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Vor den Tischen wurde getanzt: Alma Mater hatte das Publikum im Griff.

Nied

Verlebte Stimmen und Dudelsack

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Bei der 25. Auflage von „Beat come to Nied“ werden zwei weitere Jubiläen gefeiert. Das Publikum ist begeistert.

Peter Füllgrabe, Sänger von „Alma Mater“, mag keine Tischtänzer. Beim Song „Keep on Running“ von der „Spencer Davis Group“ gelingt es seiner tiefen, kratzigen, rockig-verlebt klingenden Stimme, die Reihe an den Tischen zu lichten und den Holzboden vor der Bühne zu beleben. Getanzt werden Twostep und Foxtrott, während eine verzerrte Gitarre und entspannte Bassläufe aus den Boxen drücken.

Der Beat ist in Nied und es ist sozusagen ein dreifaches Jubiläum. Zum 25. Mal findet die vom Verein Fränkie-Elf organisierte Konzertreihe „Beat comes to Nied“ statt. Seit 40 Jahren gibt es den Verein nun schon und „Alma Mater“, die Band, die nun ungefähr zum 5. oder 6. Mal von der Bühne den Ton angibt, hat ihr 50. Bühnenjubiläum. „Dieses Jahr werden wir wegen des Vereins-Jubiläums vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert“, erklärt Günter Gemeinder, Vorsitzender des Vereins. 500 Euro Förderung gab es. Das Geld wurde auf die Eintrittspreise gutgeschrieben. „So kommt das Geld dem tanzenden Publikum zu Gute“. Manche davon sind schon seit der ersten Stunde dabei.

Irmtraut und Walter Gundlach kommen wie Gerhart Portscher und seine Begleitung schon seit 23 Jahren zur Konzertreihe. Die befreundeten Paare haben nur zwei Mal gefehlt, wegen Beerdigungen. „Besonders in Erinnerung geblieben ist uns die Beatles-Revival-Band“, erinnert sich Irmtraut Gundlach. Damals war der Saal ausverkauft.

Walter Gundlach erinnert sich an einen sehr guten Auftritt einer Queen-Revival-Band. Auch „Alma Mater“ sind für die Pärchen alte Bekannte. Eher schlecht in Erinnerung ist der Clique eine Hardrock-Band. „Ich bin eben eher Pop-Musik-Fan“, erklärt Gerhart Portscher. Früher seien sie noch zu acht unterwegs gewesen. „Aber ein bisschen Schwund gibt es im Laufe der Jahrzehnte eben immer.“

Ja, das Alter. Die Fränki-Elf wurde 1978 als Hobbyfußballgruppe gegründet. Benannt ist sie nach Fehret „Fränki“ Jelacevic, dem Wirt der Gaststätte „Deutsches Haus“, später „Shaigon“. „In den 90er Jahren haben wir dann aber das Fußballspielen eingestellt“, erklärt Gemeinder. Die Mitglieder seien aber weiter in Kontakt geblieben und haben sich 2010 mit einer neuen Satzung offiziell vom Fußball verabschiedet. Neben der Konzertreihe veranstaltet der Verein auch Ausflüge und hat einen wöchentlichen Stammtisch. Nächstes Jahr im Februar fahren sie zur Jahresauftaktfahrt nach Kestert am Rhein.

Das Licht im Saal ist gedämpft, über der Tanzfläche liegt ein dunkelblauer Glanz, die ersten Pärchen wiegen sich zu „Nights in White Satin“ von „The Moody Blues“ in den Armen. „Wissen sie, wir sind als Verein auch ein wenig in die Jahre gekommen und haben gar nicht damit gerechnet, dass es heute im Saal noch mal so brummt. Einige haben uns vorgeschlagen, das Konzept zu ändern und Schlager zu spielen, um mehr junge Leute anzuziehen. Aber das ist einfach nicht unser Ding.“ Ihr Ding ist dann eher die Band „Just Dexter“ aus dem Mainzer Raum. Sie spielt nach „Alma Mater“ und zum ersten Mal bei „Beat comes to Nied“ erklingt ein Dudelsack. Ein Unikum.

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