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Was wird aus den Bühnen? Blick auf die Theater-Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz heute.

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Nicht aus der Hand geben

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Frankfurt kann stolz auf die prominenten Bürgerinnen und Bürger sein, die sich mit der Opern-Stiftung engagieren. Nun fehlt nur noch die Richtungsentscheidung der Kommunalpolitik. 

Martin Wentz ist lernfähig und das ist auch gut so. Der erfolgreiche frühere Frankfurter Planungsdezernent, dem die Stadt viel verdankt, rückt bei seiner Stiftung für ein neues Opernhaus von früheren apodiktischen Positionen ab. Dass die Stiftung jetzt einem Architektenwettbewerb zustimmt, ist eine demokratische Selbstverständlichkeit.

Wentz selbst hatte in seinen Jahren als Planungsdezernent von 1989 bis 2000 stets Wettbewerbe gefördert und verlangt.

Aber das Memorandum, das die prominenten Stifterinnen und Stifter jetzt Oberbürgermeister Peter Feldmann übergaben, kann und darf die Stadt dennoch in dieser Form nicht mittragen. Grundsätzlich gilt: Die Kommune sollte sich den Prozess für einen Neubau der Städtischen Bühnen – wenn es denn dazu kommt – nicht aus der Hand nehmen lassen.

Die Stadt sollte darauf bestehen, einen internationalen Architektenwettbewerb selbst zu organisieren. Und auch die Vergabe des Baugrundstücks in Erbpacht an einen privaten Investor auf die Dauer von 30 Jahren ist nicht notwendig.

Frankfurt kann stolz auf die zwölf prominenten Bürgerinnen und Bürger sein, die sich mit der Opern-Stiftung engagieren. Auch wenn der Makel bleibt, dass sie die Zukunft des ebenfalls sehr erfolgreichen Schauspiel Frankfurt einfach der Stadt überlassen. Da hilft es auch nicht, in einem eigens eingefügten kurzen Passus „die großartigen Leistungen und Erfolge des Frankfurter Schauspiels“ zu würdigen.

Was es jetzt braucht, ist die Richtungsentscheidung der Kommunalpolitik: Sanierung der Theater-Doppelanlage von 1963 oder ein Neubau der Bühnen. Hunderttausende von Besuchern von Oper und Schauspiel können hoffen, dass die Römer-Koalition in diesem Jahr die Kraft für das Votum aufbringt.

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