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Die Bäume hinter der Grundstücksgrenze der Ernst-May-Siedlung sollen gefällt werden, um dort die Baustelle der Bahn zu errichten. Die Anwohnenden sind empört, weil ihnen die Bahn nichts davon mitgeteilt hat.
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Die Bäume hinter der Grundstücksgrenze der Ernst-May-Siedlung sollen gefällt werden, um dort die Baustelle der Bahn zu errichten. Die Anwohnenden sind empört, weil ihnen die Bahn nichts davon mitgeteilt hat.

Niederrad

Grünes Idyll soll weichen

  • VonStefanie Wehr
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Die Bahn will an der Niederräder Ernst-May-Siedlung 50 Bäume fällen und eine vier Meter hohe Mauer bauen. Die Anwohnenden sorgen sich um das Grün und sind empört, dass sie über die Planänderung nicht informiert worden sind.

Eine hohe Mauer direkt an der Grundstücksgrenze, Dutzende Bäume, die gefällt werden sollen, damit Fläche für eine Baustelle der Deutschen Bahn entsteht: Das fürchten Anwohnende der Ernst-May-Siedlung an der Donnersbergstraße. Zufällig haben sie von den Plänen erfahren, weil ein Bahn-Mitarbeiter auf der Straße einen Zettel verloren hatte. Die Anlieger:innen fielen aus allen Wolken. Als die Baupläne zur Trassenerweiterung vor neun Jahren vorgestellt wurden, stand das nicht zur Debatte.

Hinter der Grundstücksgrenze liegt der Bahndamm, dazwischen Schrebergärten. Überall stehen Bäume. Die Anwohnenden haben einen Gemeinschaftsgarten mit Spielplatz angelegt. „Wir haben hier viele Tiere, Füchse, Igel und bestimmt 50 Vogelarten“, sagt Anwohner Egbert Krug.

Die Baustelle, die das Idyll zerstören soll, ist Teil der Trassenerweiterung am Knoten Frankfurt Stadion. Das Projekt, das auf www.knoten-stadion.de erklärt wird, soll innerhalb von zehn Jahren ein weiteres Gleis zwischen Hauptbahnhof und Sportfeld errichten. Die Niederräder Eisenbahnbrücke erhält ein drittes Brückenbauwerk.

Eben dieses Bauwerk soll nach Recherchen der Anlieger:innen auf besagtem Abschnitt des Bahngeländes montiert werden. Dort befinden sich auch der Alte Bahnhof Niederrad, der im Herbst 2022 abgerissen werden soll, und eine Güterhalle. Details wie diese sind auf der Seite nicht zu finden. Sie verbergen sich unter dem Stichwort „Baustellenerschließung“ des UVP-Verbunds (Umweltverträglichkeitsprüfung der Länder). Dort ist eine Planänderung von Ende 2018 zu finden, und auch eine vier Meter hohe Baustellenwand eingezeichnet, die direkt an die Grundstücksgrenze der Ernst-May-Häuser gesetzt werden soll. Betroffen sind etwa 29 Häuser.

Um die Baustelleneinrichtungsfläche zwischen der Bebauung Donnersbergstraße und der Freifläche um den Alten Bahnhof Niederrad herzustellen, müsse frühestens Mitte Januar gerodet werden, bestätigt die Bahn. Betroffen seien etwa 50 Bäume mit einem Durchmesser von mehr als 50 Zentimetern. „Im Sinne der Anwohner lassen wir die Baumreihe, die unmittelbar an der Grundstücksgrenze zur Wohnbebauung steht, stehen“, so eine Bahnsprecherin. Die Fällungen fänden nur auf DB-Gelände statt. „Spätestens im Frühjahr“ werden die Bürger:innen informiert.

Die Anwohnenden wundern sich. 2013 habe es geheißen, die Montage finde näher am Mainufer statt, wo es eine Brachfläche gebe. Sie ärgert, dass sie nicht informiert worden sind. Die Natur ist ihnen wichtig. „Viele Bäume sind so alt wie unsere Häuser. Sie spenden im Sommer Schatten, ohne sie wäre es in den Gärten unerträglich heiß“, sagt Anwohnerin Katja Apelt.

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