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In vier Wochen soll die neue Anlage auf der Sportstätte „Insel“, Am Riedsteg, so aussehen.

Nieder-Erlenbach

Parkour-Anlage in Nieder-Erlenbach soll im Frühjahr öffnen

  • Judith Gratza
    vonJudith Gratza
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Bei der TSG Nieder-Erlenbach entsteht die erste öffentliche Parkour-Anlage in ganz Frankfurt. Im Frühjahr soll sie fertig sein.

Ortsvorsteher Yannick Schwander steht zu seinem Wort. „Wenn die neue Parkour-Anlage der TSG Nieder-Erlenbach eröffnet wird, werde ich einen Durchlauf machen“, verspricht er. Ob ihm das gesundheitlich bekommt, wisse er noch nicht. Denn geübt ist der Nieder-Erlenbacher CDU-Politiker nicht in der Sportart Parkour, in der es darum geht, Hindernisse unterschiedlicher Höhe, Breite und Form möglichst schnell und ohne Hilfsmittel zu überwinden. Dazu gehören Mut, Ausdauer und ein sportliches Geschick.

Wie es darum bei Schwander bestellt ist, wird der Ortsvorsteher spätestens im Frühjahr erfahren. Dann soll die neue Anlage, die seit vergangener Woche auf der Sportstätte „Insel“, Am Riedsteg, entsteht, offiziell eröffnet werden, kündigt Schwander an. Er hat sich die Pläne der TSG am Dienstagabend in der Ortsbeiratssitzung erklären lassen.

Auf einer Fläche von 170 Quadratmetern sollen Jung und Alt unterschiedlich hohe Pfähle und Betonelemente erklimmen, sich an Metallstangen entlanghangeln, Saltos üben und aus unterschiedlicher Höhe hinunterspringen können. Aufgefangen werden sie von einem roten, stoßdämpfender Gummi-Granulatboden, der Stürze aus einer Höhe von 2,50 Metern abfedert. Das Material trocknet schnell nach Regen und ist gegen Vandalismus resistent.

Die Anordnung der Hindernisse ist mit erfahrenen Parkour-Trainern durchdacht. Beleuchtet wird der Platz durch LED-Lampen, beschallt von einer Musik-Anlage, in einem Ruhebereich können die Sportler verschnaufen. Durch einen integrierten „Fitness-Hotspot“ mit Hangelleiter und Barrenstangen können auch Menschen dort trainieren, die kein Parkour machen wollen.

Prinzipiell soll die Anlage, die sich zwischen dem Boulderblock und der alten Grillhütte der TSG befindet, für alle zugänglich sein – nicht nur für Mitglieder des Sportvereins, betont Schwander. Der Verein will Schilder aufstellen, die über den Ablauf des Trainings, Sicherheit, Ansprechpartner und Telefonnummern informieren. Wer möchte, kann sich der Parkour-Gruppe anschließen, die es seit 2014 bei der TSG gibt. Diese trifft sich samstags von 11 bis 13 Uhr in der Turnhalle des Saalbaus Nieder-Erlenbach, Im Sauern. Trainer Carlos Meyer (28) übt dort mit etwa 30 bis 50 Aktiven ab zehn Jahren Bewegungsabläufe, um unterschiedliche Hindernisse überwinden zu können.

Aus der Trainingsgruppe heraus entstand auch die Idee zu einer vereinseigenen Parkour-Anlage. Die Jugendlichen Julius Kiesau, Finn Deutsch, Anna Riegeler und Julian Weber, alles Schüler der Otto-Hahn- und der Anna-Schmidt-Schule, baten 2018 ihren Verein, sich für so eine Anlage stark zu machen. Der Ortsbeirat war begeistert, die Stadt ebenso. Die vier Jugendlichen entwickelten ein zwölfseitiges Konzept, das Ende 2019 mit Verein, Stadt und dem Ingenieur- und Planungsbüro mbH Phase 10 aus Freiberg realisiert wurde. Für ihr Engagement erhielten die 15- bis 17-Jährigen im September den Bürgerpreis für Ehrenamtliche der Stadt Frankfurt und der Frankfurter Sparkasse.

„Mit der Anlage erhoffen wir uns einen Schub für unsere Parkour-Gruppe“, sagt Vereinsvorsitzender Christof Kratzer. Angesprochen werden sollen nicht nur Jugendliche aus Nieder-Erlenbach, sondern generell Parkour-Fans. Mit der ortsansässigen Anna-Schmidt-Schule gibt es bereits eine AG, eine weitere mit der Otto-Hahn-Schule in Nieder-Eschbach ist geplant.

Der Bau der Parkour-Anlage kostet laut Stadt 180 000 Euro, finanziert wird sie aus Mitteln des Sportdezernats. Im Zuge des Baus wird die alte Grillhütte, die TSG-Fußballer vor mehr als 30 Jahren errichtet hatten, auf Kosten des Vereins abgerissen und wenig versetzt neu gebaut. Am alten Standort ist sie nicht mehr erlaubt, weil unter ihr eine Gashochdruckleitung verläuft.

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