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Ortsvorsteher Ernst Peter Müller (CDU) vor der aktuellen Feuerwache, die umziehen soll.  

Nieder-Eschbach

Nieder-Eschbach: „Ein Investor stünde schon bereit“

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Ortsvorsteher Ernst Peter Müller (CDU) spricht im Interview über Neubaugebiete, die Feuerwache und das anstehende Jubiläum zu 1250 Jahren Nieder-Eschbach.

Ernst Peter Müller (62) ist seit 2001 Mitglied im Ortsbeirat 15. 2016 wurde zum Ortsvorsteher gewählt und hat daraufhin sein Amt als stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender abgegeben. Der Bewährungshelfer, der von 1997 bis 2006 Kinderbeauftragter im Stadtteil war, ist verheiratet, hat vier Kinder. 

Herr Müller, 2019 haben Sie sich sehr über die Zusage der Stadt gefreut, dass Nieder-Eschbach einen Kunstrasenplatz bekommen soll. Ist die Umsetzung mittlerweile erfolgt?
Ja, die Arbeiten laufen. Im Lauf des kommenden Jahres wird er fertig, worüber wir uns im Stadtteil alle freuen.

Neben dem Platz auf dem Gelände der TuS Nieder-Eschbach machen Sie sich im Ortsbeirat auch schon lange stark für einen kleinen Platz am Jugendhaus Am Bügel. Gibt es in dieser Causa etwas Neues zu vermelden?
Ja, tatsächlich. Über das Programm „Soziale Stadt“ wurde uns zugesagt, dass am Jugendhaus im kommenden Jahr ein Kunststofffeld entstehen soll. Dort kann nicht nur Fußball gespielt werden, auch Basketball wäre beispielsweise möglich. Zudem soll es eine Kletterwand geben sowie Trampoline und Hindernisse für Parcours. Die Planung ist in der Endphase, rund 500 000 Euro soll das kosten.

2020 wird es vermutlich auch weiterhin Diskussionen zum Thema Keime im Eschbach geben. Was erhoffen Sie sich?
Wir hoffen, dass wir mehr Unterstützung bekommen, von allen Seiten. Es könnte zum Beispiel einen Modellversuch geben, bei dem in Ober-Eschbach eine weitere Reinigungsstufe installiert wird. Das kostet natürlich Geld und würde nur mit Hilfe der Nachbarn aus Bad Homburg gehen. Deren Oberbürgermeister hat leider ein Treffen mit uns, seinem Amtskollegen Peter Feldmann und dem Landrat des Hochtaunuskreises im Oktober ausfallen lassen. Glücklicherweise ist derzeit keine Badesaison im Eschbach. Aber die wird kommen, und mir ist es eine Herzensangelegenheit, dass auch unsere Enkel das Gewässer bedenkenlos nutzen können.

Ein großes Thema in Nieder-Eschbach sind Baugebiete, sowohl im Stadtteil selbst als auch nebenan, die dann auch Ihre Bürger betreffen. Was ist da 2020 zu erwarten?
Ja, das stimmt, wir sind von mehreren Baugebieten betroffen. Zum Beispiel auch von denen in Nieder-Erlenbach und Ober-Erlenbach oder denen in unserem Stadtteil, Eschbach-Süd und Am Hollerbusch. Allen voran aber ist es Bonames-Ost, denn dorthin soll die Feuerwache ziehen. Die befindet sich derzeit noch mitten in unserem Ortskern, in der Deuil-La-Barre-Straße. So lange es bei Bonames-Ost nicht weiter geht, verzögert sich auch die Neugestaltung unserer Ortsmitte. Denn natürlich wollen wir die frei werdende Fläche der Feuerwache dann anders nutzen.

Schwebt Ihnen da etwas vor?
Ja, wir hätten gerne eine Einrichtung für seniorengerechtes Wohnen. Ein Investor stünde sogar schon bereit, allerdings sind noch viele Gespräche mit der Stadt nötig. Die werden wir aber im kommenden Jahr weiterführen.

Der Ortsbeirat 15 ist zuständig für Nieder-Eschbach. Das Gremium hat 19 Mitglieder, die meisten stellt die CDU (sieben), gefolgt von SPD und Grünen (jeweils vier). Zwei Sitze entfallen auf die BFF, je einer steht der FDP und den Freien Wählern zu. 


Die nächste Sitzung findet am Freitag, 17. Januar 2020, um 19.30 Uhr in St. Lioba, Ben-Gurion-Ring 16a, statt. bö

Solche Neubaugebiete benötigen eine entsprechende Infrastruktur. Wird diese vorhanden sein?
Nicht wirklich. Die U-Bahn ist schon jetzt jeden Morgen voll, das wird bei bis zu 2500 Neubürgern alleine in unserem Stadtteil nicht besser. Das ist zwar noch kein Problem für das Jahr 2020, aber wir müssen hier frühzeitig die Weichen stellen. Auch beim Thema Entlastung für den Straßenverkehr. Man könnte etwa den Niedereschbacher Stadtweg Richtung Harheim ausbauen und über die Galgenstraße auf die neue Ortsrandstraße führen. Wir werden schon zur nächsten Sitzung Vertreter der Stadtplanung einladen.

Zum Thema Verkehr gehört auch der Fahrradverkehr. Im kommenden Jahr soll der Radweg nach Nieder-Erlenbach gebaut werden. Sind sie optimistisch?
Ja, absolut. Zwar scheint es noch nicht mit allen Grundstückseignern entlang der Strecke Einigkeit zu geben, aber ich vertraue da den verantwortlichen Stellen.

In Ihrem Stadtteil fehlen – wie auch anderswo – Betreuungsplätze. Können Sie eine Zahl nennen? Und gibt es Hoffnung auf Verbesserung?
Ich denke, dass so 30 bis 40 Plätze fehlen. Wir haben Bildungsdezernentin Sylvia Weber schon zwei Mal in den Ortsbeirat eingeladen, leider kam sie nie. Von der Stadt heißt es meist nur, dass die Betreuungsquote in Nieder-Eschbach erfüllt sei. Das mag von den Zahlen her stimmen, ändert für die betroffenen Eltern aber nichts.

Haben Sie eine konkrete Idee, was man ändern könnte?
Ja. Zurzeit kommen die Kinder der evangelischen Kita in Containern unter, weil ihre Einrichtung umgebaut wird. Das ist aber so gut wie abgeschlossen, der Rückzug steht kurz bevor. In den Containern könnten dann Plätze zur Hortbetreuung geschaffen werden.

Noch sind es zwei Jahre hin, aber 2022 wird Nieder-Eschbach 1250 Jahre alt. Laufen die Planungen schon?
Ja, klar. Wir haben einen Verein dafür gegründet, der sich alle drei bis vier Wochen trifft. Es wird eine Chronik geben, an der der Heimat- und Geschichtsverein schon arbeitet. Wir begeben uns auch schon auf die Suche nach Sponsoren, denn die Feier wird viel Geld kosten. Wir könnten uns vorstellen, dass eine U-Bahn der VGF für unser Jubiläum wirbt, vielleicht sogar schon im kommenden Jahr.

Interview: Fabian Böker

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