaut“, versichert Ioannis Kaklamanos, der Vorsitzende des „Blaues Haus-Vereins für Kunst und Freie Zeit“. Nur wann, sei noch unklar. Die Stadt, auf deren Gelände das Gebäude stand, habe den Wiederaufbau beschlossen und bereite den Bau, der laut Baudezernat rund 300 000 Euro kosten soll, vor. Größtenteils soll die Summe durch eine Brandversicherung gedeckt sein.

Der Ortsbeirat will ebenfalls den Aufbau unterstützen. 10 000 Euro wäre er bereit zu zahlen, um die verbrannte Ausstattung des Fotolabors, Licht- und Soundtechnik, Werkzeug, der Teeküche sowie Material für Malworkshops zu ersetzen.

„Solange das Haus aber noch nicht steht, brauchen wir die Finanzmittel nicht“, sagt Kaklamanos. Bis zur Fertigstellung könne das Stadtteilgremium das Geld anderen Gruppen in Niederrad zur Verfügung stellen. Das hat der Ortsbeirat nun auch vor.

Bis zum Aufbau des Hauses wird auf der Blauen Wand derweil weiter Kunst zu sehen sein. Seit Corona auch online. Dort haben sich beispielsweise Schüler unter dem Motto „Male dein eigenes Virus“ kreativ mit dem Thema auseinander gesetzt. Die „Blaue Wand-Digital“ findet sich im Internet auf: blaueshaus-frankfurt.de.

Der Ortsbeirat 5 tagt am heutigen Freitag, 30. Oktober, um 19 Uhr im Saalbau Depot, Offenbacher Landstraße 357. Plätze im großen Saal sind begrenzt, das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung ist Pflicht.

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