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Nico Wehnemann ist seit 2016 Stadtverordneter und erneut Spitzenkandidat der Partei.
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Nico Wehnemann ist seit 2016 Stadtverordneter und erneut Spitzenkandidat der Partei.

Kommunalwahl Frankfurt

Nico Wehnemann (Die Partei): „Unsere Religion ist die Eintracht“

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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Nico Wehnemann (Die Partei) spricht im Interview über einen Feiertag zu Ehren der Eintracht und über Politik mit Mitteln der Satire.

Herr Wehnemann, die Partei ist zum einen nach wie vor Satire, zum anderen ist es eine linke Partei, die etwa gegen Rassismus kämpft. Wo liegt denn der Schwerpunkt?

Wir sind eine Partei der extremen Mitte. Wir kämpfen natürlich gegen Rassismus, wie das jeder in diesem Land tun sollte. Wir machen im Stadtparlament mit den Mitteln der Satire, die ja immer einen wahren Kern hat, gute Politik. Zu allen möglichen Themen, die wichtig sind. Wir treiben die Koalition vor uns her. Die kann nur schwer auf Satire reagieren, weil sie sie meistens nicht versteht.

Wer die Partei wählt, kann also ernsthafte Politik erwarten?

Wir haben in den fünf Jahren sehr ernsthafte Politik betrieben. Wir haben sogar das ernsthafte Caricatura-Museum vor den Fängen des Kulturamts gerettet. Wir haben mit einem Eilantrag dafür gesorgt, dass die Teestube Jona für Obdachlose von der Stadt neue Räume bekommt. Wir sprechen Dinge meist scharf und satirisch an. Wenn wir uns für LGBTQ-Rechte einsetzen, treiben wir die Grünen vor uns her. Weil die sich nicht dazu durchringen, die Partnerstadt Krakau dazu zu zwingen, LGBTQ-Menschen nicht mehr zu verfolgen. Wir würden solchen Städten die Städtepartnerschaft aufkündigen.

Die Partei setzt sich dafür ein, dass Frankfurt Hansestadt wird. Warum?

Das ist ein Antrag, den wir wortgleich in Hannover gestellt haben. Hannover ist nun seit zwei Jahren Hansestadt. Die Stadt hat den Antrag geprüft und festgestellt: Das bringt internationale Handelsbeziehungen und Tourismus und es gibt jedes Jahr einen schönen Hansetag, den man veranstalten kann. Das stelle ich mir auch für Frankfurt vor. Eine Stadt, die ja durch Handel groß geworden ist.

Im Wahlprogramm steht: „Die scheiß Mieten sind zu hoch, die Antwort ist: mehr Beton“. Heißt das übersetzt, die Partei will mehr Wohnungen bauen?

Es ist zunächst eine Feststellung. Die Scheißmieten sind ja zu hoch. In erster Linie wollen wir das ansprechen. Die Lösung ist natürlich bauen. Die Lösung ist aber auch, nicht wahllos irgendwas zu bauen. Wir fordern: Abriss der neuen Altstadt und Aufbau der alten Neustadt. Dort könnte günstiger Wohnraum entstehen. In der richtigen Frankfurter Altstadt gab es sehr günstigen Wohnraum. Wir wollen auch eine innenfreie Autostadt. Wir machen alles zu. Es kommt ein Parkplatz hin, ein paar Straßen, dann können SUVs und CDU-Wähler:innen wieder auf der Zeil fahren und auf dem Römerberg parken.

Interviews zur Wahl

Die Frankfurter Rundschau interviewt in den kommenden Wochen Spitzenkandidatinnen und -kandidaten von Listen, die am 14. März antreten.

Neben klassischen Interviews wird es voraussichtlich ab Ende kommender Woche Gespräche per Twitter geben, bei denen Sie die Fragen stellen. Die Interviewpartner:innen auf Twitter sind: Nils Kößler (CDU), Martina Feldmayer (Grüne), Mike Josef (SPD), Annette Rinn (FDP) und Dominike Pauli (Linke). Details zum Ablauf folgen in den kommenden Tagen. FR

Und das verstehen die Wähler:innen auch alles richtig?

Unsere Wähler:innen sind klug genug zu verstehen, was wir mit der innenfreien Autostadt meinen. Auch da bringen wir Themen aufs politische Parkett, die andere vielleicht anders verpacken und dann einen halben Radweg auf der Berliner Straße fordern. Wir sagen: Macht es ganz oder lasst es einfach bleiben.

Auf der Liste der Partei stehen 48 Menschen zur Wahl. Sechs davon sind Frauen. Können Frauen mit der Partei nichts anfangen?

Doch. Wir haben ein offenes Casting gemacht, bei dem sich alle auf die Liste schreiben konnten. Es gibt aktive Frauen, die einfach nicht auf diese Liste wollten. Natürlich versuchen wir, ansprechbar zu sein für alle Geschlechter. Wir laden alle ein, bei uns mitzumachen.

Eine sehr ernsthafte Forderung der Partei ist: Der 19. Mai soll ein Feiertag werden. Weil die Eintracht an diesem Tag im Jahr 2018 den DFB-Pokal gewann. Wie stehen die Chancen?

In Bayern gibt es gefühlt jede Woche einen anderen Feiertag von irgendeiner Quatschreligion. Unsere Religion ist die SGE. Das muss Frankfurt feiern, einen Tag der Eintracht haben. Wir haben Rückhalt aus der Fanbase und denken, dass wir gemeinsam mit den Fans die Regierung dazu zwingen können, diesen Feiertag so schnell es geht umzusetzen – an dem es immer um 22.02 Uhr ein großes Stadtgeläut geben soll.

Interview: Sandra Busch

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