Der Beachclub Niddastrand an der Oeserstraße ist ein beliebter Stopp bei einer Niddaradtour.
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Der Beachclub Niddastrand an der Oeserstraße ist ein beliebter Stopp bei einer Niddaradtour.

Nied

Frankfurt-Nied: Niddastrand erhalten, Lernbauernhof schaffen

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Eine neue Bürgerinitiative sinnt auf Entwicklungsmöglichkeiten für den ehemaligen Georgshof. Die Stadt hat das 40 Hektar große Areal gekauft - doch dessen Zukunft bleibt unklar.

Es geht nicht nur darum, einen kleinen Beachclub zu erhalten. Sagt Frank Rusko. Es geht um das Wohlergehen eines Stadtteils. Um 20 000 Menschen. Eigentlich sogar um mehr als das. Die ganze Stadt blickt auf den Frankfurter Westen, nach Nied. Dort haben die Stadtoberen den ehemaligen Georgshof an der Oeserstraße gekauft, samt 40 Hektar Ländereien. Was daraus werden soll, ist unklar, ein Konzept in Arbeit.

Wenn es nach den Niedern geht, soll das Erbe von Landwirt Georg Diehl der Allgemeinheit dienen. Einen Lernbauernhof wünschen sie sich, inklusive therapeutischem Reiten. Außerdem, das schon, möge die Stadt doch auch die Gastronomie erhalten, den Niddastrand. Frank Rusko hat beide Wünsche als Petition ins Internet gestellt. Stand Dienstag, 7. Juli, 13 Uhr, haben 841 Menschen gezeichnet, 388 davon aus Nied.

Weitere sollen folgen. Rusko und Mitstreiter gründen dafür eigens eine Bürgerinitiative (BI). Am morgigen Donnerstag setzen sie sich zusammen. „Wir wollen das Thema pushen“, sagt er.

Das passt zu Nied. In wenigen Stadtteilen sind die Bürger zur Zeit so aktiv. Jüngst hat sich ein Beirat zum Förderprogramm „Soziale Stadt gegründet, bei dem mehr Interessenten vorstellig wurden, als es Plätze gab. Nach dem tödlichen Bahnunfall an der Schranke Oeserstraße hat sich ebenfalls eine Bürgerinitiative gegründet, die sich einsetzt, die Unfallstelle sicherer zu machen.

„Frankfurt hört nicht an der Galluswarte auf“

Es tut sich also was. Vielleicht auch, weil sich so lange wenig getan hat, findet Rusko. Er hat schon einmal in einer BI mitgewirkt. „Vor 25 Jahren“, erinnert er sich. Damals ging es darum, eine weiterführende Schule für den Stadtteil zu bekommen. 3000 Unterschriften kamen zusammen. Eine Schule aber nicht.

„Frankfurt hört nicht an der Galluswarte auf“, ärgert sich Rusko. 18 Prozent der Bevölkerung leben im Westen, die seien mit der Sanierung des Bolongaropalasts alleine nicht zufriedenzustellen. „Nicht genehmigungsfähig“ sei der Beachclub, hat die Stadt dem Ortsbeirat geschrieben. Dabei kehren Menschen dort seit zwölf Jahren ein, sagt Rusko. Weiter sei im Schreiben an den Ortsbeirat von städtischen Bedarfen die Rede. Die Nieder haben auch Bedürfnisse, findet Rusko.

Als nächsten Schritt möchte die BI es schaffen, auch die anderen Communities im Stadtteil ins Boot zu holen, die Nieder, die nicht so gut Deutsch sprechen, als dass sie einen deutschen Text unterschreiben würden.

Gut ein Drittel der Stadtteilbewohner habe keinen deutschen Pass. „Wir sind ein ordentlich bunter Stadtteil“, sagt Rusko. Gesucht sind türkische, marokkanische, bulgarische oder russische Übersetzer. Kärrnerarbeit sei das. Aber nur damit komme der Stadtteil voran.

Natürlich sei es schwer, vor der Kommunalwahl im März einen Baudezernenten der CDU, einen Planungsdezernenten der SPD und eine Umweltdezernentin der Grünen an einen Tisch zu bekommen. Diese Kreativität sei aber gefordert. „Der Erfolg kann gerne mehrere Mütter und Väter haben“, sagt er. Auf dem Foto des Spatenstichs sei genügend Platz.

Engagieren: Auf www.openpetition.de „Niddastrand“ in die Suchmaske eingeben. Oder gleich bei Google eintippen: „Open Petition Niddastrand“.

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