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Uwe Bernecker, Geschäftsführer von Funky Staff, in seinem Büro in Nieder-Eschbach. 

Funky Staff

Frankfurter Modemarke unterstützt ihre Händler in der Krise

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Die Damenmodemarke Funky Staff mit Sitz in Nieder-Eschbach hilft den Groß- und Einzelhändlern beim Verkauf ihrer Ware online.

Für die Firma Funky Staff waren die vergangenen Wochen nicht einfach. „Wir waren selbst in Kurzarbeit“, erzählt Geschäftsführer Uwe Bernecker. Seit Montag ist er zurück in seinem Büro in Nieder-Eschbach, wo er mit seinem zehnköpfigen Team arbeitet. Bernecker ist erleichtert, dass die Damenmode, die sie designen und herstellen, nun wieder in Boutiquen und Modehäusern verkauft werden kann. „Das gibt Planbarkeit, und man kommt dem Licht am Ende des Tunnels näher.“

Von der Krise seien sie gleich doppelt betroffen, berichtet Bernecker. Denn die Betriebe in Italien, wo sie ihre Ware fertigen lassen, ruhen. Seine Kunden sind Einzel- und Großhändler, vor allem in Deutschland, aber auch in Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. „Wir haben früh reagiert“, sagt Bernecker, der die Marke vor drei Jahren gemeinsam mit seiner Ehefrau gründete. Sie überlegten, wie sie den Händlern, die um ihre Existenz kämpften, helfen könnten. Vor allem denen, die Social Media etwa vorher noch nicht als Vertriebskanäle entdeckt hatten.

Funky Staff nutzen die Reichweite von Social Media schon von Anfang an. Bekannt sind sie auch durch Partnerschaften mit Stars wie Moderatorin Frauke Ludowig, Ex-Boxerin Regina Halmich und Schauspielerin Simone Thomalla geworden.

„Viele Händler erstellten nun in großer Eile mehr oder weniger schöne Webshops und versuchen damit wenigstens ein paar Teile zu verkaufen“, sagt der Frankfurter Unternehmer. Dabei schätzten sie Aufwand und Ergebnis falsch ein, denn als lokaler Händler erreichten sie damit zunächst nur ihre Stammkunden.

Schon vor Corona habe Funky Staff eine Funktion auf ihrer Website eingebaut, die es Konsumentinnen ermöglicht, direkte Bestellungen an ihre Händler in ihrer Nähe zu tätigen. Genauso über Facebook und Instagram.

Neu ist das Angebot, dass ihre rund 300 Händler auf der Seite einen eignen Shop einrichten können. Die Kundinnen können dort anfragen, abholen oder sich liefern lassen. Der Service werde nun immer mehr genutzt, sagt Bernecker. Er habe viel positives Feedback erhalten, von den Händlern, aber auch von den Endkundinnen, die die Geschäfte unterstützen wollen.

Bernecker verkauft seine Kollektionen bewusst nicht über einen eigenen Internetshop. „Wir glauben an die Zukunft des lokalen Händlers vor Ort.“ Die Innenstädte lebten von solchen kleinen und mittleren Geschäften. Die Mode werde schön dekoriert und präsentiert – die Kundinnen persönlich beraten.

Um den Druck von den Händlern zu nehmen, habe man zudem die bestellte Lieferung der Mai-Kollektion storniert. Natürlich sei das nicht nur reiner Samariterdienst, gibt Bernecker zu. „Wir wollen mit den Händlern ja auch gute Geschäfte machen.“

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