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Die Frauen des „Arbeitskreises gegen häusliche Gewalt auf der Bühne.  

Nied

Gute Laune, gutes Wetter in Nied

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Das Stadtteilfest begeistert am Wochenende zahlreiche Besucher – darunter auch temporäre Rückkehrer, die das dörfliche Ambiente genießen.

Am Wochenende zur Schule gehen, das dürfte für die meisten Kinder wohl kaum nach einem verlockenden Angebot klingen. Anders gestaltete sich die Lage allerdings am vergangenen Samstag. Denn der Vereinsring Frankfurt-Nied veranstaltete im Hof der Niddaschule das diesjährige Stadtteilfest.

Und so ist das Gelände am späten Nachmittag gefüllt mit Menschen. Stimmen schwirren durcheinander, Kinder springen herum oder duellieren sich im Schach. Die Stimmung ist ausgelassen, und auch das Wetter spielt an diesem sonnigen Herbsttag wunderbar mit.

„Ich find’s toll“, sagt Conny Lüders über das Fest. Sie kommt aus dem Viertel und findet, die Veranstaltung sei eine „gute Tradition“. Denn im Stadtteil grüße man sich, „Nied ist irgendwie so ein kleines Dorf“. Und so habe sich auch dieses Event, das die Bewohner und Vereine bereits seit 18 Jahren auf die Beine stellen, aus einem Straßenfest heraus entwickelt. Die Beteiligung, so Lüders, sei wirklich großartig.

Beim Schach, das auf dem Stadtteilfest angeboten wurde, sind auch die Jüngsten schon am Zug.

In der Tat ist die Veranstaltung sehr gut besucht. Auffällig viele Kinder tollen herum, springen auf der Hüpfburg, malen oder basteln an den Ständen. Den Kleinen wird an diesem Samstag viel geboten, und so haben viele Familien den Weg zur Schule gefunden. Doch auch viele ältere Menschen sind zu sehen, vor allem an den Biertischgarnituren in der Mitte. Die Ränder des Hofes sind gesäumt mit unterschiedlichen Ständen, die meisten von ihnen unter Pavillonzelten.

Unter einem dieser Zelte steht Christiane Alt. Die junge Frau wirbt für die Initiative „Soziale Stadt Nied“. „Es ist wichtig, dass man Bewohner dazu kriegt, sich für ihren Stadtteil einzusetzen“, erzählt sie. Denn dies trage ganz wesentlich zur Identität des Viertels bei. Interessierte am Stand der Initiative, die erst vor etwa einem halben Jahr gegründet wurde, äußern Ideen für Nachbarschaftsprojekte, für die von Bund und Land Geld bereitgestellt wird.

Andere Kinder haben sich an der Farbschleudermaschine ausgetobt.  

Als die Polizei um kurz nach fünf zusammenpackt – sie war für eine Fahrradcodierung vor Ort –, baut die Band „Seligenstädter Blech und Co.“ gerade auf. Schon der Soundcheck versetzt einige Damen am Essens- und Getränkestand des „1. Carneval-Club Nied“ in Tanzbewegungen. „Wir haben alle unseren Spaß“, lacht eine junge Frau, während sie sich um die Zubereitung von Currywurst und Pommes kümmert. „Wir haben immer unseren Spaß“, ergänzt ihre Kollegin.

„Alles super, alles schön“, befindet auch Davut, der das Fest mit seiner fast zweijährigen Tochter Sophie und seiner Frau Alexandra besucht. „Die Kleine hat Spaß“. Während Vater und Tochter in Richtung eines Mal-Standes von dannen ziehen, berichtet Alexandra, dass sie selbst zur Niddaschule gegangen sei und ihre Mutter noch immer hier wohne. Das Stadtteilfest, es bringt sogar verlorene Töchter nach Nied zurück – zumindest für einen Tag.

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