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In Frankfurt herrscht Mangel an bezahlbaren Wohnungen.

Kommentar

Nichts als Wucher

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Hotelzimmer gibt es genug - normale Wohnungen aber gibt es in Frankfurt und der Region viel zu wenige. Ein Kommentar.

Tausende suchen teils fast verzweifelt eine für sie halbwegs bezahlbare Bleibe in Frankfurt. Da darf es die Stadt nicht hinnehmen, dass Geschäftemacher Wohnraum mitten in der Stadt dem Markt entziehen und als möblierte Apartments so teuer wie möglich an Geschäftsreisende oder Unternehmen vermieten, die sich eine Alternative zum Hotel wünschen und leisten können.

Hotelzimmer gibt es in Frankfurt jetzt schon mehr als genug; viele können zu günstigeren Konditionen auch wochenweise oder länger gebucht werden. Normale Wohnungen aber gibt es in Frankfurt und der Region viel zu wenige. Gut also, dass das Planungsdezernat und die Bauaufsicht jetzt einen Hebel gefunden haben, um gegen dieses Geschäftsmodell, das zum größten Teil nichts als Wucher ist, vorzugehen.

Überall in der Stadt entstehen superteure Hochhauswohnungen, Mikroapartments, neue Hotels statt normaler Wohnungen für Familien. So wichtig es ist, diese Entwicklung zu stoppen, hohe Quoten für geförderten Wohnraum endlich konsequent durchzusetzen, so wichtig ist es, den Bestand zu schützen. Doch weil sich die schwarz-grüne Mehrheit im Landtag hartnäckig sträubt, wieder ein Zweckentfremdungsverbot einzuführen, kann die Stadt etwa gegen das Leerstehenlassen von Wohnungen aus spekulativen Gründen bislang nicht vorgehen. Lange hat man auch in Frankfurt geglaubt, der Wohnungsmarkt werde sich schon selbst regulieren. Es wird Zeit, dass auch die Landespolitik endlich umdenkt.

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