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Viele Menschen in Nieder-Erlenbach sind emtional mit der alten Trauerhalle verbunden.
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Viele Menschen in Nieder-Erlenbach sind emtional mit der alten Trauerhalle verbunden.

Nieder-Erlenbach

Nieder-Erlenbach kämpft um Alte Trauerhalle

  • VonFriedrich Reinhardt
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Die Trauerhalle auf dem Alten Friedhof Nieder-Erlenbach ist marode, das Dach müsste komplett erneuert werden. Das sei zu teuer, meint die Stadt Frankfurt und plädiert für einen Abriss. Der Stadtteil protestiert.

Regen. Und wo kein Regen ist, sieht es so aus, als würde er bald kommen. Gutes Wetter für die Bäume auf dem alten Nieder-Erlenbach Friedhof, nicht aber für die Trauerhalle mit ihrem undichten Schindeldach. Dem rund 100 Jahre alten Gebäude droht der Abriss. Die Hoffnungen, die der Ortsbeirat 13 (Nieder-Erlenbach) in eine genauere Untersuchung und einen möglichen Denkmalschutz gesetzt haben, haben sich nicht erfüllt.

Dass Nässe in das kleine Jugendstil-Gebäude eindringt, war einer der Gründe, warum das Friedhofsamt im vergangenen Jahr die Trauerhalle abreißen wollte. Der nasse Sommer verschärfe dieses Problem, erklärt nun Thomas Bäder, Leiter der Abteilung Friedhofsangelegenheiten im Grünflächenamt. Andere Probleme mit dem Bauwerk waren und sind etliche Setzbewegungen, die zu Rissen im Mauerwerk führen und eine angegriffene Holzstruktur.

Noch im August wolle das Amt daher erneut mit dem Ortsbeirat über einen Abriss der Trauerhalle sprechen, sagt Bäder. Dieser sei wirtschaftlicher als eine Sanierung. Mindestens 50 000 Euro würde diese kosten, argumentierte im Februar 2020 das Grünflächenamt im Ortsbeirat. Abzureißen sei zwar genauso teuer. Die Sanierung trage aber das Risiko böser Überraschungen, die die Kosten explodieren ließen. Dennoch argumentierten die Nieder-Erlenbacher:innen für den Erhalt. Für ältere Menschen sei der Weg von der Trauerhalle des Neuen Friedhofs zum Alten Friedhofs zu weit. Zudem fühlten sich viele emotional verbunden mit dem kleinen Gebäude. Nach den Protesten lenkte das Amt ein. Es beauftragte ein Ingenieurbüro damit, genau zu untersuchen, welche Arbeiten notwendig sind und wie teuer es werden würde. Das Ergebnis: Statt der kalkulierten 50 000 Euro ermittelte das Büro Kosten in Höhe von 105 000 Euro. Das komplette Dach müsse erneuert werden.

Parallel dazu hoffte der Ortsbeirat, die Trauerhalle erhalten zu können, wenn sie unter Denkmalschutz gestellt werden würde. In dem interfraktionellen Antrag argumentierten die Fraktionen, dass die Trauerhalle „zur Identität des Stadtteils Nieder-Erlenbach und seiner Bürgerinnen und Bürger“ gehöre und „einen Platz im kollektiven Gedächtnis des Stadtteils hat, aber auch in den Erinnerungen vieler Nieder-Erlenbacher, die hier den schweren letzten Weg mit Verwandten, Freunden und Nachbarn antraten“.

Ob die Trauerhalle unter Denkmalschutz gestellt wird, entscheidet das Landesamt für Denkmalpflege. Am 10. September 2020 hat das Denkmalamt das Landesamt in Wiesbaden gebeten, den Denkmalwert zu untersuchen, berichtet Stefan Timpe, Leiter der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege im Frankfurter Denkmalamt. Das Landesamt wolle sich der Sache annehmen, habe Wiesbaden zurückgemeldet. „Eine Aussage zur Denkmaleigenschaft liegt bisher nicht vor“, erklärt Timpe. Auch das Landesamt konnte zum aktuellen Stand der Prüfung nichts sagen, der zuständige Mitarbeiter sei derzeit im Urlaub.

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