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„Nieder-Erlenbach blüht auf“ heißt die Ausstellung von Rosie Schnabel. Foto: Christoph Boeckheler
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„Nieder-Erlenbach blüht auf“ heißt die Ausstellung von Rosie Schnabel.

Nieder-Erlenbach

Nieder-Erlenbach: Ölgemälde im Fahrradladen

  • Clemens Dörrenberg
    vonClemens Dörrenberg
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Bilder von Blumen zeigt die ungewöhnliche Ausstellung von Hobby-Künstlerin Rosie Schnabel. Ihre Werke sind in Fenstern von Wohnhäusern und Geschäften des Stadtteils zu sehen.

Der Blick in manch Nieder-Erlenbacher Fenster oder Schaufenster lohnt sich in diesen Tagen besonders. Ranunkeln, Anemonen, Krokusse, Korn- und Mohnblumen strahlen in kräftigen Farben durch die Scheiben. Ausgesprochen pflegeleicht sind die farbenfrohen Frühlingsboten und gegossen werden müssen sie auch nicht. Denn sie sind gemalt, von der Hobby-Künstlerin Rosie Schnabel.

Bei einem Spaziergang durch den Ort, angefangen an den Reihenhäusern in der Lochmühlstraße, wo sie seit rund 40 Jahren lebt, bis in die Ortsmitte, zeigt Schnabel ihre hinter Glas versteckten Exponate. „Wenn wir nicht zur Kunst können, muss die Kunst zu uns kommen“, sagt die pensionierte Werbefachfrau.

So sei ihr pragmatischer Gedanke gewesen, als der 70-Jährigen die Idee mit den Fenstern einfiel und sie die Ausstellung mit dem Titel „Nieder-Erlenbach blüht auf“ ins Leben rief. Und, so sagt die gebürtige Berlinerin: „Weil mich diese furchtbare Unkreativität unserer Politiker dermaßen echauffiert.“ Mal um die Ecke zu denken, würde sich Schnabel auch von der Politik wünschen. Statt zu „lamentieren“ wollte sie „mit gutem Beispiel vorangehen“ und fand ihre improvisierten Galerist:innen mit Unterstützung des Vereins „Nieder-Erlenbacher Bürger“ und durch eigene Kontakte.

Die Ausstellung

Bis 15. April zeigt Künstlerin Rosie Schnabel ihre Blumen-Gemälde in den Fenstern und Schaufenster in Nieder-Erlenbach. In einem Schaukasten am ehemaligen Rathaus, Alt-Erlenbach 42, sind die mehr als zwei Dutzend Orte aufgelistet, wo Schnabels Kunstwerke ausgestellt sind, darunter die Apotheke, Bäckerei, Kitas und Krabbelstube, die Gärtnerei Kunna und der Obsthof am Steinberg. cd

Beim Fahrradladen freut man sich über derartiges Engagement. Besitzer Johannes Wicht, der gerade an einem Rad schraubt, sagt mit ölverschmierten Fingern und Schraubenschlüssel in der Hand: „Ich finde das Projekt ganz toll, es hellt die aktuelle Stimmung auf und bringt Freude, Farbe und Leben.“ In seiner Auslage hängt an einem Klapprad ein Ölgemälde, auf dem gelbe und orangefarbene Tulpen blühen.

Schräg gegenüber äußert sich Giulia Zanei, die vor ihrem Fußpflege-Salon steht, ähnlich. Sie sagt: „Wenigstens gibt es jetzt mal was Freundliches, ein bisschen Leben und Farben zu sehen.“ In ihrem Schaufenster dominieren Blüten in blauer und weißer Farbe, passend zur Inneneinrichtung. Mouna Teré, die kurz mit dem Auto gehalten hat, um ihren Sohn Soufiane von der Schule abzuholen, sagt: „Man schaut ja gerne mal in Fenster.“ Dann ergänzt sie: „Umso besser, wenn dann schöne Bilder zu sehen sind.“ Auch der zwölfjährige Filius ist angetan: „Ich mag es bunt.“

Mal etwas versteckter hinter geöffneten Klappläden einer Holzschindelfassade, mal prominenter in den Fenstern des Schlosses oder im Schaukasten der evangelischen Kirche finden sich Schnabels Blumengemälde. Schon im Alter von fünf Jahren habe sie Blumenmotive gemalt, berichtet die Künstlerin. Seitdem hat sie dieses Motiv beibehalten, auch um so ihre Naturverbundenheit auszudrücken.

Die „Nass-in-Nass“-Technik habe es ihr besonders angetan. Dabei kleckst Schnabel, die zu Hause in ihrer Galerie „Grüner Eimer“ Malkurse anbietet, Aquarellfarbe auf feuchtes Papier und lässt die Kleckse „explodieren“. Über den Kommentar eines Passanten, der vermutet, Schnabels Blumen seien „von Kindern gemalt“, muss sie lachen. „Das freut mich, weil Kinder die absolute Sicht auf die Kunst haben.“ An der Fensterfront des Kindergartens „Wiesenwichtel“ harmonieren ihre Werke übrigens gut mit der selbst gebastelten Dekoration, in Form von neonfarben gestreiften Ostereiern.

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