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Angel-Ulshöfer hat einen Nachfolger: Christian Paul. 

Wirtschaft

Nied: Angel-Institution im Westen geht nicht unter

Der frisch gekürte Fischerkönig Christian Paul führt das Fachgeschäft in der Kehreinstraße weiter. Es gibt Beratung, Reparatur und Lebendköder.

Gerade erst ist er im Anglerverein (AV) Nied zum Fischerkönig gekürt worden. Doch bereits vorher hat Christian Paul (30) Meriten in der Anglerwelt errungen. Er hat das Angelgeschäft von Norbert Ulshöfer an der Kehreinstraße 18 übernommen. Als Ulshöfer im Herbst bekanntgab, aufzuhören, war das Entsetzen groß – das Fachgeschäft ist alteingesessen und für viele Angelfreunde im Frankfurter Westen, dem Main-Taunus-Kreis und dem Umland eine Institution.

„Als ich gehört habe, dass der Norbert aufhören will, bin ich in mich gegangen und habe mich dann zu diesem Schritt entschieden“, sagt Chrisrian Paul. Der gelernte Garten- und Landschaftsbauer, der zuletzt im Gartencenter eines Baumarkts gearbeitet hat, angelt von Kindesbeinen an. „Sobald ich mit zwölf meinen Angelschein machen durfte, habe ich ihn gemacht“, erzählt er. Seit 2003 ist er im Anglerverein Nied.

Auf den rund 84 Quadratmetern Verkaufsfläche, die er im früheren Ulshöfer-Laden zur Verfügung hat, will er sich nicht spezialisieren, wie es etwa Angel-Bär in der Innenstadt getan hat, sondern bestehende Qualität halten.

Bei Bär konzentriere man sich aufs Fliegenfischen, das sei gerade sehr im Trend. „Ich kann mich selbst nicht spezialisieren; alles hat seinen Reiz“, sagt Christian Paul: „Im Frühjahr Forellen, dann Aal, im Sommer Karpfen, im Herbst dann Hecht und Zander.“

Angelfachgeschäfte so groß wie Baumärkte

Dafür fährt er gerne nach Holland, denn in den Poldern beißen die Hechte gut. „Holland ist eine Angler-Nation“, schwärmt er, „da gibt es Angelfachgeschäfte, die sind groß wie Baumärkte.“ Er schicke schon mal Kunden zu Bär, der seinerseits Angler an ihn verweise, die auf Karpfen oder Raubfische gehen wollten und dafür geeignete Köder bräuchten.

Denn was es bei ihm außer Ruten, Rigs, Rollen, Haken und Blinkern vor allem gibt, sind Lebendköder wie Maden, Würmer oder Larven – alles von zertifizierten Züchtern. „In Deutschland wird fast ausschließlich mit kanadischen Würmern gefischt.“

Christian Paul kennt sich damit aus, denn schon als Kind hat er Insekten, Schmetterlinge oder Vogelspinnen gezüchtet – damals, um auf Börsen sein Taschengeld aufzubessern, heute ist es nur noch ein Hobby, wie auch seine Koi-Karpfen im Gartenteich.

Paul hat auch einen Sachkundenachweis in Pflanzenschutz. „Für einen Angelverein hört der Naturschutz nicht über Wasser auf“, sagt Christian Paul. Der Verein betreut Niddaabschnitte in Nied und Praunheim. Wer dort angeln will, muss Mitglied im Verein sein oder eine Angelkarte erwerben. Diese Karten gibt es bei Christian Paul; er hat auch die Karten der Höchster Fischerzunft, des ASV Hattersheim, des Frankfurter Fischereivereins und anderer Clubs.

Im Urlaub immer eine Angel dabei

Wenn Paul in Urlaub fährt und wenn es nicht gerade die Fahrt in den Ski-Urlaub ist, hat er immer eine Angel dabei – auch in den Bergen. „Da gibt es tolle Stellen, die einem die Einheimischen an Bächen zeigen können“, sagt er. Das Hobby sei quer durch die Gesellschaft beliebt, der Professor angele ebenso beflissen wie der Arbeiter.

Wenn jetzt im März oder April die Saison beginne – „Wenn das Wetter aufgeht, dann kriegen die Leute wieder Luft, gucken nach ihrem Angelzeug und ziehen los“ -, wolle er Ulshöfers langjährigen Mitarbeiter wieder einstellen, der seit zehn Jahren in der angeschlossenen Werkstatt Reparaturarbeiten ausgeführt hat: „Er ist einer der besten Angler, die ich kenne; gerade bei Wels und Karpfen kennt er sich aus.“

Geöffnet ist dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr. Eine professionelle Internetseite soll noch entstehen.

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