Friedrich Berndt (mit Elfi Kutzner) im Nachbarschaftsbüro der Heinrich-Lübke-Siedlung.

Niederrad

Friedrich Berndt hat das Mainfeld verändert

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Quartiersmanager Friedrich Berndt hat in Niederrad viel angestoßen, nun geht er in den Ruhestand.

Wenn das letzte Haus in der Siedlung Im Mainfeld im Sommer fertig saniert ist, wird Friedrich Berndt schon einige Monate nicht mehr Quartiersmanager von Niederrad sein. Der 65-Jährige geht in den Ruhestand und wird von Angela Wolf abgelöst. 13 Jahre lang hat Berndt vor allem die Siedlung Im Mainfeld mitgeprägt. „Als wir damals anfingen, gab es dort keine Jugendeinrichtung, die Spielplätze waren in desolatem Zustand und es lag viel Sperrmüll herum“, erinnert sich der Sozialpädagoge.

In der Hochhaus-Siedlung, in der rund 2000 Menschen wohnen, hat Berndt, der zuvor Quartiersmanager in Fechenheim war, verschiedenste Aktionen und Gespräche organisiert sowie Konflikte abgebaut. Gemeinsam mit dem 10. Polizeirevier und den jungen Erwachsenen setzte er sich etwa zusammen, um zu deeskalieren. Eltern und Kindern halfen beim Gestalten dreier Spielplätze. Er rief einen Mieterbeirat ins Leben, der sich als Reaktion auf die Abrisspläne und Umgestaltung der Siedlung gründete. „Das war eine kritische Phase.“ Letztlich habe man den Erhalt der Siedlung erreicht. Berndt habe immer großen Wert darauf gelegt, die Bewohner einzubeziehen. Das habe sich gut bewährt. So sei die Identifikation mit ihrem Viertel größer.

Doch auch in anderen Teilen Niederrads hat sich der ehemalige Kinderbeauftragte des Nordends engagiert. Berndt baute gemeinsam mit Kirchen und Initiativen das Hilfenetz Niederrad, die Allgemeine Sozialberatung und das Seniorenstadtteilbüro „Älterwerden in Niederrad“ auf. Berndt hat auch das Mainfelder Nachbarschaftsfest und das Niederräder Suppenfest ins Leben gerufen. Das Ziel dahinter: die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zusammenbringen.

Einerseits habe sein Job viel Kraft, Geduld und Durchhaltevermögen gekostet, sagt der gebürtige Nordhesse. Auf der anderen Seite sei es eine der spannendsten Tätigkeiten im sozialen Bereich. Einfach weil die Gestaltungsmöglichkeiten so groß seien.

Im Jahr 2013 wurde Berndts Stelle reduziert, so war er dann auch für die Heinrich-Lübke-Siedlung in Praunheim zuständig. Dabei sei in Niederrad durchaus mehr zu tun, findet Berndt. „Unsere Aufgabe ist es ja, in den gesamten Stadtteil hineinzuwirken.“ Außerdem regenerierten sich Probleme in der Mainfeld-Siedlung, neue Generationen wüchsen heran, neue Leute zögen her.

Seinem Ruhestand blickt Berndt mit gemischten Gefühlen entgegen, schließlich sei er in verschiedenste Prozesse involviert gewesen. „Das kann mir natürlich schon fehlen, mal sehen, ob ich in ein tiefes Loch falle.“ Aber so ganz kann er sich noch nicht lösen. Er wird als Minijobber im Quartiersmanagement Niederrad weiterarbeiten, „da kann ich meiner Nachfolgerin auch Informationen über die Prozesse geben“. Und zu tun gebe es genug. Der Mieterbeirat könnte durchaus erweitert und etwas jünger werden, findet Berndt. Das Zusammenwachsen der Wohngebiete, vor allem der Bürostadt, sei ebenfalls ein Thema.

Doch Berndt freut sich auch auf mehr Zeit für seine Hobbies, dem Segeln oder Billard spielen. Und in seinem Haus in Steinbach stünden viele Renovierungsarbeiten an. „Das Mainfeld hatte eben immer Vorrang.“

Mit einem Festprogrammam Freitag, 22. März, um 16 Uhr wird mit Ansprachen und Musik Friedrich Berndt verabschiedet und Angela Wolf begrüßt, Raum für Kultur, Im Mainfeld 6.

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