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Ortsvorsteher Ernst Peter Müller vor dem Alten Rathaus in Nieder-Eschbach.
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Ortsvorsteher Ernst Peter Müller vor dem Alten Rathaus in Nieder-Eschbach.

Das Jahr im Ortsbeirat 15

„Die BI wehrt sich nach wie vor“

  • Fabian Böker
    VonFabian Böker
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Ortsvorsteher Ernst Peter Müller (CDU) spricht unter anderem über die Proteste gegen das Gewerbegebiet an der Züricher Straße und den seit Jahren geplanten Radweg nach Nieder-Erlenbach.

Das Stadtparlament hat kürzlich mit großer Mehrheit eine Anregung des Ortsbeirats 15 abgelehnt, sämtliche Planungen für ein neues Gewerbegebiet im Stadtteil einzustellen. Was sagen Sie dazu?

Ich bedauere es sehr, dass das Stadtparlament dem Antrag des Ortsbeirates 15, die Planungen zur Erweiterung des Gewerbegebietes gegenüber Hornbach und Ikea einzustellen, nicht gefolgt ist.

Wie ist denn der aktuelle Stand in Sachen Gewerbegebiet?

Die neue Wirtschaftsdezernentin wurde von mir bereits eingeladen, sich den Fragen der Kolleginnen und Kollegen im Ortsbeirat 15 zu stellen. Wegen der Corona-Pandemie und dem sicherlich sehr großen Interesse der Nieder-Eschbacher Bürgerschaft mussten wir dieses Gespräch ins neue Jahr verschieben. Für uns kommt eine Erweiterung in diesem Gebiet, das für das lokale Klima und als Erholungsraum unersetzlich ist, überhaupt nicht infrage.

Wie aktiv war der Protest im vergangenen Jahr?

Der gesamte Ortsbeirat hat sich vor der Kommunalwahl dagegen positioniert. Die Bürgerinitiative Nieder-Eschbach wehrt sich nach wie vor rege und besucht regelmäßig die betreffenden Ausschusssitzungen der Stadt.

Rund 50 Millionen Euro werden in den kommenden Jahren in die Sanierung der Otto-Hahn-Schule am Urseler Weg investiert. Richtig investiertes Geld?

Wir begrüßen diese Maßnahmen sehr, weil sie unbedingt notwendig sind. Gefreut hätte es uns aber auch, wenn es 2022 auch zum Abriss und Neubau der völlig maroden Schulturnhalle I gekommen wäre. Diese Maßnahme ist dringendst geboten und bereits seit vielen Jahren überfällig.

Der TuS Nieder-Eschbach hat nach Starkregen immer Probleme mit seinen Tennisplätzen. Eine Sanierung ist teuer. Sehen Sie da eine realistische Chance?

Es hat bezüglich der Sanierung der Tennisanlage von meiner Seite bereits Kontakt mit dem TuS Nieder-Eschbach und dessen Tennisabteilung gegeben. Auch mit dem Sportamt stehe ich im Gesprächskontakt. Man sieht dort ebenfalls die Notwendigkeiten einer gründlichen Erneuerung.

Spielt in diesem Zusammenhang auch die benachbarte Skateranlage eine Rolle?

Ja, das Ganze trifft nun auch noch zusammen mit der Errichtung einer Skateranlage und des Fitness-Parkours auf der ehemaligen Rollschuhbahn in der unmittelbaren Nachbarschaft. Nach den neuesten Überlegungen wird nun erwogen, die Tennisanlage um zwei Felder zu verkleinern, damit der neue Bereich mit dem Skater- und Fitnessbereich nochmals etwas vergrößert werden kann. Entsprechende Prüfungen laufen bereits an. Geplant ist der Baubeginn auf der ehemaligen Rollschuhbahn im Frühjahr. Wir hoffen, dass mit der Sanierung des Freibades und der Errichtung des Kunstrasenplatzes im abgelaufenen Jahr unsere Bezirkssportanlage nochmals einen großen Schritt in die richtige Richtung nehmen kann.

Sie sprechen die Sanierung des Freibads an. Die wurde 2021 abgeschlossen. Sind Sie damit zufrieden?

Ich habe nichts Negatives dazu gehört, von daher bin ich sehr zufrieden mit der Umsetzung.

Zur Person

Der Bewährungshelfer Ernst Peter Müller (CDU) ist seit 2001 im Ortsbeirat 15, seit 2016 als Ortsvorsteher.

Nach der Wahl im März wurde er im Amt bestätigt. Die Sitzverteilung sieht seitdem so aus: sieben Plätze für die CDU, fünf für die Grünen, vier für die SPD, zwei für die BFF, einer für die FDP.

Zuständig ist der Ortsbeirat für den nördlichen Stadtteil Nieder-Eschbach, wo 11 462 Menschen leben (Stand 31.12.2020).

