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Manchmal wird auch im Garten musiziert.

Nieder-Erlenbach

Nieder-Erlenbach: Generationen gemeinsam an den Posaunen

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Das Bläserensemble der Evangelischen Kirche feiert 25-jähriges Bestehen. Konzert am Sonntag.

Wenn der Posaunenchor der Evangelischen Kirche in Nieder-Erlenbach am Sonntag sein Jubiläumskonzert anstimmt, werden wieder Jung und Alt gemeinsam musizieren. Volker Gumpinger, der das Blasorchester ins Leben gerufen hat, freut eines besonders: „Es ist ein tolles Bild, wenn der Älteste mit 85 Jahren neben einer 14-Jährigen sitzt“. Auch die Konzertbesucher seien begeistert von dem heute 20-köpfigen Ensemble, das mehrere Generationen vereinigt.

Begonnen hat alles vor einem Vierteljahrhundert. Mit einer Handvoll Musiker, die noch heute dabei sind, wollte Gumpinger, gleichzeitig jahrzehntelanges Kirchenvorstandsmitglied, die Tradition eines Posaunenchors in der Evangelischen Kirchengemeinde aufleben lassen. Dafür konnte der Hobby-Trompeter Profi-Posaunist Martin Herrmann als musikalischen Leiter gewinnen, den er aus dem Orchester in Harheim kannte.

Seitdem sei der Posaunenchor zu „einer festen Größe“ im Stadtteil gewachsen. Ob auf der Kerb, beim Martins-Umzug, auf Open Air-Gottesdiensten oder in der Kirche, beim Feuerwehrfest oder zur 1200-Jahr-Feier des nördlichen Quartiers: Die Bläser spielten zu vielen Gelegenheiten auf.

„Natürlich ist es schwierig, junge Leute an ein Orchester zu binden“, sagt der 66-Jährige, „genauso wie Erwachsene“, fügt er hinzu. Deshalb starteten Gumpinger und Herrmann gemeinsam mit Pfarrerin Petra Lehwalder vor vier Jahren das Projekt, Konfirmandinnen und Konfirmanden für den Posaunenchor zu gewinnen. An Gemeindearbeit sollten sie ohnehin beteiligt werden. Und wer sich nicht beim Kindergottesdienst oder Senioren-Café engagieren wollte, hatte nun die Möglichkeit kostenlos ein Instrument zu lernen. Finanziert durch die Gemeinde wurden Posaunen, Trompeten und ein Euphonium angeschafft und das Noten lesen vom Chorleiter vermittelt. Auch wenn einige der Schüler nur während der Konfirmandenzeit mitspielten: „Der eine oder die andere ist dabei geblieben“, berichtet Gumpinger. Aktuell sind mehr als ein Viertel des Posaunenchors im Teenageralter und mehr als die Hälfte weiblich.

Gumpinger weiß aus Erfahrung, dass junge Menschen Instrumente „spielerisch“ lernen würden. Seine Tochter, auch Ensemble-Mitglied, die mittlerweile Ende 20 ist und gerade Baby-Pause macht, habe mit zehn Jahren erstmals auf einer Trompete geübt. Dies sei übrigens das früheste Alter, um zu beginnen. Im Gegensatz zu ihrem Vater, der erst als Erwachsener angefangen habe, sei es ihr viel leichter gefallen, so Gumpinger. Neben Kirchenmusik, Chorälen und Fanfaren, spielt sein Orchester Rock- und Popsongs, etwa der Beatles oder Rolling Stones, außerdem Pippi Langstrumpf bei Kindergottesdiensten und am Sonntag wird auch das Stadionlied von Eintracht Frankfurt „Im Herzen von Europa“ erklingen. Nicht fehlen dürfe mit dem Nieder-Erlenbach-Lied die „inoffizielle Erlenbacher Nationalhymne“.

Wer den Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde in Nieder-Erlenbach live erleben möchte, kann am Sonntag, 1. März, um 17 Uhr, in die Evangelische Kirche, Alt-Erlenbach 17, kommen. Dort wird das Bläser-Ensemble bei freiem Eintritt gegen Spende eine „kleine Abendmusik“ anlässlich seines 25-jährigen Bestehens präsentieren und Stücke verschiedener Epochen sowie Stilrichtungen spielen.

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