Gesetzeslage

Neun Jahre Schulpflicht

Was Sie über die Schulpflicht in Deutschland wissen müssen.

Neun Jahre dauert die Schulpflicht. Sie beginnt für Kinder in dem Jahr, in dem sie bis zum 30. Juni das sechste Lebensjahr vollenden. Sie endet spätestens mit dem erfolgreichen Besuch der Jahrgangsstufe 9.

Die Schulpflicht in Deutschland ist eine Schulbesuchspflicht, also müssen die Schulpflichtigen eine dafür vorgesehene Bildungseinrichtung besuchen. Im Unterschied dazu gibt es in anderen Ländern die Unterrichts- oder Bildungspflicht, die nicht zwingend an einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Einrichtung gebunden ist.

Ausnahmen gibt es nur wenige. Ruhen kann die Schulbesuchspflicht bei schwangeren Schülerinnen oder jungen Müttern, die ihr Kind betreuen müssen, sowie bei Kindern und Jugendlichen, die auch in einer Förderschule oder durch Sonderunterricht nicht mehr beschult werden können. Zudem gibt es den sogenannten häuslichen Sonderunterricht für Kinder, die wegen einer Krankheit oder anderer gesundheitlicher Gründe die Schule voraussichtlich länger als sechs Wochen nicht besuchen können.

In Kraft getreten ist die Schulpflicht als Schulbesuchspflicht mit der Weimarer Verfassung vom August 1919. In Hessen ist sie im Hessischen Schulgesetz geregelt.

Zwangsweise kann in die Schule gebracht werden, bei dem andere pädagogische Mittel wie etwa Gespräche mit Eltern oder eine persönliche Beratung keinen Erfolg gebracht werden. Der Schulzwang ist in Paragraf 68 des Hessischen Schulgesetzes geregelt. Wer seine Kinder oder Schutzbefohlenen dauernd oder wiederholt der Schulpflicht entzieht, kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten bestraft werden.

Die Zahl der Familien in Hessen, die die Erfüllung der Schulpflicht konsequent verweigern, liegt laut Kultusministerium im einstelligen Bereich. (pgh/cka)

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