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Der Bahnübergang Oeserstraße ist seit Jahren eines der größten Ärgernisse für die Nieder.  

Nied

Stadtteilwerkstatt in Frankfurt-Nied

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In einer Stadtteilwerkstatt erarbeiten Bürger Ideen fürs Quartier. Die Schranke an der Oeserstraße bleibt ein einiges Ärgernis.

Der Bahnübergang an der Oeserstraße ist für die Nieder ein zentrales Problem. Das und andere Dinge sind Thema bei der Stadtteilwerkstatt in der Sporthalle der SG Nied, die nur wenige Meter von dem Bahnübergang entfernt liegt. Am Samstagnachmittag diskutieren rund 40 Bewohner über die Entwicklung ihres Quartiers.

Nachdem Nied zuletzt in das Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen wurde, geht es nun darum, wie und wohin das Geld verteilt werden. Neben Bürgerbefragungen hatte es dazu Ende August eine erste Ideenwerkstatt gegeben. Dabei seien „Projektvorschläge“ gemacht worden, berichtet Quartiersmanagerin Marja Glage. Beim zweiten Teil soll ermittelt werden, was den Bewohnern am wichtigsten sei.

An vier Stationen, an denen das örtliche Caritas-Quartiersmanagement, das Stadtplanungsamt sowie die Projektsteuerung der Nassauischen Heimstätte die gesammelten Themen vortragen, können die Teilnehmer ihre Anregungen einbringen. Auch für Thomas Palmen ist der Bahnübergang das größte Ärgernis. Deshalb hat er sich mit seiner Partnerin als erstes zur Station „Mobilität und Verkehr“ begeben. „Im Bus sitze ich an manchen Tagen zwei Schranken-Phasen ab, bevor ich am S-Bahnhof ankomme“, sagt der 39-Jährige.

„Ich finde gut, dass die Leute bei den Planungen miteinbezogen werden“, sagt er. Seit zwei Jahren lebe das Paar im Stadtteil und habe erfahren, dass um eine Bahnunterführung an der Oeserstraße schon seit Jahrzehnten gerungen werde. Neben dem Verkehr interessiere ihn auch das Thema Wohnen und Nahversorgung.

Niddawiesen erhalten

An dieser Station stellt Timo Szuczynski vom Stadtplanungsamt zentrale Punkte vor, berichtet etwa von Milieuschutz-Satzungen aus benachbarten Stadtteilen. Insbesondere die „Sanierung und energetische Modernisierung des Wohnungsbestandes“ und der „Erhalt eines niedrigschwelligen Treffpunktes – den Niddawiesen“ scheint für die Teilnehmer wichtig.

Für den sozialen Zusammenhalt des Quartiers wünschten sich die Bewohner vor allem „Vermittlung zwischen verschiedenen Kulturen“. Das hat Quartiersmanagerin Marja Glage erkannt. „Offene Orte und Treffpunkte in der Nachbarschaft sind wichtig“, sagt Glage. Als Beispiel nennt sie Unstimmigkeiten, wenn es etwa um die Mülltrennung gehe. Eine Teilnehmerin nickt zustimmend.

Glages Kollegin Lisa Gerdom spricht über „Stadtgrün und Freiräume“. Dazu gehörten auch die Aufwertungen von Spielplätzen. Für bestimmte Grünflächen könnte Anwohner Patenschaften übernehmen, schlägt Gerdom vor. „Das ist der springende Punkt“, sagt eine Frau. Es sei letztlich die einzige Möglichkeit, herunter gekommene Grünstreifen, die etwa vermüllt seien, zu pflegen.

Nachdem die Ergebnisse der Stadtteilwerkstatt ausgewertet sind, ist die Konzeption eines „Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes“ vorgesehen. Das Soziale Stadt-Förderprogramm für Nied soll dann innerhalb der kommenden zehn Jahre umgesetzt werden.

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