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Gleisarbeiten in Frankfurt: Lärm ja, Sperrungen nein

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Von: Fabian Böker

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Die beiden Brücken über den Main werden um eine dritte erweitert.
Frankfurt: Die beiden Brücken über den Main werden um eine dritte erweitert. © Monika Müller

Die Bahn informiert über die Arbeiten zwischen Bahnhof, Stadion und Frankfurter Hauptbahnhof. Dort entstehen zwei neue Gleise für den Fernverkehr.

Niederrad – Großer Andrang herrschte am Freitagnachmittag (30. September) in der Hahnstraße. Vor der Hausnummer 49 hatte die Deutsche Bahn (DB) einen Stand aufgebaut, um über die Arbeiten an den Gleisen zwischen Stadion und Hauptbahnhof zu informieren. Viele Anwohner und Anwohnerinnen wollten wissen, was genau gebaut wird, wie lange das dauert und welche Auswirkungen die Arbeiten auf die Menschen haben.

Unter dem Namen Bahnprojekt Knoten Frankfurt-Stadion läuft derzeit die zweite Baustufe. In dieser entstehen – neben neuen Weichen, Überführungen, Kreuzungsbauwerken und einer Brücke – vor allem zwischen dem Bahnhof Stadion und der Eisenbahnüberführung über die Gutleutstraße zwei zusätzliche Gleise für den Fernverkehr. Diese werden östlich der bestehenden vier Gleise errichtet, so dass künftig Nah- und Fernverkehr getrennt voneinander fahren können. „Damit wird der derzeit bestehende Engpass aufgelöst, die Regionalzüge und ICEs müssen sich die Gleise nicht mehr teilen“, sagt Julia Henderichs, Referentin Kommunikation bei der Bahn, am Infostand.

Deutsche Bahn in Frankfurt: Das Projekt wird befürwortet – Beeinträchtigungen eher nicht

Sie und ihre Kollegen haben gut zu tun. An verschiedenen Bildschirmen und vor einem Flipchart bilden sich kleine Trauben von interessierten Bürger:innen, die mehr über das Projekt wissen wollen. Egal, wen man danach fragt, der Tenor ist fast überall derselbe: Das Projekt an sich wird befürwortet, aber man hofft natürlich, dass die Belastungen für die Anwohner und Anwohnerinnen möglichst gering bleiben.

Eine Frau zum Beispiel, die ihren Namen nicht nennen möchte, wohnt an der Goldsteinstraße, wo just gestern Morgen die erste Hilfsbrücke eingebaut wurde. „Das war schon extrem laut“, sagt die Frau. „Aber es muss eben sein.“

Bauarbeiten in Frankfurt: Anwohner müssen Umweg in Kauf nehmen

Ein Anwohner der Waldfriedstraße, der ebenfalls anonym bleiben möchte, will wissen, wie lange der Fußweg westlich der Gleise zwischen der Golfstraße und dem Bahnhof Niederrad noch gesperrt bleibt. „Das ist eigentlich meine Strecke, um zur S-Bahn zu kommen. Derzeit muss ich immer einen Umweg laufen.“ Doch seine Frage kann vor Ort nicht eindeutig beantwortet werden. Denn aktuell werden dort auch noch Leitungen verlegt, was nicht im Verantwortungsbereich der Bahn liegt. „Es kann sich schon noch bis zum Frühjahr hinziehen“, sagt Julia Henderichs.

Sie ist am Nachmittag zufrieden mit der Resonanz. Man merke, dass das Projekt die Menschen hier beschäftigt. Und das wird es auch noch eine ganze Zeit, denn aktuell ist es geplant, erst 2030 mit allen Arbeiten fertig zu sein.

Brücke in Frankfurt: Im Mai soll es so weit sein

Die neue Brücke über den Main, die neben die zwei bestehenden gesetzt wird, soll bereits 2027 stehen. Die neuen Gleise sollen 2029 in Betrieb genommen werden. Zu großen Sperrungen im Bahnbetrieb soll es bis dahin nicht kommen, so Henderichs. Es werde maximal ab und zu für ein paar Tage zu Einschränkungen kommen, zu Gleiswechseln und Umleitungen.

Zum Beispiel am kommenden Wochenende, wenn ICE-Züge nicht am Haupt-, sondern am Südbahnhof halten. „Wir werden aber keine Vollsperrungen machen, die Arbeiten finden unter rollendem Rad statt“, verspricht Henderichs. Die vielen Pendler:innen, vor allem aus der Bürostadt, sollen auch weiterhin mit dem Zug kommen können. (Fabian Böker)

Zuletzt wurde in Niederrad ein neuer Park feierlich eingeweiht.

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