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Nied

Einsatz für eine Gedenkstätte

Ortsbeirat und Bürgerinitiative möchten am Nieder Bahnübergang dauerhaft an 16-jähriges Unfallopfer erinnern

Vielen Nieder Bürgern ist es eine Herzenssache: Sie fordern eine würdevolle Stätte in der Nähe des Unfallortes Bahnschranke in der Oeserstraße, an dem sie der 16 Jahre alten Cindy gedenken können. Die junge Frau war hier am 7. Mai vergangenen Jahres getötet worden, weil die Bahnschranke nicht geschlossen war, als ein Zug heranfuhr. Zwei weitere Menschen wurden schwer verletzt.

Die provisorische Gedenkstätte für die Unfallopfer vor dem Zaun des Geländes der SG Nied hat sich mittlerweile als ungeeignet erwiesen: Sie wird regelmäßig verkehrswidrig zugeparkt.

Doch die Hoffnungen auf eine feste Gedenkstätte, für die sich der Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) und die Bürgerinitiative „Die Schranke muss weg“ einsetzen, wurden von der Stadt jetzt gedämpft: „Grundsätzlich wird sich vorerst leider nur eine vorübergehende Lösung finden lassen, da von der Beseitigung des Bahnübergangs zahlreiche umliegende Flächen betroffen sind“, antwortete Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung auf eine Anfrage von Susanne Serke (CDU), Ortsvorsteherin des Frankfurter Westens und seit der Kommunalwahl im März auch im Römer sitzend.

Wegen einer endgültigen Gedenkstätte, so erklärt Oesterling weiter, werde die Stadt sich mit der Deutschen Bahn abstimmen, „damit dieser Standort bei der weiteren Planung zur Beseitigung des Bahnübergangs mitgedacht werden kann“. Doch selbst die Suche nach einem provisorischen Ort der Erinnerung dürfte sich nach seinen Worten schwierig gestalten.

Immerhin scheint es die Stadt aber angehen zu wollen. Denn der Verkehrsdezernent schlägt in seiner Stellungnahme einen Ortstermin mit Angehörigen, der Deutschen Bahn und Mitgliedern des Ortsbeirates vor: „Dabei könnten auch die Größe des Gedenkorts sowie die Absicherung und die Pflege geklärt werden.“ Das einzige städtische Grundstück, das sich unmittelbar am Bahnübergang befinde, so gibt er zu bedenken, sei bereits von der ersten Umbaumaßnahme im kommenden Herbst betroffen (die Bauarbeiten für eine moderne Ampelanlage am Bahnübergang, Anm. d. Red.). Alle anderen möglichen Flächen befänden sich entweder in Privateigentum oder gehörten der DB Netz, so Oesterling abschließend.

Als „etwas schwammig“ bezeichnet Heike Stoner, Mitbegründerin der Bürgerinitiative „Die Schranke muss weg“, die Stellungnahme des Verkehrsdezernenten auf Anfrage dieser Zeitung. Sie vermutet, „dass „Herr Oesterling so geantwortet hat, weil er bald ohnehin nicht mehr verantwortlich sein wird“. Sie selbst sieht die Frage nach einer festen Gedenkstätte eng verzahnt mit Details zum geplanten Umbau der Schranke, die der BI immer noch nicht vorlägen.

„Immerhin hat uns die Stadt zugesichert, dem Ortsbeirat und uns als Bürgerinitiative im Juni die genaueren Pläne vorzulegen“, meint sie hoffnungsvoll. Dann erst könne man sagen, wo ein geeigneter, dauerhafter Ort zur Erinnerung für Cindy eingerichtet werden kann – „vielleicht mit einem Kreuz oder einem Gedenkstein“.

Zum Problem der chronisch zugeparkten provisorischen Gedenkstätte mit Blumen, Kränzen und Fotos vor dem Gelände der SG Nied hat sich die Bürgerinitiative etwas einfallen lassen, wie Heike Stoner verrät: „Die Caritas hat uns eine Bank zur Verfügung gestellt.“

Bank schützt Gedenkstätte

Mit dem Grünflächenamt der Stadt sei bereits abgesprochen, die Sitzgelegenheit demnächst direkt neben der Stätte aufzustellen. „Wer sie dann immer noch zuparken möchte, muss erst die Bank umfahren“, sagt Stoner. Für Menschen, die der tödlich verunglückten Cindy noch auf andere Art gedenken möchten, hat die Bürgerinitiative „Nied – die Schranke muss weg“ auf ihrer Facebook-Seite ein Video hochgeladen, das an das junge Opfer des Unglücks auf bewegende Weise erinnert. Darin verknüpft die Initiative das Gedenken mit der Mahnung, das politische Projekt der Umgestaltung des Bahnübergangs endlich voranzutreiben. „60 Jahre haben die Stadt Frankfurt und die Deutsche Bahn AG Ping Pong gespielt – und es hat sich nichts getan!“, schreiben die Nieder den Verantwortlichen ins Stammbuch.

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