1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Nieder-Eschbach

Hochhaus in Nieder-Eschbach drei Wochen ohne Aufzug

Erstellt:

Von: Fabian Böker

Kommentare

In diesem Hochhaus im Konrad-Duden-Weg 1 funktioniert seit Wochen der Aufzug nicht - nächste Woche soll sich das ändern.
In diesem Hochhaus im Konrad-Duden-Weg 1 funktioniert seit Wochen der Aufzug nicht - nächste Woche soll sich das ändern. © ROLF OESER

Die Reparatur im Konrad-Duden-Weg verzögert sich, weil Ersatzteile fehlen. Kommende Woche soll sie stattfinden.

Familie A. wohnt in einem der oberen Stockwerke des 13-stöckigen Hochhauses im Konrad-Duden-Weg 1. Die Wege nach unten und wieder zurück sind also generell weit für die Familie, die nicht namentlich in der Zeitung erwähnt werden möchte. Einer der Söhne der Familie sitzt im Rollstuhl. Ohne Aufzug ist es ihm unmöglich, das Haus zu verlassen. Doch dieser Aufzug ist seit nunmehr drei Wochen kaputt. Nun scheint zwar eine Lösung in Sicht, doch über die Kommunikation mit dem Eigentümer, die Deutsche Wohnen, sind nicht alle Bewohner:innen des Hochhauses glücklich.

Am 27. Juli hat das Unternehmen die Nachricht über den defekten Aufzug erhalten und nach Angaben eines Sprechers direkt die Reparatur in Auftrag gegeben. Dabei sei es zu Verzögerungen gekommen, weil „bestimmte Ersatzteile, aus bekannten Gründen, nicht so schnell geliefert werden können“, teilt der Deutsche-Wohnen-Sprecher mit. In der kommenden Woche aber sollen die Arbeiten erfolgen, kündigt er an.

Das hofft auch Familie A. In den vergangenen Wochen war ihr Alltag noch stärker einschränkt, als er das durch die Behinderung des Sohnes ohnehin schon ist. „Termine beim Arzt haben wir gar nicht erst vereinbart“, sagt ein weiterer Sohn der Familie, der selbst nicht mehr in dem Haus wohnt. Auch andere Probleme gab es. Der Sohn wird künstlich ernährt, die entsprechende Nahrung wird geliefert. Aber eben nur an die Eingangstür im Erdgeschoss. Schon zwei Mal musste die Familie die Annahme einer Lieferung ablehnen. „Zum Glück reicht der Vorrat für ein paar Wochen“, so der Bruder. Einkäufe waren schwer zu organisieren. Das betraf auch andere Mieter und Mieterinnen, wie diese auf Nachfrage schildern.

Dieser Einschränkungen sei sich die Deutsche Wohnen bewusst, erklärt der Sprecher. Daher „haben wir einen Trageservice beauftragt, den die Bewohner:innen nutzen können“. Unter Trageservice sei ein Angebot zu verstehen, das den Bewohner:innen mehrmals die Woche – zu festen Zeiten – zur Verfügung stehe, so die Deutsche Wohnen.

Kontakt

Die Deutsche Wohnen ist unter 0 30 / 89 78 60 zu erreichen.

„Zwei Mitarbeiter sind montags, mittwochs und freitags vor Ort und tragen Einkäufe und andere Dinge in die Wohnungen.“ Über diesen Service seien die Parteien im Haus per Aushang informiert worden. Das Fazit der Deutsche Wohnen fällt daher positiv aus: „Wir konnten bereits gute Erfahrungen sammeln und bekamen von Mieter:innen sehr positives Feedback.“

Dabei gibt es durchaus auch andere Wahrnehmungen im Haus, nicht nur die von Familie A. Die führt die Kritik aber etwas deutlicher aus. Seine Eltern wüssten nichts von dem Aushang, sagt der in Mannheim lebende Sohn, der täglich Kontakt zu ihnen hält. „Meine Familie kann die Wohnung ja praktisch nicht verlassen seit drei Wochen, wie sollen sie da einen Aushang im Erdgeschoss lesen?“ Auch andere Bewohner:innen erzählen, dass sie von dem Trageservice nichts wussten. Andere wiederum hatten davon erfahren und den Service genutzt.

Doch Familie A. beschwert sich nicht nur bei dieser Zeitung über die Deutsche Wohnen, sie hat sich immer wieder auch proaktiv bemüht, Informationen direkt zu erhalten. Denn der Aufzug fällt immer wieder aus, wenn auch bisher nie so lange am Stück. Diesmal habe man die Deutsche Wohnen sowohl schriftlich als auch telefonisch kontaktiert, am 4. August habe man dann auch jemanden erreicht. Man sei allerdings nur an eine weitere Nummer verwiesen worden, unter der es dann hieß, die Beschwerde werde geprüft. „Passiert ist seitdem nichts.“

Bei der Beschwerde ging es zum einen um den defekten Aufzug. Zum anderen aber auch um einen fehlenden Hausmeister. „Wir wissen nicht, ob es einen solchen gibt“, sagt der eine Sohn von Familie A., „und wenn doch, bekommen wir ihn nie zu Gesicht.“ Auch wie man ihn kontaktieren könne, habe die Familie nicht herausfinden können.

Laut dem Sprecher von Deutsche Wohnen gibt es aber den Hausmeister. Dieser sei „wöchentlich im Haus, was natürlich nicht bedeutet, dass die Bewohner:innen ihn jedes Mal sehen. Oft sind die Hausmeister sehr früh unterwegs, weil sie mehrere Objekte betreuen.“ Sollten die Bewohner und Bewohnerinnen Fragen haben, die klassiche Hausmeister-Themen betreffen, gebe es einen ganz regulären Weg: „über unser Kundencenter, dort stehen meine Kolleg:innen immer für Fragen zur Verfügung.“

Auch interessant

Kommentare