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Wenn das Wasser zu schnell steigt

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Von: Judith Dietermann

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Viel Wasser strömte im September 2022 mit hoher Fließgeschwindigkeit im Eschbach in der Heinirch-Becker-Straße am Schwimmbad von Nieder-Eschbach. Am Abend zuvor hatte Starkregen hier das Wasser über die Ufer treten lassen und für Überschwemmung gesorgt
Viel Wasser strömte im September 2022 mit hoher Fließgeschwindigkeit im Eschbach in der Heinirch-Becker-Straße am Schwimmbad von Nieder-Eschbach. Am Abend zuvor hatte Starkregen hier das Wasser über die Ufer treten lassen und für Überschwemmung gesorgt © Rolf Oeser

Wenn es stark regnet, steigt der Eschbach schnell über sein Ufer. Dennoch lehnt die Stadt ein Frühwarnsystem wie vom Ortsbeirat gefordert als nicht zielführend ab.

Der 14. September war mal wieder einer dieser Spätsommertage, an denen es nicht nur ein bisschen, sondern sehr stark regnete. So stark, dass der Eschbach den Wassermassen nicht mehr standhalten konnte und in Nieder-Eschbach über die Ufer trat. Binnen Minuten wurden Straßen und der Parkplatz an der Heinrich-Becker-Straße überflutet, der Pegel stieg auf 2,27 Meter. „So schlimm war es seit 20 Jahren nicht mehr“, sagte Andreas Glienke vom Nabu Nieder-Eschbach. Sogar bis in die erste Kurve in der Deuil-la-Barre-Straße drang das Wasser und kroch dort unter den Türen hindurch.

Insgesamt zwölf Keller in Nieder-Eschbach und bei den Nachbarn in Harheim standen in den frühen Abendstunden unter Wasser. Doch genauso schnell wie die Fluten kamen, verschwanden sie auch wieder. So war der nasse Spuk schon nach zwei Stunden wieder vorbei.

Gespräche mit Bad Homburg

Weil das Wasser aber ebenso schnell kommt wie es geht, hat sich erst jüngst der Ortsbeirat 15 mit einem verabschiedeten CDU-Antrag dafür eingesetzt, dass die Stadt die Zusammenarbeit mit Bad Homburg intensiviert und ein entsprechendes Frühwarnsystem eingerichtet wird. Ziel sollte sein, dass die Nieder-Eschbacher Bürgerinnen und Bürger alarmiert werden, wenn die Bad Homburger Feuerwehr ein Hochwasser auf deren Gemarkung feststellt.

Eine Idee, die nun auch der Stadtverordnete Sascha Vogel (CDU) aufgriff und im Rahmen der Stadtverordnetenversammlung nachfragte, wie die Menschen in Nieder-Eschbach künftig besser bei der Problematik unterstützt werden können.

Sowohl im Frühjahr als auch im Sommer habe es bereits Gespräche zwischen den beiden Städten gegeben, antwortete Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne). In Bad Homburg selbst stelle der Eschbach derweil keine Hochwassergefahr dar. Dort sei man allerdings durchaus bereit, Frankfurt so weit wie möglich zu unterstützen, um die Hochwassergefahr in Nieder-Eschbach zu verringern. „Grundlage für weitere Überlegungen ist, dass für Frankfurt ein Maßnahmenkonzept mit Wirtschaftlichkeitsbetrachtung erarbeitet wird“, erklärte Majer die weiteren Schritte.

Die Erarbeitung eines Leistungsverzeichnisses für eine entsprechende Beauftragung sei bereits angestoßen worden. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Homburg wird fortgeführt und intensiviert“, so der Dezernent.

Wie die übrigen Taunusbäche charakterisiere sich auch der Eschbach durch seine sehr schnell anlaufende Hochwasserwelle. Dementsprechend kurz sei allerdings auch die Vorwarnzeit. Sie liege in der Größenordnung von etwa zwei Stunden. Die Installation des auch vom Ortsbeirat geforderten Frühwarnsystems sei deshalb nicht zielführend, erklärt Stefan Majer. jdi

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