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Jugendliche gestalten Stadt der Zukunft

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Ein Fluss, ein Sonnenuntergang und viel Grün: So könnte die Stadt der Zukunft aussehen.
Ein Fluss, ein Sonnenuntergang und viel Grün: So könnte die Stadt der Zukunft aussehen. © christoph boeckheler*

Schüler und Schülerinnen der KGS Niederrad schaffen ein Kunstwerk zu der Frage, wie sie später leben wollen. Im Mittelpunkt dabei: ein Fluss und viel Grün.

Es sind durchaus dringende Fragen unserer Zeit, die sich die Jugendlichen der Klasse C2 der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Niederrad in den vergangenen Wochen gestellt haben. Wie wollen wir in Zukunft leben? Wie sollen unsere Städte aussehen? Wie kann dabei das Thema Nachhaltigkeit eine Rolle spielen? Ergebnis der Überlegungen ist ein Kunstwerk, das am Mittwoch vorgestellt wurde und nun im Stadtteil zu sehen ist.

Und zwar gleich an mehreren Stellen. Das Originalbild hängt im Kunstraum des KGS-Standortes in der Goldsteinstraße, 3,27 Meter lang, 1,06 Meter hoch, wie Lehrerin Sarah Riel nachgemessen hat. Plakate mit Abbildungen des Bildes sind zudem an der Fassade des dortigen Schulgebäudes, an der des zweiten Standorts im Mainfeld und an der Blauen Wand am Mainufer angebracht. Außerdem kann das Werk digital betrachtet werden.

Aber was ist zu sehen? Auf den ersten Blick eine bunte Fläche, gespickt mit Bleistiftzeichnungen. Aber dahinter steckt mehr. Eben der Wunsch, zu zeigen, wie sich die Schüler und Schülerinnen – alle 15 oder 16 Jahre alt - die Stadt ihrer Zukunft vorstellen. Ausgangspunkt sei eine Dokumentation über Singapur gewesen, die die Klasse geschaut habe, wie die 16-jährige Anahita erzählt. „Das hat uns zu den Gebäuden inspiriert.“ Diese wurden dann gezeichnet.

Umgeben werden sie von einer Landschaft, die durch einen Fluss geprägt ist. „Das war uns total wichtig“, sagt Ilias. Der 16-Jährige zählt die Bedeutung eines Flusses für eine Stadt und die in ihrer lebenden Menschen auf: Wasserversorgung, Transportmöglichkeit, Lebensraum für Tiere. Letzteres sollen auch die Pflanzen und Bäume darstellen, die entlang des Flusses zu erkennen sind. „Außerdem sorgen die für den Sauerstoff“, weiß Ilias.

dIE bLAUE wAND

Die Blaue Wand ist ein Projekt von Künstlerin und Diplom-Designerin Janine Maschinsky. Sie hat es 2016 ins Leben gerufen, damals noch am Blauen Haus im Licht- und Luftbad Niederrad.

Nachdem das Haus 2018 abgebrannt war, errichtete Maschinsky eine neue Blaue Wand in unmittelbarer Nähe.

Das Projekt „Utopia – STADT!“ ist unter www.janinemaschinsky.de/die-blaue-wand-digital zu sehen.

Die Natur zurückholen, dabei auf Nachhaltigkeit achten, Platz für Tiere haben – so fasst es die 15-jährige Celina zusammen. Sie gibt zu, „dass die Fragen, die wir uns beim Projekt gestellt haben, bisher nicht so wirklich Thema waren“. Aber schon während der Corona-Zeit seien sie immer mehr in den Fokus gerückt.

Für Schulleiterin Eva Seifert war es daher auch gar keine Frage, diesem Projekt, das in Zusammenarbeit mit Janine Maschinsky von der Blauen Wand stattfand, zuzustimmen. „Wer sich heutzutage nicht mit diesen Fragen beschäftigt, hat den Schuss nicht gehört“, so ihre klare Analyse. Die KGS versuche daher, auch im regulären Unterricht Themen wie Nachhaltigkeit, erneuerbare Energien und Umweltschutz immer wieder zu behandeln. Dann aber konkret bei einem solchen Projekt Dinge auszuprobieren, das sei Gold wert für die Kinder und Jugendlichen.

So sieht es auch Lehrerin Sarah Riel. Sie sehe das Kunstwerk, das vor allem aus ganz vielen einzelnen, farblich passenden Zeitschriftenschnipseln gestaltet wurde, als etwas, „das Wärme und Optimismus ausstrahlt.“

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