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Das Romantikmuseum soll Goethe-Museum und Goethe-Haus erweitern. Modern inszeniert sollen dort Gemälde, Handschriften und Bücher gezeigt werden.
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Das Romantikmuseum soll Goethe-Museum und Goethe-Haus erweitern. Modern inszeniert sollen dort Gemälde, Handschriften und Bücher gezeigt werden.

Romantikmuseum

Neues Romantikmuseum kommt 2019

  • Claus-Jürgen Göpfert
    VonClaus-Jürgen Göpfert
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Eine der bedeutendsten Sammlungen der Werke von Goethe und Co besitzt das Freie Deutsche Hochstift. Das geplante Romantikmuseum soll ihnen mehr Raum gewähren. Ein Blick in die Sammlung.

Er war ein leidenschaftlicher Verfasser von Briefen, sein Leben lang. Johann Wolfgang von Goethe liebte diese Form, sich mitzuteilen – es verging kaum ein Tag, an dem er nicht gleich mehrere Briefe schrieb. Viele von ihnen sind im Original erhalten geblieben, bis heute ein unerschöpflicher Quell für Wissenschaft und Forschung.

Allein 800 Briefe des Frankfurter Meisters zählen zur umfangreichen Sammlung des Freien Hochstifts. Sie ist ein Schatz, der im Verborgenen ruht: Bis heute können viele Stücke kaum gezeigt werden – so beengt sind die räumlichen Möglichkeiten des Goethe-Museums am Großen Hirschgraben in Frankfurt. Dort gibt es bisher lediglich drei Räume, die den Romantikern gewidmet sind. Der ganz überwiegende Teil der Sammlung ruht in klimatisierten Archiv-Kellern.

Mit dem neuen Romantikmuseum, das im Jahre 2019 seine Pforten öffnen soll, wird sich das alles grundlegend verändern. Die Dauerausstellung dieses Hauses bietet die große Chance, endlich die Sammlung des Freien Deutschen Hochstifts weit mehr als bisher öffentlich zu präsentieren.

Neben den 800 Briefen Goethes finden sich dort mehr als 100 Gedichte, aber auch Originale von größeren Werken, etwa ein Kapitel von „Wilhelm Meisters Lehrjahren“. Allein 27 Kartons füllen die Briefe der Eltern und von Angehörigen Goethes.

Den eigentlichen Sammlungsschwerpunkt aber bildet die deutsche Romantik. Heute gilt die Sammlung als die vielleicht bedeutendste weltweit. „Diese Epoche“, so heißt es im Konzept des Hochstifts für das Deutsche Romantik-Museum, „wird international mehr als jede andere Zeitspanne westlicher Kultur mit Deutschland identifiziert.“

Alles begann schon Anfang des vorigen Jahrhunderts: Damals kaufte das Freie Deutsche Hochstift einen Teil des Nachlasses der Familie Brentano. 1929, bei einer Auktion, konnten zusätzlich Handschriften von Bettine und Achim von Arnim erworben werden. Die weitverzweigte Frankfurter Familie Brentano bildet so etwas wie ein Herzstück der Romantik – und gleichzeitig das Bindeglied zu Goethe. Denn der begeisterte sich für Maximiliane von Brentano, die Mutter von Bettina und Clemens.

Und so wuchs die Sammlung im Laufe der Jahrzehnte kontinuierlich. Erst 2005 kam als Dauerleihgabe der Bundesrepublik Deutschland ein großer Bestand der Autographen des Dichters Joseph von Eichendorff (1788-1857) hinzu.

Neben Goethe und den Romantikern findet sich im Freien Deutschen Hochstift aber auch der dichterische Nachlass des Schriftstellers Hugo von Hofmannsthal (1841-1915). Dazu gehört unter anderem seine Bibliothek, die alleine 4000 Bände umfasst.

Zu den wichtigen Autoren der Romantik, deren Werke und Briefe verwahrt werden, zählt etwa Adalbert von Chamisso (1781-1838), Karoline von Günderrode (1780-1806) und Friedrich von Hardenberg, bekannt als Novalis (1772-1801). Goethes Freundin Marianne von Willemer (1784-1860) ist ebenso vertreten wie Ludwig Tieck (1773-1853), Johann Gottfried von Herder (1744-1803) und Charlotte von Stein (1742-1827).

Das Hochstift arbeitet auch mit diesem Fundus. So begann schon in den 60er Jahren die Vorbereitung einer Gesamtausgabe der Werke und Briefe Clemens Brentanos, später schloss sich eine kritische Ausgabe der Werke Hugo von Hofmannsthals an. Zu den Schätzen des Hochstifts – das ist noch weniger bekannt – zählen auch Gemälde. So gibt es etwa ein Kabinett mit Werken von Caspar David Friedrich.

Anne Bohnenkamp-Renken, die Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts, hatte lange um den Bau des neuen Museums bangen müssen. Die Stadt Frankfurt, die sich zunächst engagierte, hatte ihren finanziellen Beitrag dann aus Spargründen gestrichen. Erst 2014, als private Spender 5,5 Millionen Euro zugesagt hatten, sprang die Stadt wieder auf den Zug auf.

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