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Spenden sind willkommen (Symbolfoto).

FR-Altenhilfe

„Nicht mal Kino kann ich mir leisten“

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Frieda W. hat ihr Leben lang gearbeitet, die Rente reicht trotzdem kaum. 30 bis 40 Euro hat sie, die sie in der Woche für Essen ausgeben kann.

Frieda W. trägt lustige Hausschuhe mit Hasen-Kuschelohren. Auf den ersten Blick mag man sie. Die 73-Jährige wirkt fit und fröhlich. „Wollen Sie einen Kaffee?“, fragt sie. Dabei bereitet ihr jeder Schritt richtig fiese Schmerzen.

Seit drei Jahren sei das schon so. „Schon viermal wurde ich jetzt operiert. Ich habe Gefäßverschlüsse in den Beinen und mehrere Bypässe. Und jetzt muss ich wohl wieder bald operiert werden. Ich mag echt nicht mehr“, sagt sie. Sie leidet zudem an der Lungenkrankheit COPD. Der Fernseher läuft. „Meistens bloß als Hintergrundgeräusch“. Denn viel raus kann sie nicht.

Die Frankfurterin wohnt im vierten Stock. „Ich brauche 15 Minuten bis ich oben bin. Nach jedem Stockwerk muss ich eine Pause machen und meine Beine baumeln lassen.“ Ihr Herz hängt aber an der Wohnung. „Ich lebe hier seit 48 Jahren. Und ich verstehe mich super mit all meinen Nachbarn.“ Zudem sei Ausziehen unbezahlbar. „Ich habe 44 Jahre als Bürokauffrau gearbeitet. und bekomme dafür 953 Euro Rente. Davon muss ich alleine 687 Euro an Miete bezahlen. Strom und Telefon kommen noch hinzu.“

Kurz kommen ihr die Tränen. 30 bis 40 Euro hat sie, die sie in der Woche für Essen ausgeben kann. „Ich gehe alle Werbeblättchen und die Angebote durch. Da machen schon 88 Cents Preisdifferenz für mich einen großen Unterschied.“ Luxus sei für sie, wenn sie sich mal ein Rindercarpaccio für 2,99 Euro gönnen könne. „Ich habe mein Leben lang gearbeitet. Mein Rentenleben habe ich mir wirklich anders vorgestellt. Ich kann mir nicht mal Kino leisten. Das ist einfach nicht fair.“

Zweimal war sie verheiratet. Zweimal ist sie geschieden. „Mein erster Mann war am Wochenenende immer unterwegs, er spielte in einer Band. Die Musik war sein Leben und ich hatte da keinen Platz.“ Mit ihrem zweiten Mann lebte sie ein Jahr im Libanon, aber nachdem sie wieder in Deutschland waren, ging die Ehe auch auseinander. „Er wollte mich unterdrücken und kontrollierte mich ständig.“ Aber den schlimmsten Herzschmerz hat ihr Sohn ihr bereitet. „Wir sind durch dick und dünn miteinander gegangen, aber seine Freundin und ich verstanden uns nicht. Er hat den Kontakt abgebrochen. Ohne etwas zu sagen.“ Seit sechs Jahren hat sie nichts mehr von ihm gehört, sagt Frieda W..

Seine Telefonnummer habe er auch gewechselt.„Das tut sehr weh. Aber ich muss mich damit abfinden. Ich kann ihn zu nichts zwingen.“ An manchen Tagen glaubt sie, dass sie durchdrehen muss, weil sie nicht raus kann. „Aber ich habe zum Glück sehr gute Freunde, die rufen mich an, gehen mit mir einkaufen.“ Und sie betont: „Ich bin den Mitarbeitern der FR-Altenhilfe und auch den Spendern so dankbar. Es ist nicht selbstverständlich, dass man an arme Menschen denkt. Das ist großartig.“ Sie wischt sich Tränen der Rührung weg. 

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