Niederrad

Niederrad: Kein Platz für Grundschüler

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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Eltern im Stadtteil warten schon lange auf Informationen. Es werden dringend mehr Plätze für Grundschüler benötigt, die Stadt prüft Standorte. Die Friedrich-Fröbel-Schule ist marode und platzt aus allen Nähten.

Die Eltern der Friedrich-Fröbel-Schüler hoffen, dass sie Ende Januar endlich neue Informationen bekommen. Denn schon lange warten sie auf eine Entscheidung, wie es mit der Grundschule an der Else-Alken-Straße weitergeht. Wann etwa abgerissen und neu gebaut wird. Die Schule platze aus allen Nähten, sagt Elternbeirätin Sandra Lonquich. Die Kinder lernen bereits in Containern auf dem Hof, in denen es im Sommer extrem heiß werde. Das Gebäude müsste zudem an vielen Ecken saniert werden. Der Hausmeisterbungalow ist einsturzgefährdet, seit Jahren gibt es Schimmel im Verwaltungsgebäude, so Loquich. Auch in der Erweiterten Schulischen Betreuung (ESB) ist der Platz rar.

In einem Antrag für die heutige Sitzung des Ortsbeirats 5 will die Linke die Eltern im Quartier unterstützen und hat eine Vielzahl an Fragen zu den Grundschulen an die Stadt formuliert. Denn abgesehen von der Friedrich-Fröbel-Schule wird auch im Lyoner Quartier dringend eine Schule gebraucht. Und auch die Betreuungssituation macht vielen Sorgen. „Viele Eltern von Niederräder Kindern haben den Eindruck, mit Fragen zur Perspektive der schulischen Versorgung in Niederrad schon viel zu lange keine klaren und konkreten Antworten zu bekommen“, heißt es in dem Papier.

Manches kann die Stadt schon beantworten. Man habe im vergangenen November die Fünfzügigkeit der Friedrich-Fröbel-Schule beschlossen, schreibt Rüdiger Niemann vom Bildungsdezernat. Dies sei vorrangig in Hinblick auf die Nachverdichtungen in Niederrad geschehen, nachrangig auch für Kinder aus dem Lyoner Viertel.

Die Schule soll dafür zwei Container zum Schuljahr 2020/21 erhalten. Denkbar wäre hier auch eine gemeinsame Nutzung der Räumlichkeiten für die ESB. Beginnend im ersten Quartal 2020 werde das Stadtschulamt mit der Schulgemeinde Details und Wünsche für den geplanten Neubau erarbeiten.

Momentan würden im Lyoner Viertel laut Niemann zwei Geländeoptionen geprüft. Beide liegen in der Schutzzone des Flughafens, hier ist eine Sondergenehmigung des Regierungspräsidiums in Darmstadt für einen Schulbau notwendig. Gegenwärtig sei in Klärung, wie die Lärmschutzanforderungen umgesetzt werden könnten.

Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) kann den Unmut der Eltern nachvollziehen. An der Frauenhofschule werden 25 Plätze pro Jahrgang mehr geschaffen, sagte er im FR-Bilanzinterview. „Wenn die vier Schulen stehen, dann müssen wir gucken, dass man die Schulbezirksgrenzen so schiebt, dass jede Schule nicht mehr als 125 Kinder pro Jahrgang aufnimmt.“

Der Ortsbeirat 5tagt heute, 19 Uhr, im Begegnungs- und Servicezentrum Riedhof, Mörfelder Landstraße 210-212.

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