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Auch ein schlecht eingestellter Blutzucker kann lebensbedrohlich werden.

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Nicht ignorieren

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Alle reden über Infektionsschutz. Aus Angst vor einer Covid-19-Ansteckung dürfen aber andere schwere Erkrankungen nicht ignoriert werden. Der Kommentar.

Es ist absurd. Alles schützt sich, um sich nicht mit dem Coronavirus zu infizieren. Und dann ignorieren nicht wenige, wie gefährlich ihnen der verschleppte Schlaganfall werden kann, das offene Bein oder der schlecht eingestellte Blutzucker. Alle reden über Infektionsschutz. Und Schwerkranke gehen nicht zum Arzt oder ins Krankenhaus, weil sie fälschlicherweise denken, Corona genieße Priorität, und befürchten, sie würden womöglich weggeschickt. Weil sie Angst haben sich anzustecken.

Kein Wunder. Covid-19 ist das dominante Thema dieser Wochen. Was für eine vertrackte Situation. Sie führt dazu, dass Wartezimmer leer sind, Ärzte im Extremfall Däumchen drehen oder gar in Kurzarbeit zu Hause sitzen, statt Krankheiten zu heilen.

Wir haben großen Glück. Bislang meistert das Gesundheitssystem die Krise sehr gut. Versorgungsengpässe gibt es nicht. Horrorszenen wie in norditalienischen Kliniken blieben bislang aus. Hessens Krankenhäuser etwa meldeten am Donnerstag 844 freie Beatmungsbetten.

Es gibt keinen Grund, ernsthafte Symptome zu ignorieren. Es ist nur hochgefährlich.

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