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Mit Programmheft und Grimasse: Theaterleiter Michael Quast auf der Probebühne im Großen Hirschgraben.

Fliegende Volksbühne

Fliegende Volksbühne bald im Großen Hirschgraben

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Im Herbst ist es soweit: Dann startet die Fliegende Volksbühne mit fünf Premieren und weiteren Extras im Großen Hirschgraben. 

Nach zehn Wanderjahren erhält das Mundarttheater Fliegende Volksbühne eine feste Spielstätte im renovierten Cantate-Saal, in Nachbarschaft zum Goethe-Haus. Mit Goethes Epos „Reineke Fuchs“ öffnet die Fliegende Volksbühne, die sich nun Volksbühne im Großen Hirschgraben, nennt, ihre Spielzeit am 19. September.

„Wir sind schon in den Vorproben“, sagt Direktor und Schauspieler Michael Quast, der das Theater nun gemeinsam mit Matthias Faltz leitet, dem früheren Intendanten des Hessischen Landestheaters Marburg. Volkstum und Komödie, die Markenzeichen der Fliegenden Volksbühne, sollen auch die Inszenierung „Reineke Fuchs“ prägen. „Es ist für uns ziemlich reizend, die Tiercharaktere zu spielen, und für die Zuschauer hoffentlich auch“, sagt Quast. Auf Tierkostüme werde indes verzichtet.

Karten

Der Vorverkauf für die Aufführungen der Volksbühne im Großen Hirschgraben hat begonnen. Karten kosten 22 bis 28 Euro, ermäßigt 8 Euro. Sie sind unter www.volksbuehne.net erhältlich.

Die Stadt fördert die Volksbühne im Großen Hirschgraben mit 678 000 Euro im Jahr. Etwa die Hälfte gehe für die Miete ab, sagte Theaterleiter Michael Quast. Er bat mögliche Förderer, Mitglied im Verein zu werden oder eine Stuhlpatenschaft zu erwerben.

Fünf Premieren sowie zahlreiche Extras hat sich die Volksbühne im Großen Hirschgraben für die Spielzeit 2019/2020 vorgenommen. „Wir wollen volkstümlich sein und uns am Puls der Zeit bewegen“, so Quast.

Bei „Ich saach niks mehr“, das am 14. November Premiere hat, kommen Stücke von fünf Frankfurter Mundartautoren aus der Zeit von 1843 bis heute auf die Bühne, darunter die Uraufführung „Das Wunderdeckelche“ von Rainer Dachselt.

Das Familienstück „Peterchens Mondfahrt“ von Gerdt von Bassewitz läuft ab dem 24. November. Es richtet sich an Kinder ab fünf Jahren. „Damit wollen wir auch Schulklassen und Kindergärten ansprechen“, sagt Faltz. In „Der Struwwelpeter“, der am 24. Januar 2020 Premiere hat, arbeitet die Volksbühne im Großen Hirschgraben mit dem Ensemble Modern zusammen. Drei Musiker des Ensembles für Neue Musik komponieren Klänge zu den Geschichten von Heinrich Hoffmann. Eine weitere Uraufführung aus der Feder von Rainer Dachselt, der für das Theaterfestival Barock am Main zahlreiche Komödien vor allem von Molière ins Hessische übertragen hat, startet am 13. März. „Nachverdichtung. Die Tragikomödie „Nachverdichtung. Ein Häuserkampf“ macht die Gier in der Frankfurter Immobilienbranche zum Thema. Zwischen ihre Premieren streut die Volksbühne im Großen Hirschgraben weitere Extras ein. Erstmalig am 5. Oktober treffen sich Interessierte zum „Offenen Singen“. Während der Frankfurter Buchmesse lädt die „Rauscher Nacht“ am 18. Oktober zu Dichterlesung und Konzert ein. Die Feier gehe bis in die Morgenstunden. „Für uns ist das auch ein Test für das Verhältnis zu unseren neuen Nachbar in den Wohnungen nebenan“, sagt Quast.

Eine Geburtagssoirée am 26. Oktober ist dem Musiker und Komponisten Jacques Offenbach, der in Köln geboren wurde, gewidmet. Weitere Programmpunkte sind Figurentheater, ein Fußballtalk, ein Rate-Quiz und ein Poetry- und Science-Slam. Gastspiele geben das Tiyatro Frankfurt, das sich an ein türkisches Publikum richtet, und die Choreografin Célestine Hennermann, die mit Schülern eine Tanz-Performance entwickelt.

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