Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (links) erklärt Ortsvorsteher Yannick Schwander die schnellste Radroute in die Innenstadt.

Nieder-Erlenbach

Nieder-Erlenbach: Elf Kilometer bis zur Innenstadt

Mehr als 60 Schilder zeigen Radlern neuerdings den Weg in andere Stadtteile und ins Umland. Im kommenden Jahr soll der Radweg nach Nieder-Eschbach ausgebaut werden.

Der Stadtteil ist um 27 Wegweiser und 34 kleine Hinweisschilder reicher. Mitglieder des Ortsbeirates 13 und der Stadt präsentierten am Montag die neuen Schilder, die Radfahrer nun in alle Richtungen weisen sollen.

„Ich hatte mir das Ziel als Dezernent gesetzt, ganz Frankfurt mit Beschilderungen für die Radwege auszustatten. Wir sind auf einem guten Weg, denn wir haben die Verfahren gestrafft“, erklärt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Zwei Stadtteile pro Jahr erhalten neue Schilder in einem rollierenden Verfahren. Im Westen ging es los. „Nun sind wir in Nieder-Erlenbach und sogar für Nieder-Eschbach sind die Schilder bereits fertig“, sagt der Dezernent.

2020 gehe es weiter in Richtung Harheim, Berkersheim, Frankfurter Berg und Eschersheim. Insgesamt stünden mittlerweile 3100 Schilder an 1800 Orten. „Diese zeigen zu jedem Ziel die korrekte Entfernung an, nicht nur die ungefähre. Die Schilder sind Einzelanfertigungen.“ Lediglich in Griesheim habe es einen kleinen Zahlendreher gegeben, dort habe statt 1,5 Kilometer ein Schild die Entfernung zum Bahnhof mit 5,1 Kilometern angegeben. „Nieder-Erlenbach ist ein ländlich geprägter Stadtteil“, sagt Oesterling. „Das Amt für Straßenbau und Erschließung hat sich bei der Planung der Schilder mit den Landwirten abgestimmt, damit keines den Maschinen im Weg steht.“

Die Kosten für die Maßnahme in Nieder-Erlenbach liegen bei 3400 Euro. „Die Schilder sind außerdem keine reinen Frankfurter Schilder, sondern weisen auch in die umliegenden Orte in der Wetterau und dem Taunuskreis“, so der Verkehrsdezernent. Er hoffe, dass die Schilder den ein oder anderen Radfahrer und Spaziergänger dazu einladen, die Region zu entdecken. Wer beispielsweise dem Schild in Richtung Petterweil folgt, fände auf dem Weg einen schönen Höhenzug vor, der mit dem Auto nicht zu erreichen sei, aber eine tolle Sicht auf den Taunus biete, so Oesterling.

Ortsvorsteher Yannick Schwander (CDU) lobt die Aktion: „Wir freuen uns, dass Nieder-Erlenbach so früh mit Schildern bedacht wurde. Das ist keine Spitze, aber bei Frankfurter Projekten, dauert es oft länger, bis die Veränderungen auch hier im Norden ankommen.“ Der Stadtteil sei für den Radverkehr der Region ein wichtiger Kreuzungspunkt, ein Dreiländereck sozusagen, zwischen Taunus, Frankfurt und der Wetterau. „Damit herrscht hier im und um den Ort immer reger Betrieb auch außerhalb des Ortskerns an den landwirtschaftlichen Straßen.“

Für die Bürger sei die Beschilderung eine schöne Sache, um sich in der Region orientieren zu können: „Ich zum Beispiel hätte nicht gedacht, dass die Frankfurter Innenstadt nur elf Kilometer entfernt ist“, wundert sich Schwander mit Blick auf die Wegweiser.

Klaus Oesterling möchte die Gelegenheit zudem nutzen, um den Radweg zwischen Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach vorsichtig anzukündigen. Seit Jahrzehnten ist dieser im Gespräch, kam jedoch unter anderem wegen zäher Grundstückskäufe und dem Brutgebiet einer Vogelart nie zustande. „Nach aktueller Terminlage kann im ersten Halbjahr 2020 der Beschluss zur Finanzierungs- und Bauvorlage erfolgen. Die Arbeiten könnten demnach Ende 2020 starten“, kündigt der Stadtrat an. Mit 18 Monaten Bauzeit sei für den Radweg zu rechnen.

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