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Viele beschweren sich über den Zustand des Hauses. 

Frankfurt-Niederrad

Niederrad: Mainfeld 16 bleibt stehen

Die Eigentümerin, die Wohnungsbaugesellschaft ABG, sieht keinen Grund für Abriss der maroden Seniorenwohnanlage. Doch nicht nur die Anwohner klagen über den Zustand des Hauses.

Das zwölfgeschossige Gebäude der Seniorenwohnanlage Mainfeld 16 ist in einem „dem Alter gemäßen Zustand“, findet Frank Junker, Chef der ABG Holding. „Es gibt keinen technischen Grund, das Haus abzureißen.“ Es werde alles Nötige getan, um es instand zu halten. Auffälligkeiten gebe es keine. Der Brandschutz sei vor kurzem erneuert worden. Bei jedem Mieterwechsel würden die Wohnungen renoviert.

Im Stadtteil selbst sehen viele das anders. Für das Gebäude müsse dringend mehr getan werden, findet Petra Korn-Overländer, Mitglied der SPD im Ortsbeirat 5: „Der Zustand verschlechtert sich zusehends, ich bin wirklich wütend darüber, dass die Bewohner so respektlos von der Stadt behandelt werden.“ Die SPD hat die Stadt aufgefordert, eine Lösung für das sanierungsbedürftige Haus zu finden.

Die Nachricht, dass ein Abriss und Neubau komplett vom Tisch ist, dürfte für die meisten Bewohner der Seniorenwohnanlage tatsächlich neu sein. Viele warteten noch darauf, dass eines Tages die Entscheidung fällt, dass sie ausquartiert werden, damit das alte Gebäude abgerissen und ein neues gebaut wird.

Dieser Plan stand noch im Raum, seit vor gut acht Jahren diskutiert wurde, dass die Hochhäuser im Mainfeld abgerissen und einer niedrigeren Bebauung weichen sollen. Damals gab es heftigen Widerstand gegen die Umgestaltung des Quartiers, von den Bewohnern selbst. Sie wollten bleiben.

Die Stadt lenkte ein. Die Häuser wurden nach und nach saniert, ohne dass die Bewohner sie verlassen mussten. Die Gebäude erhielten neue Dämmung und neue Fenster und wurden mit Lüftungsanlagen ausgestattet. Flure und Treppenhäuser strichen die Bewohner selbst.

Nur im Seniorenwohnheim geschah nichts. Denn für das Mainfeld 16 war weiterhin ein Abriss vorgesehen. Aber, so wollte es der Ortsbeirat, unter der Voraussetzung, dass auf einem nahe gelegenen Grundstück ein Interims-Gebäude errichtet wird, in dem die Bewohner in der Bauzeit wohnen. Sie sollten nicht aus dem Mainfeld verdrängt werden. Dort, steht jetzt die neue Gesamtschule KGS, ihrerseits in einem Interims-Ensemble untergebracht.

Die Bewohnerschaft des Mainfeld 16 – es gibt 214 Parteien, etwa 55 davon sind Studenten – arrangiert sich indes mit den zahlreichen Unannehmlichkeiten, die ihre Wohnungen mit sich bringen. Denn sie waren ursprünglich nicht als Seniorenwohnungen geplant. Die Apartments verfügen meist nur über ein oder eineinhalb Zimmer mit integrierter Mini-Küche. Ein Bewohner berichtet, dass vielen älteren Bewohnern die Möblierung Probleme bereitet: „Die Möbel sind für Zwerge gebaut, alles ist winzig. Der Kühlschrank etwa ist so tief eingebaut, dass man sich bücken muss.“ Die Bäder seien zu klein.

Das Gebäude sei insgesamt „porös“. Immer wieder müssten Wasserleitungen repariert werden, was zur Folge habe, dass tagelang das Wasser rostbraun sei. Mindestens ein Mal wurde im Keller an undichten Leitungen gearbeitet, dabei strömte das Wasser bis in die Kellerabteile hinein.

Aber beschweren würde sich zurzeit kaum jemand im Haus. Womöglich werde sich das ändern, wenn es wieder eine Mietersprechstunde gebe. Die hatte bisher der Mieterbeirat angeboten. Den gibt es aber nicht mehr: Bei der letzten Wahl wollte niemand kandidieren. Angedacht ist, dass der Mainfeld-Mieterbeirat, der für die Bewohner der Hochhäuser zuständig ist, künftig auch die Bewohner der Seniorenwohnanlage vertritt.

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