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Horst Böhm (l.) und Günter Hehl wollen diesmal bleiben.

Niederrad

Neues Apfelweinlokal in Niederrad

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Seit Ende Mai bieten Günter Hehl und Horst Böhm deftige Küche in der Schwanheimer Straße an. Sie wollen sich im Stadtteil etablieren.

Heute wird’s wieder brechend voll“, sagt Horst Böhm mit einem Blick auf die Reservierungen – und das mitten in der Woche. Eine große Gruppe habe sich aus der Bürostadt Niederrad angekündigt. Ende Mai hat Ebbelwoi Hehl in der Schwanheimer Straße eröffnet. Inhaber Günter Hehl und Kompagnon Böhm haben die Räume, in denen vorher ein Spanier untergebracht war, renoviert und neu gestaltet.

Das Angebot der beiden ist klassisch und deftig: Haspel, Tafelspitz, Schnitzel und heiße Fleischwurst finden sich auf der Karte. Dazu eine Vielzahl an Würsten – mit Chili, Handkäs oder Apfelwein, die Hehl, der in der Küche steht, selbst zubereitet. Natürlich gibt es auch weitere Frankfurter Klassiker wie Grüne Soße und Schneegestöber. Böhm schenkt an der Theke Apfelwein von der Kelterei Walther aus Bruchköbel aus, dabei hilft ihm ein Eisengestell, der so genannte Faulenzer. Und einige Servicekräfte. Die Gäste können auch selbstgebrautes Kellerbier probieren. Das wird nicht direkt im Haus gebraut, aber die Betreiber lassen es nach ihrer Rezeptur herstellen; wo, verraten sie nicht.

Geschäftspartner wollen in Niederrad länger bleiben

Ebbelwoi Hehl, Schwanheimer Straße 70a, ist Montag bis Sonntag von 17 bis 23 Uhr geöffnet, Telefon 79 21 11 84, E-Mail an ebbelwoi-hehl@t-online.de.

Die Gastronomen sind nicht neu im Geschäft, zuvor haben ein gleichnamiges Lokal in Rödermark geführt – und nach nicht mal einem Jahr an einen neuen Pächter abgegeben. Das ist ihr Konzept: Objekte auf Vordermann bringen und gut laufend verkaufen. Nicht nur hessisch, auch bayrische Küche hat Hehl schon angeboten, aber immer die deutsche Schiene, sagt er. Denn „die deutschen Lokale sterben aus“, findet Hehl, der einst das Mackie Messer in der Zeppelinallee und die Tangente in der Bockenheimer Landstraße führte.

In Niederrad wollen die Geschäftspartner nun aber länger bleiben. Hehl, den alle nur „Nini“ nennen, ist in dem Stadtteil aufgewachsen und wohnt um die Ecke. „Hier kennen mich alle.“

In dem kleinen Hof können die Gäste sich auf Bierbänken unter einer Kastanie niederlassen. Im Herbst wollen die Inhaber den Garten neu gestalten.

Innendrin, in den alten Fachwerkräumen, geht es rustikal zu. Die alten Fenster wurden grün gestrichen, neue Holztische und Stühle angeschafft, Künstler Bertram Schüler hat traditionelle Motive wie einen Apfelbaum, Wappen oder Bembel an die Wände gemalt. Ein Bierfass dient als Stehtisch, in einem Nebenraum steht noch ein gemauerter Kamin. Und auf einem kleinen Piano in einer schwarzen Tasche nimmt meist Gästeliebling und Maskottchen Lady Platz, die zehnjährige Yorkshire-Terrier-Dame.

In Niederrad gab es lange nur ein einziges Apfelweinlokal. Den Anwohnern fehlte das, sagt Hehl. Aber seine Gäste kämen auch aus Schwanheim oder Goldstein – und selbst aus Sachsenhausen.

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