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Ärger über Mieterhöhung in der Adolf-Miersch-Siedlung

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Von: Fabian Böker

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Diese Häuser sollen energetisch saniert werden.
Diese Häuser sollen energetisch saniert werden. © christoph boeckheler*

Bewohner und Bewohnerinnen sollen im Rahmen einer Modernisierung bis zu 180 Euro pro Monat mehr zahlen. Gespräche mit der Nassauischen Heimstätte laufen derweil weiter.

Neuer Ärger in der Adolf-Miersch-Straße: Mit der geplanten Modernisierung der Häuser 36-40b durch die Nassauische Heimstätte (NH) geht nun auch eine Mieterhöhung einher. Das an sich verwundert die Mietergemeinschaft Niederrad, in der sich Bewohner und Bewohnerinnen der betroffenen Häuser zusammengeschlossen haben, um sich rund um die Modernisierung zu organisieren, nicht. Es ist die Höhe, die sie aufregt.

In einem Brief, den die Gemeinschaft zusammen mit der Nachbarschaftsinitiative- Nordend - Bornheim – Ostend (NBO) und der Mietergewerkschaft Frankfurt aufgesetzt und an die NH geschickt hatte, war ihre Forderung, dass die Miete um maximal 50 Euro pro Monat steigt. Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Die Mieterhöhungen „variieren je nach Größe der Wohnung zwischen 120Euro und 180 Euro pro Monat“, erklärt Jürgen Ehlers von der NBO. „Die Mieter:innen sehen mit Sorge den höheren Mieten entgegen, zumal die Betriebskosten durch die höheren Energiepreise ebenfalls steigen werden“, so seine Befürchtung.

Die teilt auch eine Mieterin aus der Adolf-Miersch-Straße, die nicht namentlich genannt werden möchte. Sie sei von der Erhöhung – in ihrem Fall 120 Euro – letztendlich nicht überrascht gewesen, könne sie aber auch nicht nachvollziehen. Ob sie jetzt befürchten muss, auszuziehen, kann die Frau noch nicht endgültig beantworten, es aber auch nicht ausschließen „Es kommt darauf an, wie teuer die Nebenkosten auch noch werden, wie hoch die Warmmiete insgesamt sein wird.“ Was sie am meisten ärgert, sei die unzureichende Kommunikation mit der NH. „Leider werden Anfragen von uns Mieterinnen erst nach langer Wartezeit beantwortet oder wir bekommen gar keine Antwort.“ Telefonisch werde man lange hingehalten oder das Gespräch werde abrupt beendet.

Diese Erfahrungen teilt eine ebenfalls anonym bleibende Bewohnerin einer NH-Liegenschaft in der Jugenheimer Straße, die bereits saniert wurde. Die Kommunikation mit dem Vermieter laufe sehr schleppend, so sei das auch während der Arbeiten gewesen. „Der Bauleiter war teilweise gar nicht vor Ort oder man wurde angeschrien oder abgewimmelt.“

Gespräch in Aussicht

Aber es gibt auch positive Nachrichten. Das Ziel des bereits erwähnten Schreibens von Mietergemeinschaft, NBO und Mietergewerkschaft war es, mit der NH über eine so genannten Modernisierungsvereinbarung zu verhandeln. In dieser sollten unter anderem jeder einzelne Schritt der Arbeiten dokumentiert, ein verbindlicher Zeitplan vereinbart und Angebote wie eine Ersatzwohnung oder Mietminderung für die Dauer der Sanierung festgehalten werden.

„Jetzt gibt es einen Durchbruch“, sagt Wilfried Michel von der NBO. „Die NH ist bereit, mit uns, der Mieterinitiative, zu sprechen und uns eine schriftliche Antwort auf unsere Forderungen zukommen zu lassen.“ Man erwarte nun „einen respektvollen Umgang. „Die Mieter sollen wie Mieter mit Rechten behandelt werden und ihre Sorgen ernst genommen werden“, betont Michel. Die Organisationen hatten auch schon eine Infoveranstaltung mit der NH organisiert, um dabei in den Dialog zu treten.

Von der Nassauischen Heimstätte war bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu bekommen.

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