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Da fährt die Zukunft: Zwei Kinder haben Spaß im Elektroauto.

Klassikstadt in Frankfurt

Klassikstadt in Frankfurt: Neuwagen statt Oldtimer

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Am Wochenende gab es im Autohof der Klassikstadt hauptsächlich Neuwagen präsentiert.

Eigentlich sind es ja die alten Karossen, die sonntags auf den Autohof der Klassikstadt rollen und von neugierigen Besuchern bestaunt und beneidet werden. Bei der „Frankfurter Automobilausstellung“ an diesem Sonntag aber stehen Neufahrzeuge im Mittelpunkt des Interesses.

Autohändler aus der Region präsentieren Modelle von insgesamt 37 Herstellern. Voll ist es ebenso wie an anderen Besuchertagen. Fast jeder Neuwagen wird von außen inspiziert. Verkäufer preisen an und beraten. Zahlreiche Gewinnspiele und Werbegeschenke sollen die Besucher an die einzelnen Stände locken. Manch einer sitzt gleich mal Probe. Einige, wenige testen das Fahrgefühl, indem sie zur Probefahrt aufbrechen. Zwischen den neuen mischen sich dann doch auch einige ältere Karossen. Als ein roter Ferrari an ihm vorbei auf den Hof rollt, wedelt ein Mann vor seinem Gesicht, und will auf die Abgaswolke aufmerksam machen, die der Wagen aus den 80ern hinter sich herzieht. Davon ist bei einem Carsharing-Unternehmen, das ausschließlich Elektro-Autos in seiner Flotte hat, nichts zu spüren. Yevgen Melnyk hat sich in einen französischen Kleinwagen gesetzt. Der 29-Jährige spielt mit dem Gedanken, sein Auto irgendwann mal zu verkaufen und sich mit anderen – wie beim Carsharing – Fahrzeuge zu teilen. „Manchmal braucht man ein größeres Auto“, sagt der Aschaffenburger. Das könne er sich beim Carsharing einfach mieten. „Ein E-Auto kommt für mich infrage, weil es schöner zu fahren ist“, sagt Melnyk. Das Geräusch sei ruhiger und „zumindest gefühlt“ hätten Elektro-Autos auch eine schnellere Beschleunigung. „Bis 60, 70 km/h ziehen wir richtig gut“, sagt Verkäufer Drazen Vidovic. Melnyk möchte noch wissen, wie die Reichweite eines E-Autos sei. Voll geladen könne man 260 bis 270 Kilometer weit fahren, erklärt der Verkäufer.

Auf noch kürzeren Strecken geht der Trend zum elektrisch betriebenen Roller, dem E-Scooter. Ingrid Bressel eilt zu dem in metallicblau-schwarz gehaltenen Modell eines bayerischen Autoherstellers. Am Stand eines Fahrradhändlers in einer Ecke, hinter dem backsteinernen Gebäude der Klassikstadt, hat sie den Roller entdeckt, den sie aus dem TV kenne. „Jetzt seh’ ich ihn endlich mal live“, sagt die 65-Jährige. Sofort lässt sie sich von Verkäufer Sascha Kraft einweisen. Wenig später steht sie schon auf dem zweirädrigen Gefährt und rollt davon.

Von ihrer Proberunde zurück, sagt die Bad Homburgerin: „Ich fühle mich um 50 Jahre zurückversetzt“. Heute radle sie auch mit einem Elektro-Fahrrad. Daher käme ein E-Scooter für sie nicht infrage. „Man steht aber gut drauf“, berichtet Bressel. Das bestätigt auch Verkäufer Kraft. „Die Akku-Reichweite liegt bei 30 Kilometern“, sagt er. 2400 Euro Anschaffungskosten sind Bressel etwas zu hoch. So viel habe auch ihr Pedelec gekostet. Mit ihrem Begleiter schaut sie sich auch eher Autos an. Ein Hybrid-Fahrzeug würde sie reizen, also eine Mischung aus Benziner und E-Auto.

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