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Neues Wohnheim für Studierende am Frankfurter Riedberg

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Von: George Grodensky

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Das Atriumgebäude mit dem schmucken Innenhof ermöglicht viele Austauschmöglichkeiten.
Das Atriumgebäude mit dem schmucken Innenhof ermöglicht viele Austauschmöglichkeiten. © Rolf Oeser

Studierendenwerk und Stiftung für internationale Beziehungen eröffnen Vorzeigeprojekt am Campus der Naturwissenschaften . Günstiges Wohnen treffe dort auf nachhaltiges Bauen und ansprechende Architektur, lobt Planungsdezernent Mike Josef.

Es ist die Kunst der Naturwissenschaften aufzuzeigen, was scheinbar im Verborgenen liegt. So steht auf dem Neubau an der Riedbergallee 4, Unicampus Riedberg, in dicken Lettern: „International House“ und „Studierendenwohnheim“. Die ungewöhnliche Kombination haben das Studierendenwerk Frankfurt und die Stiftung zur Förderung der internationalen wissenschaftlichen Beziehungen der Goethe-Uni am Mittwoch eröffnet.

Viele Gäste stehen im Eingangsbereich. „Vielleicht gibt es da was umsonst“, mutmaßen zwei Steppkes, die vorbeiradeln. Na ja. 38,5 Millionen Euro hat der Bau gekostet. Entstanden sind 359 Wohnheimplätze für Studierende und 27 Wohneinheiten für internationale Gastforschende. Aber tatsächlich gibt es Häppchen zur Eröffnung. Und hat der Bau weniger gekostet, als zu erwarten wäre. Darauf weist Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD) hin. Eine Blaupause nennt er das Projekt gar. Es sei gelungen, die Themen Nachhaltigkeit, Freiflächen, ansprechende Architektur und bezahlbaren Wohnraum zusammenzudenken und dabei noch im finanzierbaren Rahmen zu bleiben.

Das Studierendenwerk hat dafür ein Darlehen aus dem Landesprogramm „Studentisches Wohnen“ in Höhe von rund 12,6 Millionen Euro erhalten, dazu einen Zuschuss des Landes von rund fünf Millionen Euro. Die Stadt Frankfurt hat aus ihrem Förderprogramm „Studentisches Wohnen“ rund 3,8 Millionen Euro gestiftet; die KfW-Bank ein Darlehen in Höhe von rund acht Millionen Euro erteilt.

Das Nachhaltige des Baus liegt in der Holzhybridbauweise begründet. Es gibt einen betonierten Sockel, darüber dann eine moderne Holzkonstruktion. 2900 Kubikmeter Fichte stecken darin, sagt Unipräsident Enrico Schleiff. Eine solche Konstruktion spare 2300 Tonnen an CO2 ein. Zudem ist es ein Passivhaus, verbrauche also wenig Energie im Betrieb. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt genug Strom, um 90 bis 95 Prozent des Bedarfs im Gebäude abzudecken. Überschüsse fließen ins Netz.

Studierende und die Gäste aus der Wissenschaft haben Zugang zu Gemeinschaftsflächen: Waschsalon mit Lounge, Tanz- und Yoga-Raum, Musikraum, Fitnesskammer, Nähstube, Kinoraum, zwei Lernräume, eine Fahrradwerkstatt, dazu noch ein Innenhof mit Gras und Bäumchen, eine begrünte Dachterrasse mit Skylineblick und überdachte Freibereiche im Erdgeschoss sowie Terrassen.

Die Einzelapartments sind 18 bis 28 Quadratmeter groß, möbliert mit Küchenzeile und eigenem Duschbad, Internet, Satellitenfernsehen. Die Miete liegt bei 350 Euro warm fürs Einzelzimmer, 420 Euro kostet ein Doppelzimmer. Die Gastforschenden zahlen 550 Euro im Monat.

Dass Studis und Forschende im Hof aufeinandertreffen, ist Teil des Plans. „Daraus ergeben sich wunderbare Möglichkeiten der persönlichen und beruflichen Vernetzung“, sagt Ayse Asar, Staatssekretärin im Hessischen Wissenschaftsministerium. Es brauche aber generell mehr günstigen Wohnraum. „Eine gute Wohnsituation ist Grundlage dafür, erfolgreich zu studieren und wissenschaftlich arbeiten zu können.“

Indes: Wohnheimplätze sind ein rares Gut in Frankfurt. Das Land mühe sich, versichert Asar, das zu ändern. „Seit 2014 haben wir 1014 zusätzliche Wohnheimplätze geschaffen, weitere 1087 befinden sich im Bau und 702 in der Planung. Allerdings stehen derzeit auch 3000 Studierende beim Studierendenwerk Frankfurt auf der Warteliste für einen Platz, sagt Tim Hoppe, Asta-Wohnraumreferent.

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