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Große wie kleine Tänzer proben im Saalbau Nied.

Nied

Tanzend Tradition bewahren

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Der italienische Kulturverein FAIM will sich stärker im Stadtteil einbringen. 2018 ist man daher dem Vereinsring beigetreten.

FAIM – das steht für Famiglie Associazione Italiane Multiculturali. Und um Familie und das Zusammensein, darum geht es den Menschen bei FAIM. Gemeinsam Zeit miteinander zu verbringen, das gehöre genauso zur Kultur Italiens wie gutes Essen, erklärt der Vereinsvorsitzende Luigi Giudice. Diese Kultur gemeinsam zu zelebrieren und an zukünftige Generationen weiterzugeben, das sei eines der Hauptziele der Organisation.

Vor elf Jahren kam ihm die Idee, den institutionellen Rahmen „für einen Ort zu schaffen, der uns verbindet“, sagt der Wahlfrankfurter. Zur Vereinsfamilie gehören aber keineswegs nur Italiener. Das „M“ im Vereinsname stehe schließlich für „multikulturell“. Menschen mit polnischer, spanischer und griechischer Abstammung gestalten das Vereinsleben genauso mit wie Deutsche. „Unsere Tür steht jedem offen“, sagt Monika Arca.

Arca ist Schriftführerin bei FAIM und die „Säule des Vereins“, lobt Guidice. Eine talentierte Tänzerin ist sie außerdem. Bei wöchentlichen Treffen bringt sie Kindern und Erwachsenen italienischen Folkloretanz bei. Folkloremusik, „das ist Lebensfreude“, schwärmt die Tanzlehrerin. Ihr sei es wichtig, dass die heranwachsende Generation mit ihren kulturellen Wurzeln in Kontakt bleibe.

Es muss nicht immer Italien sein: Die Gruppe heißt Menschen aller Nationen willkommen.

„Unsere Kinder wachsen in Deutschland auf, gehen hier in den Kindergarten und zur Schule. Oft wird auch zuhause deutsch gesprochen“, erklärt Arca. FAIM soll dabei helfen, ein Stück Kultur zu bewahren.

Aber auch mit anderen zu teilen. Der interkulturelle Austausch ist der Gruppe genauso wichtig wie die Bewahrung der eigenen Tradition. Einen Ort für diesen Austausch bieten etwa Feiern, für die man das Ensemble buchen kann. Dann werfen die Tänzer ihre traditionellen grün-weiß-roten Trachten über und präsentieren zum 3/8-Takt landestypischer Volksmusik die Pizzica, die Tarantella und andere Folkloretänze.

Auch zu eigenen Events laden die Italiener mehrmals im Jahr ein. In den vergangenen Jahren hat der Verein jeweils im Herbst ein deutsches Oktoberfest gefeiert, Lederhos’n und Weißbier inklusive. Nächstes Jahr soll stattdessen eine Halloween-Party steigen. Auch zu Silvester und zum Valentinstag lädt FAIM ein.

Der mehr als 180 Mitglieder starke Klub möchte weiterwachsen. Und sich auch mit anderen Vereinen vernetzen, wie der Vereinsvorsitzende betont. Deshalb habe der Vorstand den Beschluss gefasst, dem Vereinsring Nied beizutreten.

Bereits zuvor hatte die Gruppe die Räume im Saalbau Nied für ihre Treffen genutzt. Nun wolle man sich als Verein auch mehr in die lokalen Strukturen einbringen, sagt Arca. „Ob zum Tanzen, Reden oder einfach nur Kennenlernen, wir freuen uns über jeden großen und kleinen Besucher“, sagt die Deutsch-Italienerin.

Das offene Kindertanzen  ist jeden Freitag ab 18 Uhr im Foyer Saalbau Nied, Heinrich-Stahl-Straße 3. Sonntags Tanzunterricht für Erwachsene ab 17.30 Uhr. Mehr Informationen unter www.faim-ev.com.

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