Nied

Startschuss für einen schöneren Stadtteil

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Die Stadt hat die Straße Alt-Nied für 1,9 Millionen Euro saniert und umgebaut.

Die Nieder sind zufrieden. „Die Gestaltung ist viel angenehmer als vorher“, sagt Helmut Grohmann, Urgestein, SPD-Mann und ehemals Vereinsringvorsitzender. Auch die anderen Herren, die vor dem alten Rathaus stehen, nicken. Die Stadt hat die Straße Alt-Nied saniert und umgebaut. Die Fahrbahn ist nun schmaler, nur noch vier Meter breit. Dafür sind die Bürgersteige breiter.

Am Freitag übergibt die Verwaltung das fertige Werk der Öffentlichkeit. Planungsdezernent Mike Josef ist gekommen, auch der Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (beide SPD). 250 Meter Straße sind nun neu, aus dem Programm Schöneres Frankfurt sind 1,9 Millionen Euro in das Projekt geflossen.

Die 30 Parkplätze sind übersichtlicher angeordnet, sie heben sich mit einer Basaltstein-Pflasterung ab. Ein paar sind auch weggefallen. Im denkmalgeschützten Bereich vor dem alten Rathaus haben die Fachleute Natursteinpflaster verlegt. Es gibt nun Fahrradbügel, zusätzliche Laternen leuchten die Straße aus.

Die Altglascontainer im westlichen Abschnitt von Alt-Nied hat die Stadt unter die Erde verlegt. Im Herbst pflanzt sie noch sieben Bäume auf die Ostseite. Feld-Ahorne, die vertragen die Trockenheit gut und haben eine schlanke Krone. Das Grünflächenamt testet den Feld-Ahorn seit 2018 als neuen Straßenbaum. An der Soonwaldstraße in Unterliederbach steht er bereits. Die Arbeiten in Nied sind schneller fertig als gedacht. Zehn Monate hat die Stadt gebaut, eigentlich sollte erst im November oder Dezember Schluss sein.

Fußgängerzone wieder verworfen

Die Idee, eine Fußgängerzone aus der Straße zu machen, haben die Planer wieder verworfen, sagt Mike Josef. Zwei Buslinien führen durch Alt-Nied, die 51 und 54. Für die Dauer der Bauzeit, konnten die eine Umleitung fahren, dauerhaft nicht. Stadtrat Josef hofft nun, dass die städtische Investition Nachahmer hervorbringt.

Private Bauherren sollen ebenfalls investieren, Häuser sanieren, Fassaden verschönern, den Leerstand der Ladenlokale beheben. In Fechenheim oder auf der Zeil sei das so eingetreten, erzählt der Dezernent.

Überhaupt gehe im gesamten Frankfurter Westen die Entwicklung gut voran, sagt Josef. Über die Förderprogramme Soziale Stadt und Stadtumbau West investiere die Kommune in den kommenden Jahren 100 Millionen Euro in Höchst, Griesheim, Nied und Sossenheim. „Stadtentwicklung ist nicht nur in der Innenstadt wichtig“, so Josef. „Wir wollen in der ganzen Stadt Lebensqualität erhalten und schaffen.“

Darauf hoffen auch Helmut Grohmann und die anderen Nieder. Die Aufwertung der Straße Alt-Nied sehen sie als Startschuss, als ersten Schritt für die Verbesserungen, die noch kommen mögen. Den Umbau der Mainzer Landstraße und des Nieder Tors etwa. Ideen gibt es reichlich. Das neue Quartiersmanagement hat bereits 1500 Anregungen erhalten, wie der Stadtteil aufzuwerten wäre.

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