Niederrad

Abenteuerliche Schulplanung

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Die Plätze an der Friedrich-Fröbel-Schule werden knapp. Laut Bildungsdezernentin Sylvia Weber sucht die Stadt ein Grundstück in der Bürostadt.

Sylvia Weber hat gute Nerven. Die Frankfurter Bildungsdezernentin stellte am Freitag im Ortsbeirat 5 eine Schulplanung vor, die recht abenteuerlich anmutet. Weber wirkte dennoch gelassen. Die Friedrich-Fröbel-Schule ist dringend sanierungsbedürftig, zu klein obendrein. Die Stadt will die Grundschule an der Else-Alken-Straße von vier auf fünf Klassenzüge erweitern. Das wären dann 20 Klassen mit insgesamt 520 Kindern. Größer kann eine Grundschule nicht werden, sagte Weber.

Aber: Die Niederräder bringen immer mehr Kinder zur Welt. Den Schülerzahl-Prognosen nach müsste die Friedrich-Fröbel-Schule bis 2023 eigentlich siebenzügig werden. Das sagte Rektorin Claudia Wissenbach. Und da sind die Kinder, die einmal in die Bürostadt ziehen werden, noch nicht mit eingerechnet.

Doch gerade auf die Bürostadt, das neue Lyoner Quartier, setzt die Kommune ihre Hoffnungen. Dort muss eine weitere Grundschule entstehen, um die Niederräder Kinder unterzubekommen. Das dafür auserkorene Grundstück steht aber nicht mehr zur Verfügung, weil es seit dem Bau der neuen Nordbahn des Flughafens unter einer Siedlungsbeschränkung liegt. Das heißt: Es ist dort zu laut für eine Schule.

Ein anderes, gut geeignetes Grundstück hat die Stadt noch nicht gefunden. So sucht die Stadt inzwischen ein weniger geeignetes Grundstück, auf dem ein Provisorium entstehen soll. Dort wird die neue Grundschule übergangsweise logieren, bis der richtige Ort für den Schulbau entdeckt ist.

In Sachen Fröbel-Sanierung kleinen Schritt weiter gekommen

Immerhin ist die Stadt in Sachen Fröbel-Sanierung einen kleinen Schritt weiter gekommen. Die gute Nachricht: Das Ausweichquartier für die Zeit des Umbaus kann auf dem eigenen Schulgelände entstehen. Platz ist auf dem 15 000 Quadratmeter großen Grundstück genug, sagte Cornelius Boy aus dem Amt für Bau und Immobilien.

Die Planer könnten sich Container im südlichen Teil vorstellen, auf dem Sportplatz. Ein kleines bisschen würde das Provisorium ins Grundstück der benachbarten Fußballer von Union Niederrad hineinragen. Aber die müssten nur auf einen „kleinen Grünstreifen“ verzichten, so Boy.

Ob die Stadt aber nun den vorhanden Schulcampus saniert und dort anbaut oder die Bauten abreißt und neu errichtet, ist noch nicht entschieden. „Die Tendenz geht zum Neubau“, erklärter Dezernentin Weber.

Fest steht: Das neue Werk soll eben fünfzügig sein, Ganztagsbetreuung ermöglichen, Essen bieten, eine 100 Quadratmeter große Dienstwohnung beherbergen, eine zweite Turnhalle haben. Bei einer Sanierung würde die Stadt das derzeitige Schulgebäude entkernen und frisch ertüchtigen. Und eben anbauen. Ein Neubau wäre das Ende des aufgelockerten Schulcampus‘ aus den 50er Jahren. Die Stadt würde dann ein einzelnes, großes, dreigeschossiges Gebäude auf die Mitte des Grundstücks stellen. So könnten die Planer moderne Raumkonzepte ermöglichen. Pädagogen freuen sich heutzutage zum Beispiel über offene Räume und verschiedene Raumgrößen, in denen sie verschiedene Unterrichtsformen umsetzen können.

Was beide Varianten kosten könnten, ist „Gegenstand der Planungsphase“, sagte Weber. Also jetzt noch unklar. Anfang 2019 will die Stadt das Raumprogramm entwerfen. Ende 2019 könnte dann die Bauplanung beginnen. Baustart wäre dann 2021. So skizzierte Weber den möglichen Verlauf.

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