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Warten auf die Toilette

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Von: Thomas J. Schmidt

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Seit Jahren ist das WC an der Station defekt.
Seit Jahren ist das WC an der Station defekt. © Monika Müller

Ortsbeirat 15 setzt sich seit Jahren für die Anlage an der U-Bahn-Station ein. In der kommenden Sitzung am Freitag kann das Parlament Immobiliendezernentin Sylvia Weber zum städtischen Toilettenkonzept befragen.

Seit zwölf Jahren ist die Toilette an der U-Bahn-Station Nieder-Eschbachs geschlossen. Sie war ein Sorgenkind, häufig durch Vandalismus beschädigt, heruntergekommen. Im Ortsbeirat 15 (Nieder-Eschbach) möchte man an diesem Zustand etwa ändern, und zwar schon lange.

Erst im Februar hatte das Gremium vorgeschlagen, 90 000 Euro für die Sanierung der Anlage in den Haushalt einzustellen. Vielleicht jedoch macht das Parlament den zweiten Schritt vor dem ersten, wenn sie nun in der kommenden Sitzung am Freitag einen Vertreter der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) einlädt. Michael Werner, Sprecher der FES, sagte dieser Zeitung: „Ich komme gerne, aber ich kann nicht viel sagen.“ Die FES sei bereit, die Toilette zu übernehmen, also zu reinigen und zu warten. Jedoch: „Sie ist noch im Bestand des Amts für Bau und Immobilien. So lange da nichts geschieht in Sachen Sanierung, ist uns die Tür verschlossen.“

Die FES betreibt für die Stadt inzwischen 33 Toilettenanlagen, berichtete Werner, darunter auch an den Nahverkehrsknoten Hauptwache und Konstablerwache. „Wir sind auch bereit, Nieder-Eschbach zu betreiben. Aber wir sind nicht der Eigentümer der Liegenschaft.“ Deswegen sei der bessere Ansprechpartner für diese Frage das Amt für Bau und Immobilien.

Ernst Peter Müller (CDU), der Ortsvorsteher Nieder-Eschbachs, glaubt: „Wenn wir nicht dahinter her sind, geschieht gar nichts.“ Es habe schon einige Ortstermine gegeben, früher mit dem Dezernenten Jan Schneider (CDU). In der Sitzung am Freitag kommt auch die Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), in deren Zuständigkeit das Amt für Bau und Immobilien in der neuen Römer-Koalition fällt. Vielleicht können die Ortsbeiräte da gleich einen Schritt weiter kommen bei der Planung der Toilettenanlage.

Bislang ist der gordische Knoten nicht durchschlagen. In den vergangenen zwölf Jahren wurden bereits mehrere Varianten eines Umbaus geprüft und die Kosten ermittelt. Die Kostenschätzungen lagen dabei zwischen 80 000 Euro und 125 000 Euro. Der Neubau der Toilettenanlage in Nieder-Eschbach wurde auch deshalb nicht begonnen, weil die Stadt zunächst den Ergebnisbericht „Öffentliche Toiletten für das Stadtgebiet“ vorlegen wollte – was bis heute nicht geschehen ist.

Der Etatantrag vom Februar übrigens wurde im Planungsausschuss der Stadt in mehreren Sitzungen nicht auf die Tagesordnung genommen, zuletzt am 11. Oktober.

Der Ortsbeirat 15 tagt am kommenden Freitag, 4. November, um 19.30 Uhr in der Gaststätte „Darmstädter Hof“, An der Walkmühle 1. (Thomas J. Schmidt)

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