Auftritt von Sängerin Rayla Sunshine, die unter anderem „One Moment in time“ von Whitney Houston singt. Michael Schick (5)
+
Auftritt von Sängerin Rayla Sunshine, die unter anderem „One Moment in time“ von Whitney Houston singt. Michael Schick (5)

Neujahrsempfang

Neujahrsempfang der Stadt Frankfurt: Volles Haus im neuen Jahr

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
    schließen

Mehr als 1000 Menschen aus Politik, Wirtschaft und Kultur kommen beim Neujahrsempfang der Stadt im Römer zusammen. Und einiges ist anders als in den Jahren zuvor.

Lange Schlangestehen im Nieselregen, um dann durch ein weißes Bierzelt in den Römer geschleust zu werden – das war vergangenes Jahr. In diesem Jahr geht es beim Neujahrsempfang der Stadt mondäner zu. Ein gläserner Pavillon erwartet die Gäste vor dem Römer. So groß, dass sich die Schlange bequem im Inneren bilden kann. Grauer Teppichboden, Zimmerpflanzen, grüne Spots – und Temperaturen wie im Tropenhaus des Palmengartens. Sogar Kronleuchter hängen an der Decke. „Besser Kronleuchter als Armleuchter im Römer“, scherzt ein Stadtverordneter.

Alles neu am Eingang, geblieben sind nur die Sicherheitskontrollen. Einladung werden kontrolliert, Personalausweise vorgezeigt, Namen gecheckt. Erwartet wurden mehr als 1000 Gäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft. Und die passen natürlich nicht alle in den Kaisersaal, wo die Reden gehalten werden. Da ist nur Platz für 330 Leute. Der Rest steht im Foyer und verfolgt das Geschehen im Saal über Lautsprecher und Leinwand. Mehr oder weniger. Eher weniger. Es wird sich unterhalten. „Früher gab es erst Alkohol, als Feldmann fertig mit Reden war“, sagt Stadtverordneter Nico Wehnemann (Die Partei). „Aber inzwischen“, sagt er und hebt das Bierglas, „ist das anders. Man kann sich die Reden ja auch nur mit Alkohol anhören.“

Er ist nicht der Einzige, der ganz froh ist, nicht im Kaisersaal zu sitzen. Michael zu Löwenstein (CDU) findet es „herrlich“, außerhalb zu stehen. Lange Jahre war er Fraktionsvorsitzender der CDU im Römer, da kam er nicht um den Kaisersaal herum. Doch das Amt gab er im vergangenen Jahr auf und kann sich jetzt während der Reden „unterhalten und Bier trinken – im Kaisersaal ist es furchtbar“. Er muss lachen. „Natürlich nicht wegen der Leute. Die Luft ist dort so schlecht, wenn es voll ist.“

Nicht jeder hat es aber überhaupt bis vor den Kaisersaal geschafft. An der Treppe hoch in den ersten Stock zum Saal ist für viele Schluss. Da wird streng darauf geachtet. Nicht mehr als 600 Leute dürfen sich oben aufhalten. „Die Kapazität ist überschritten, Sie können nicht hoch“, weist eine Sicherheitsbeauftragte die Besucher ab. Einer darf dann aber doch: Turgut Yüksel, SPD-Landtagsabgeordneter. Der ist wichtig genug.

Oder auch nicht: Die wichtigen Menschen seien sowieso unten in den Römerhallen, sagt zumindest Planungsdezernent Mike Josef (SPD). „Ich war noch nie im Kaisersaal beim Neujahrsempfang“, sagt er. „Das ist wie auf einer Party hier: Die wichtigen Menschen stehen in der Küche. Und die Römerhallen sind die Küche.“ Außerdem würden dort die Reden auch übertragen. Wobei seine Aufmerksamkeit nicht uneingeschränkt der Rede von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) gilt. Er macht das, was alle machen: sich unterhalten.

Noch etwas ist neu in diesem Jahr beim Empfang: das Essen. Zumindest teilweise. Frankfurter Buffet gibt es immer. Auch dieses Jahr. Doch nun werden auch internationale Speisen angeboten. Griechischer Bauernsalat, Börek – sogar vegan–, Falafel, Süßkartoffelstampf, Couscous-Salat. Und die Besucher häufen sich die Teller voll. Den Falafel in die Grüne Soße, das Frankfurter Würstchen auf den Süßkartoffelstampf. Nicht neu ist hingegen die Biertheke. Sie ist noch bis zum späten Abend gut besucht. Ein bisschen Tradition muss schon sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare