_MG_1826_301020_1
+
Sissi Hajtmanek, Christiane Martin, Diana Gelszinnis und Petra Kielmann (von links) auf dem freien Feld, das einem Gewerbegebiet weichen soll.

Nieder-Eschbach

Widerstand gegen Gewerbegebiet in Nieder-Eschbach

  • Fabian Böker
    vonFabian Böker
    schließen

Eine neue Bürgerinitiative in Nieder-Eschbach lehnt Pläne der Stadt ab, weil sie ein Naherholungsgebiet und eine Kaltluftschneise bedrohten. Und die Initiative bietet Alternativen an.

Diana Gelszinnis stellt klar: „Wir sind nicht nur ein reiner Protestverein.“ Wir, das ist die Bürgerinitiative (BI) „Nieder-Eschbach wehrt sich“. Sie wehrt sich gegen das geplante neue Gewerbegebiet an der Züricher Straße. Und obwohl die BI offiziell noch gar nicht gegründet wurde, ist sie schon sehr aktiv.

Die Mitglieder organisieren Infostände, verteilen Flyer, arbeiten an einer Homepage, die mit der Vereinsgründung online gehen wird, tauschen sich über eine Facebookseite mit 850 Nutzerinnen und Nutzern aus, haben einen Malwettbewerb für Kinder ins Leben gerufen. Außerdem – „das ist momentan das wichtigste Betätigungsfeld“ – sind sie bei allen relevanten Ausschusssitzungen der Stadtpolitik anwesend, tragen dort ihre Argumente gegen das Gewerbegebiet vor. Und davon haben sie einige.

So stelle der Plan einen Eingriff in den Grüngürtel dar, weshalb das Areal auch ursprünglich nicht im Stadtentwicklungsplan enthalten war. Die freie Fläche hinter dem Ikea-Möbelhaus sei eine Kaltluftschneise, die für ganz Frankfurt eine große Bedeutung habe.

Außerdem diene das Areal als Naherholungsgebiet, um Spazierenzugehen und Sport zu treiben, für Kinder und Hunde. Mit einem Gewerbegebiet werde der Verkehr, der durch geplante Neubaugebiete in Nieder-Eschbach sowieso schon zunehmen werde, noch problematischer.

Und im Stadtteil selbst gebe es genügend Leerstand. Das hat die künftige BI eigens bei Rundgängen durch Nieder-Eschbach recherchiert. „Wir wollen eben auch konkrete Alternativen bieten“, betont Diana Gelszinnis. „Warum nicht lieber auf eine Änderung des Gewerbesteuergesetzes drängen und dadurch bestehende Gebiete attraktiver machen?“

Neben Gelszinnis sind es aktuell rund 80 Mitstreiter und Mitstreiterinnen, die als Teil der bestehenden Interessengemeinschaft vermutlich auch Teil der neuen Bürgerinitiative werden.

So wie Petra Kielmann. Sie erinnert sich noch, als sie zum ersten Mal von den Plänen hörte: „Ich war entsetzt.“ Und schnell sei ihr klar gewesen, dass sie aktiv werden müsse. Obwohl sie vorher noch nie politisch engagiert hatte. Sie ging zur vom Ortsbeirat 15 organisierten Demo am 4. September, und dort kam sie mit vielen anderen Bürgern und Bürgerinnen aus dem Stadtteil ins Gespräch, mit Leuten wie Christiane Martin, Eileen Hoppe und Sissi Hajtmanek.

Es war der Startschuss für das, was bald in eine BI münden wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare