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Ein ganz neues Rudergefühl

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Von: Katja Sturm

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Rund 60 Boote passen in die neue Halle im Mainfeld rein, sagt Vorstandsmitglied Johannes Karg.
Rund 60 Boote passen in die neue Halle im Mainfeld rein, sagt Vorstandsmitglied Johannes Karg. © Michael Faust

Die Rudergesellschaft der Frankfurter RG Germania ist umgezogen. Statt am Schaumainkai trainieren die Schülerinnen und Schüler künftig im Mainfeld in einem neuen großen Jugend- und Schulzentrum. 3,7 Milllionen Euro hat das Gebäude gekostet.

Die Aussichten sind bestens. An bis zu 30 Ruderergometern lässt es sich im ersten Stock des neuen Jugend- und Schulzentrums der Frankfurter RG Germania im Mainfeld trainieren und hat dabei dank der großen Fensterfront den Fluss im Blick. Ganze Schulklassen können dort so gleichzeitig und gemeinsam üben, die Nachwuchsarbeit des Traditionsclubs bekommt neuen Schwung.

Am heutigen Freitag, 16. September, 17 Uhr wird das Grunelius-Bootshaus, benannt nach einer der fördernden Stiftungen, offiziell eröffnet. In Betrieb ist es seit Mai. Etwa 60 Boote haben in der Halle im Erdgeschoss eine neue Bleibe gefunden. Im Clubhaus am Schaumainkai war es längst zu eng geworden. Nun kommen die Schülerinnen und Schüler besser an ihre Sportgeräte heran und verlieren weniger Zeit bei der Vor- und Nachbereitung ihrer Einheiten.

Zudem, erklärt Germania-Vorstandsmitglied Johannes Karg, sei der Standort für Anfängerinnen und Anfänger geeignet. Sie landen, anders als in der Innenstadt, nicht gleich mitten im Schiffsverkehr, wenn sie ihre Boote zu Wasser lassen, und können sich in den ruhigeren Bereichen am Rande der Fahrrinne ausprobieren.

Neben den 400 Mitgliedern aus der eigenen Jugendabteilung sollen von den neuen Möglichkeiten die fünf Schulen profitieren, mit denen die Germania kooperiert. Das Umfeld des Hauses erlaubt Laufspiele oder Fitnesstraining im Freien, drinnen können für ähnliche Zwecke die Ergometer zur Seite geräumt werden. Duschen und Umkleiden sind ebenfalls vorhanden. Die guten Bedingungen fürs Trockentraining will das Topteam nutzen, das seine Wassereinheiten in Offenbach absolviert. Als Teil des Landes- und Bundesstützpunktes dient das neue Zentrum den Kadermitgliedern auch aus anderen Vereinen als Übungsort. Es gebe, neben dem Ausbau der Nachwuchsarbeit, weitere Offerten, die man sich hier gut vorstellen könne, etwa im Gesundheitssport, sagt Karg. Der beschwerliche Transport der Boote über die Straße vor dem Einsatz entfällt.

Beim Einräumen, sagt der Jugendabteilungsleiter, habe er „Genugtuung“ darüber empfunden, dass das von einem Team geleitete Projekt, für das die Jugendlichen eigene Wünsche und Vorstellungen äußern konnten, nun so weit gediehen ist. Doch einiges, was geplant war, musste auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Die Trennwand etwa, mit der man den Ergometerraum teilen könnte, oder Mobiliar. „Im Trainerzimmer“, so Karg, „gibt es weder Tisch noch Stühle.“

Schuld daran sind die im Laufe der Monate gestiegenen Baukosten. Ursprünglich waren die Germanen von 2,9 Millionen Euro ausgegangen. 940 000 übernahm die Stadt, 500 000 das Land. Mehrere Stiftungen sind beteiligt. Nun sei man bei 3,7 Millionen Euro gelandet. Einen höheren Kredit zur Finanzierung hatte die FRG schon aufgenommen.

Die Pandemie hat die Materialkosten steigen lassen, und die Bauzeit verlängerte sich, weil nicht immer alles Notwendige lieferbar war. Dazu tauchten „vermeintliche“ Blindgänger auf, wie Karg sagt, und „wir brauchten ein anderes Fundament“. Die Bootshalle fiel schließlich schmaler und niedriger als vorgesehen aus.

Die Verantwortlichen hoffen auf ein zusätzliches Engagement der Stadt, gerade weil der Neubau auch den Schulen zugute kommt. Die KGS Niederrad gegenüber etwa habe keine eigene Sporthalle und könne das Angebot nicht nur zum Rudern gut gebrauchen.

Auf die steigenden Energiekosten angesprochen, verweist Karg auf die gute Dämmung und die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Im Bootshaus gebe es sowieso keine Heizung, und auf dem Ergometer komme der Körper ganz allein ins Schwitzen.

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