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Keine Straßensperren rund ums Waldstadion

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Von: Stefanie Wehr

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Wenn im Waldstadion der Bär tobt – wie hier beim World Club Dome im vergangenen Sommer –, sind die Straßen in Niederrad auf dicht.
Wenn im Waldstadion der Bär tobt – wie hier beim World Club Dome im vergangenen Sommer –, sind die Straßen in Niederrad auf dicht. © Michael Schick

Die Stadt zieht ein neues Verkehrskonzept temporären Abriegelungen einzelner Straßen vor. Die Kontrollen seien zu aufwendig.

Bei Konzerten und Fußballspielen im Waldstadion herrscht Verkehrschaos in Niederrad. Die Stadt soll sicherstellen, dass bei den Großveranstaltungen wenigstens für Straßenbahnen und Busse freie Fahrt durch den Stadtteil sichergestellt ist. Auch die Anwohnenden sollen ihr Zuhause, ohne im Stau zu stehen, erreichen können. Die CDU im Stadtparlament hatte dazu Vorschläge gemacht, auf die jetzt die Stadt geantwortet hat.

Nach den Vorstellungen der CDU sollen die Rennbahnstraße ab der Einmündung Triftstraße in Richtung Oberforsthaus und im weiteren Verlauf die Schwarzwaldstraße vor Veranstaltungen im Stadion für den Individualverkehr gesperrt werden. Denn der Rückstau in der Schwarzwaldstraße gehe teils weit Richtung Süden bis in die Rennbahnstraße. Dies passiere, „weil sich der Autoverkehr nur unzureichend am Oberforsthaus auf die Kennedyallee einfädeln kann“, heißt es im Antrag. Dadurch werde der Linienverkehr der Straßenbahnen und Busse in Richtung Stadion und Flughafen massiv behindert.

Laut Magistrat sind Rennbahn- und Schwarzwaldstraße bei den Fußballspielen am 21. Februar und 11. März versuchsweise durch die Polizei gesperrt worden. Die Maßnahmen würden ausgewertet. Die Stadt erinnert daran, dass es bereits Halb- und Vollschranken im Stadtteil an verschiedenen Stellen gibt. Diese sollen bleiben.

Ein Verkehrsverbot für Autos auf Rennbahn- und Schwarzwaldstraße, mit den Zusätzen „Linienverkehr, Taxen, Elektrokleinstfahrzeuge, Fahrräder und Bewohner frei“ mit entsprechenden Kontrollen „wird aus verschiedenen Gründen abgelehnt“, heißt es im Bericht der Stadtverwaltung. Es sei enorm aufwendig, jedes Auto einzeln zu prüfen. Die Fahrer:innen müssten ein amtliches Dokument vorzeigen, das den Status als Bewohner:in erkennen ließe.

Alle Personen ohne Nachweise, wie etwa Besucher:innen, Kunden oder Lieferverkehr, müssten abgewiesen werden. Kontrollen von Ausweisdokumente seien nicht nur sehr personal- und zeitintensiv, „sie führen auch regelhaft zu ausgiebigen Diskussionen, was längere Wartezeiten von tatsächlich oder vermeintlich Zufahrtsberechtigten zur Folge hat“, so die Stadt. Die Kontrollen führten somit zu Verkehrsbehinderungen in den Zufahrtsstraßen, womit das Ziel der Anregung verfehlt werden würde.

Die eigentliche Aufgabe der städtischen Verkehrsüberwachung sei die Kontrolle des ruhenden Verkehrs, schreibt die Stadt. Die Stadtpolizei sei dafür da, Falschparken zu ahnden und Abschleppungen zu beauftragen. Jeder Posten, bei dem Einfahrtsberechtigungen zu prüfen wären, müsste mit zwei Bediensteten besetzt sein. Mindestens 30 Arbeitsstunden müssten dafür eingeplant werden. Dies wären für jede der zahlreichen Veranstaltungen zusätzliche Arbeitsstunden, was negative Auswirkungen auf die Verkehrsüberwachung im gesamten Stadtgebiet hätte.

„Als viel zielführender wird der Personaleinsatz zur Ahndung und gegebenenfalls Beseitigung von Parkverstößen im Umfeld des Stadions angesehen.“ Letztlich könne nur weniger Parksuchverkehr zu einer Entspannung führen, meint die Stadt. Ein Verkehrskonzept, das alle Facetten einbezieht, sei vonnöten. Sperrungen einzelner Straßen seien aber „nicht zielführend zur Lösung des komplexen Problems“.

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