Otto-Hahn-Schule in Frankfurt

Schüler lernen, Verantwortung zu übernehmen

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Schüler der Otto-Hahn-Schule in Frankfurt lernen in einem speziellen Programm, Verantwortung zu übernehmen. Lehrer machen dafür eine Fortbildung.

Eigenschaften wie Selbst- und Verantwortungsbewusstsein oder die Fähigkeit zur Kommunikation, Reflexion und Konfliktlösung – neben dem regulären Unterrichtsstoff vermittelt die Otto-Hahn-Schule (OHS) ihren Schülern auch wichtige Lebenskompetenzen. Vor acht Jahren hat die Kooperative Gesamtschule das Lions-Quest-Programm in die Stundenpläne integriert. Dafür wurde sie nun mit dem Lions-Quest-Qualitätssiegel ausgezeichnet – als erste Frankfurter Schule.

Bis hierhin war es ein langer Prozess, wie bei Auszeichnung am Freitagmorgen deutlich wird. 2010 nahmen die ersten beiden Lehrkräfte an einer Fortbildung teil. Angelika Wohlleben war eine. Sie war damals Klassenlehrerin eines 6. Jahrgangs. „Eigentlich hatte ich für die Schulung keine Zeit, aber das Konzept hat mich überzeugt“, erzählt sie. Als sie und die anderen Teilnehmer vom Seminarleiter aufgefordert wurden, sich in alphabetischer Reihenfolge ihrer Vornamen aufzustellen, wurde ihr klar, „dass ich mich in keiner gewöhnlichen Fortbildung befinde.“

Zurück in der Schule, wendete sie die Übung gleich an – „und es funktionierte: sie stärkte die Klassengemeinschaft“, so Wohlleben. „Die Schüler lernten auf diese Weise, aufeinander zuzugehen, zusammenzuarbeiten und Verantwortung zu übernehmen.“ Ist erst einmal Vertrauen aufgebaut, könnten die Schüler ihre Stärken in Gruppenübungen erarbeiten und daraus Selbstbewusstsein ziehen. Das bereite sie nicht nur auf schulische, sondern auch auf berufliche Herausforderungen vor.

Am Ende eines Schuljahres erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat und einen Vermerk im Zeugnis. Auch wenn die Übungsstunden im Schulprogramm integriert sind, ist das Mitmachen freiwillig.

In den vergangenen Jahren sei die Begeisterung für das Angebot jedoch stetig gestiegen. Zurzeit nehmen die 5. und 6. Jahrgangsstufe des Gymnasiums und der Förderstufe geschlossen daran teil – 14 Klassen. Die höheren Jahrgänge werden in speziellen Projektphasen geschult, die der jeweilige Klassenlehrer taktet. Knapp 60 der 100 Lehrer an der OHS sind dafür ausgebildet.

„Als ich 2012 her kam, erkannte ich gleich, dass es sich hierbei nicht bloß um eine Fortbildungsreihe, sondern um eine pädagogische Ausrichtung der Schule handelt“, erzählt Lehrerin Sarah Stephani. Die OHS war die erste Schule, die ein Lions-Quest-Seminar eigens für ihre Lehrer angeboten bekam.

Das Qualitätssiegel, das das Engagement der Lehrer würdigt, ist drei Jahre gültig, dann wird die Entwicklung der Schule erneut geprüft. „Wir sind sehr stolz auf die Ehrung und möchten darauf aufbauen“, erklärt Birgit Haake, Schulleiterin der OHS. Im Oktober findet das nächste Seminar statt, in dem 15 Lehrer der OHS und 13 Lehrkräfte aus anderen Frankfurter Schulen ausgebildet werden sollen.

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