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Kritik am Quartiersbus

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Senioren müssen weite Wege zur Haltestelle zurücklegen

Die Streckenführung des Quartiersbus Niederrad sei komplett am Ziel und an den Bürgern vorbei konzipiert worden, beschwert sich Anwohner Christian Beha in der Sitzung des Ortsbeirat 5 am Freitagabend. Zum Fahrplanwechsel im Dezember soll die neue Linie 84 alle halbe Stunde zwischen Oberforsthaus und Niederräder Landstraße verkehren.

Die kleineren Busse für maximal 20 Fahrgäste sollen auch die Wohnquartiere erreichen, die abseits der Straßenbahn liegen, wie die Siedlung Im Mainfeld, die ehemalige Bürostadt, jetzt Lyoner Quartier, oder die Waldfriedsiedlung. Fast 20 Haltestellen fährt der Bus an, zehn neue sind eingerichtet worden.

Seit Jahren schon fordern die Niederräder den Quartiersbus. Auch er habe sich dafür eingesetzt, sagt Anwohner Beha. Doch die zuständige Verkehrsgesellschaft Traffiq hätte sich vorher anhören sollen, was sich die Anwohner wünschen. „Ich habe mit vielen Bürgern und Vereinen gesprochen, sie haben sich die Strecke anders vorgestellt“.

Für die Menschen in der Waldfried-Siedlung etwa sei der Weg zur nächsten Haltestelle immer noch zu weit. Dabei sei der Bus gerade für ältere Menschen gedacht, um sie zu Geschäften oder zum Arzt zu bringen.

Im Gegensatz dazu werde der Niederräder Norden überbelastet, dort führen schon Trams und Busse. Durch die neuen Haltestellen würden dort viele Parkplätze wegfallen – und die Parksituation sei bereits schlecht.

Beha vermutet, dass die Autofahrer sich andere Möglichkeiten suchten. Das könnte für die Feuerwehr in den engen Gassen dann schwierig werden, vermutet der Anwohner, der selbst bei der Freiwilligen Feuerwehr Mitglied ist. Er befürchtet auch, dass eine Sperrung während des Niederräder Weihnachtsmarkts an der Salzmannschule umfangreicher und damit den Vereinen teurer käme, die das bezahlen müssten. Das könnte auf lange Sicht das Aus des Marktes bedeuten.

Sein Vorschlag ist eine Ringbuslinie, die alle 15 Minuten fährt und die mehr den Süden anfahre und den Norden entlaste. Senioren, mit denen er geredet habe, würde es nicht stören, wenn sie etwas länger unterwegs seien, dafür einen kürzeren Weg zur Haltestelle hätten.

Petra Korn-Overländer (SPD) findet, es sei erst einmal positiv, dass überhaupt ein Quartiersbus komme. Dafür hätten Ortsbeirat und die Menschen in Niederrad jahrzehntelang gekämpft. Wenn die Route nicht zufriedenstellend sei, müsse man einen Runden Tisch einrichten. Ihr sei gesagt worden, dass Sperrungen, etwa beim Weihnachtsmarkt kostenfrei seien, da werde sie nachhaken. Wichtig sei, dass vor dem Fahrplanwechsel alles besprochen sei.

Norbert Hoffmann von der Initiative „Älter werden in Niederrad“ sieht in der neuen Buslinie keine Fehlplanung. Die vordergründigen Ziele würden erreicht: Die Menschen, die im Mainfeld, an der Hahnstraße oder in der Bürostadt wohnten, besser an den Stadtteilkern anzubinden. Aber falls es noch Gesprächsbedarf gebe, könne man das in einer gesonderten Veranstaltung klären.

Die neue Buslinie 84 soll montags bis freitags von 6 bis 21 Uhr, samstags ab 9 Uhr und sonntags ab 12 Uhr fahren.

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