Die nächste Sitzung findet am Freitag, 14. Januar, um 19.30 Uhr im Saalbau Zentrum am Bügel, Ben-Gurion-Ring 110 a, statt.

Die FR blickt mit allen 16 Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern in Frankfurt zurück auf das Jahr 2021. Die Serie erscheint in loser Folge. bö

Wie in anderen Stadtteilen auch gab es in Nieder-Eschbach Protest gegen die Schließung von Bankfilialen. Welche genau sollen wegfallen? Wie wäre dann die Versorgung für die Bürger und Bürgerinnen?

Es geht um die Filiale der Sparkasse in der Deuil-La-Barre-Straße 63. Die soll 2024 wegfallen. Darüber kann ich nur mein tiefstes Bedauern ausdrücken. In einer alternden Gesellschaft gibt es auch immer noch Kundinnen und Kunden, die kein Online-Banking machen möchten.

Sehen Sie eine Lösung?

Ein gangbarer Weg wären meines Erachtens Kooperationen im Rahmen eines Finanzpunktes, zum Beispiel mit der Frankfurter Volksbank. Deren Filiale in der Deuil-La-Barre-Straße 22 soll bleiben, da könnte ein Automat der Sparkasse aufgestellt werden. Im Hochtaunus gibt es derartige Konstellationen bereits.

Von der Einführung des Rufbusses „Knut“ soll auch Nieder-Eschbach profitieren, trotz einiger Startschwierigkeiten. Was erhoffen Sie sich davon? Wie sind die ersten Reaktionen?

Zum Thema Knut kann ich gegenwärtig nur die Beobachtung wiedergeben, dass man die Fahrzeuge recht rege im Frankfurter Norden sehen kann. Für eine abschließende Meinung ist mir der Zeitraum noch etwas zu kurz.

Die Fläche neben dem Jugendhaus am Bügel wird saniert. Lange Jahre lag sie brach. Ein wichtiger Schritt für die Jugend im Stadtteil?

Die Baumaßnahmen am Jugendhaus freuen mich sehr. Zumal die ersten Anregungen dazu von unserem früheren Mitglied im Ortsbeirat Werner Ullrich ausgegangen sind. Dieser war Vorsitzender im lokalen Präventionsrat Nieder-Eschbach/Am Bügel und hatte auch engen Kontakt zum Jugendhaus gepflegt. Schade ist, dass Herr Ullrich, da vor einem Jahr verstorben, nun die Umsetzung selber nicht mehr erleben kann.

Überall in Frankfurt entstehen neue Radwege, auch der zwischen Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach soll ab Frühjahr gebaut werden. Wann rechnen Sie mit der Fertigstellung?

Dieses Thema ist leider eine unendlich lange und traurige Geschichte. Wir warten nun seit mehr als 30 Jahren auf die Realisierung. Ich kann nur hoffen, dass ich die Fertigstellung noch einmal erleben darf.

Im kommenden Jahr stehen die Feierlichkeiten zu 1250 Jahren Nieder-Eschbach an. Was kann man da erwarten, was ist geplant?

Es geht um die 1250-jährige Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung Aschebachs im Lorscher Codex. Zugleich bedeutet dieses Jahr auch das 55-jährige Bestehen der Partnerschaft mit der Stadt Deuil-la-Barre in Frankreich sowie die seit 50 Jahren bestehende Zugehörigkeit der ehemals selbstständigen Gemeinde Nieder-Eschbach zur Stadt Frankfurt am Main. Eine umfassende Chronik ist in der Erarbeitung durch den Heimat- und Geschichtsverein. Zudem laufen die Planungen des Festwochenendes im Juli 2022 und weiterer Veranstaltungen im Jahreslauf durch den Verein „1250 Jahre Nieder-Eschbach 2022“, gemeinsam mit unseren örtlichen Vereinen. Wir hoffen auch auf eine Unterstützung der Stadt, damit es für alle Mitbürger und Mitbürgerinnen ein unvergessliches Ereignis werden kann.

Was erwarten Sie sonst noch vom Jahr 2022?

Schön wäre es zum Beispiel, wenn die Stadt unseren Bieberpark und den ebenfalls sanierungsbedürftigen Bereich am Waldsprudel im Pfingstwäldchen 2022 in Angriff nehmen würde.

Interview: Fabian Böker

Auf diesen freien Flächen in Nieder-Eschbach soll ein neues Gewerbegebiet entstehen. Das lehnen viele Menschen im Stadtteil ab.
Der neue Rufbus „Knut“ bindet auch Nieder-Eschbach besser an den ÖPNV an. Für ein Fazit ist es Müller noch zu früh.
Mit der 2021 abgeschlossenen Sanierung des Freibads ist der Ortsvorsteher sehr zufrieden.

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