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Das neue Waldlust-Team: Titos (links) und Parastoo Kamankesh. Foto: Christoph Boeckheler
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Das neue Waldlust-Team: Titos (links) und Parastoo Kamankesh.

Frankfurter Biergarten

Nied: Gaststätte Waldlust hat wieder geöffnet

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
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Neue Pächter setzen auf mediterrane und deutsche Küche. Am Freitag ist die offizielle Neueröffnung.

Titos heißt einfach Titos. „Der Nachname ist zu kompliziert“, sagt der gebürtige Ägypter und lacht. Das macht er gerne und oft, er ist ein einnehmender Typ. Und nicht jemand, den man länger siezen könnte. Der 57-Jährige ist der neue Küchenchef in der Gaststätte „Zur Waldlust“ an der Oeserstraße in Nied.

Das markante Gebäude mit seinem gelben Klinker prägt das Ortsbild seit 1902 mit. Früher gab es dort auch einen Anbau mit Festsaal. Die Nieder verlustierten sich bei Tanz oder Konzerten, eine kurze Kinophase ist ebenfalls belegt. 2002 hat die Familie Bronte Gaststätte und Hotel übernommen. Mit dem Corona-Lockdown 2020 hat sie sich aber von der Gastronomie verabschiedet, betreibt nur noch das Hotel.

Dafür schlendert jetzt Titos durch Küche und Lokal. Er schäkert mit Gästen, die sich im Biergarten in den Schatten der drei alten Kastanien geflüchtet haben. Der Küchenmeister kommt mit der Schere an den Tisch, schneidet Blätter von den Topfpflanzen dort ab. Minze, Basilikum, Rosmarin. „Das brauche ich für Euer Essen“, sagt er und lacht.

Chef des Restaurants ist er nicht, wehrt er ab. Nur „der Macher“. Geldgeberin und damit Pächterin ist Parastoo Kamankesh. Die 41-Jährige hat zuvor in Titos Lokal in Hofheim serviert. Dort hat der Impresario aber wegen Corona den Pachtvertrag nicht verlängert. „Ich wollte selbstständig sein“, sagt Kamankesh, warum sie trotz Pandemie den Schritt zum eigenen Geschäft gewagt hat. Angst habe sie keine. „Niemand weiß, was passiert“, sagt sie. „Wie lange willst Du warten?“

Ein Pärchen sind die beiden nicht, sagt Titos, gute Freunde und Arbeitskollegen. „Ich bin ein Einzelgänger.“ Familie und Gastronomie vertrage sich schlecht. Er habe es versucht, sagt er. „Es hat aber nicht funktioniert.“ Sein Herzblut lege er in die Arbeit, viel Arbeit, wenig Freizeit. Selbst im Urlaub schlendert er über Märkte und kauft Gewürze ein.

Viel geändert haben die neuen Wirtsleute nicht in der Waldlust. Ein bisschen renoviert, Tische und Stühle für den Biergarten bestellt. Die Karte bleibt überschaubar. Mediterrane Vorspeisen, Pizza und Pasta treffen auf Flammkuchen, Schnitzel und Rumpsteak. Wer möchte, kann sein Schnitzel auch mit mediterranem Gemüse als Beilage bekommen. Dann entgehen einem aber Titos selbst gemachte Pommes.

„Was ist das?“, fragen ihn neue Gäste, wenn sie die Fritten auf dem Teller entdecken. „Das ist nicht aus der Tüte“, antwortet der Chef dann stets. Das sind echte Kartoffeln. Er verwende nur frische Zutaten und stelle alles selbst her, auch die Pommes.

Der Mann ist eben weltgewandt. Kein Wunder, hat er doch bereits fast überall auf der Welt gekocht. Nach seiner Ausbildung im Sheraton Hotel in Ägypten, ist er getingelt. War in den USA, in Mexico, in der Dominikanischen Republik, auf Cuba, hat sogar in Alaska in der Küche gestanden. Ein Jahr hat er auf einen Kreuzfahrschiff Speisen zubereitet. Für eine Fortbildung hat es ihn schließlich nach Deutschland verschlagen. Nach Hannover. „Zwei, drei Jahre, warum nicht?“, hat er sich damals gedacht. 35 sind es inzwischen geworden. Seit 2017 lebt er in Hofheim. Mit der S2 nur acht Minuten von Nied entfernt. Nun feiert er am heutigen Freitag, 10. September, die Neueröffnung der Waldlust. Es gibt Prosecco und einen Sänger mit Gitarre.

Gaststätte Zur Waldlust , Oeserstraße 16. Telefon: 069 / 75 79 87 87Geöffnet sommers Mo. bis Sa. 12-14.30 Uhr und 17.30 bis 22 Uhr, Sonntag 12-22 Uhr. Winters 17-22 Uhr, Sonntag Ruhetag.

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